Nahost: Israel: Dutzende Verletzte nach Raketeneinschlägen – keine Schäden an Atomreaktor

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Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.

Wichtige Updates

Israel: Mindestens 60 Verletzte nach weiterem Angriff 

Israels Militärchef: Berlin in Reichweite iranischer Raketen

Iran meldet Angriff auf Atomanlage Natans 

Berichte: Iran greift US-britischen Militärstützpunkt an 

Nach Preissteigerungen: USA lockern Sanktionen auf iranisches Öl auf Schiffen

Matthias Becker

Dutzende Verletzte nach Raketeneinschlag in Israel – keine Schäden an Atomreaktor

Am Samstagabend ist nahe der israelischen Stadt Dimona eine Rakete eingeschlagen. Bei dem iranischen Angriff sind mindestens 40 Menschen verletzt worden. Im Bereich der Wüstenstadt befindet sich ein israelischer Atomreaktor, der als extrem gut geschützt gilt. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) teilte ebenfalls mit, es lägen ​Berichte über den Einschlag eines Geschosses in der israelischen Stadt vor. Es gebe jedoch keine Hinweise auf Schäden am dortigen Nuklearforschungszentrum Negev, so die UN-Behörde. Regionalen Behörden zufolge sei nach dem Zwischenfall keine ungewöhnliche radioaktive Strahlung gemessen worden. IAEA-Chef Rafael Grossi rief zu größter militärischer Zurückhaltung auf, „insbesondere in der Nähe von Nuklearanlagen“. 

Unter den Verletzten seien ein zehn Jahre alter Junge und eine Frau, die durch Splitter einer eingeschlagenen Rakete mittelschwer verletzt worden seien, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom mit. Laut „Jerusalem Post“ soll ein Gebäude in Dimona infolge des Einschlags eines Geschosses eingestürzt sein.  

Nadja Tausche

Saudi-Arabien weist Irans Botschaftspersonal aus

Saudi-Arabien hat den Militärattaché der iranischen Botschaft sowie vier weitere Botschaftsangehörige zu unerwünschten Personen erklärt und des Landes verwiesen. Sie seien aufgefordert, Saudi-Arabien innerhalb von 24 Stunden zu verlassen, heißt es in einer Mitteilung des Außenministeriums. Das Ministerium verweist auf fortgesetzte Aktionen der Islamischen Republik gegen Saudi-Arabien – „seine Souveränität, zivile Einrichtungen, Zivilisten, wirtschaftliche Interessen und diplomatische Vertretungen innerhalb des Königreichs“. Am Donnerstag hatte bereits der Golfstaat Katar die Militär- und Sicherheitsattachés der iranischen Botschaft sowie deren Mitarbeiter des Landes verwiesen.

Nadja Tausche

Israel: Mindestens 60 Verletzte nach weiterem Angriff 

Bei einem iranischen Raketenangriff in der israelischen Wüstenstadt Arad wurden mindestens 60 Menschen verletzt. Eine Rakete schlug zwischen mehreren Gebäuden ein. Nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom erlitten sieben Menschen schwere Verletzungen, darunter auch ein vierjähriges Mädchen. Aufnahmen von vor Ort zeigten massiv beschädigte Wohnhäuser.

„Es handelt sich um einen schlimmen Einsatzort“, sagte ein Sanitäter. „Wir sahen große Zerstörungen an mehreren Gebäuden, dichter schwarzer Rauch stieg an mehreren Stellen auf und es herrschte großes Chaos vor Ort.“ Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach von einem „sehr schweren Abend in unserem Kampf um unsere Zukunft“. 

Nadja Tausche

EU-Kommission fordert Mitgliedsstaaten auf, Füllziel für Gasspeicher zu senken

Wegen der Auswirkungen des Iran-Krieges auf die Energiepreise hat die Europäische Kommission Deutschland und die anderen EU-Staaten aufgefordert, das Füllziel für ihre Gasspeicher zu senken. Der Schritt könne dazu beitragen, die Gasnachfrage in Zeiten angespannter Versorgung zu senken und den Druck auf die Preise zu mindern, schrieb der zuständige EU-Kommissar Dan Jørgensen in einem Brief an die Mitgliedstaaten. In Erwägung gezogen werden solle eine Senkung des Füllziels von normalerweise 90 auf 80 Prozent.

Nadja Tausche

Israels Militärchef: Berlin in Reichweite iranischer Raketen

4000 Kilometer von der iranischen Küste entfernt liegt der Militärstützpunkt, den Iran mutmaßlich angegriffen hat. Der Raketenangriff auf die Insel Diego Garcia zeige, dass auch europäische Hauptstädte wie Berlin im Bedrohungsradius liegen, sagt nun der israelische Generalstabschef Ejal Zamir. „Diese Raketen sind nicht dafür bestimmt, Israel zu treffen“, so Zamir. Europäische Hauptstädte lägen innerhalb von ihrem Radius. „Berlin, Paris und Rom sind alle im direkten Bedrohungsradius.“

Der Angriff auf den von den USA und Großbritannien gemeinsam genutzten Stützpunkt ist bisher nicht bestätigt. Nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens hatte das Land zwei ballistische Raketen abgefeuert. Medienberichten zufolge verfehlten die beiden Geschosse ihr Ziel.

Mit Blick auf den Krieg mit Iran sagte Militärchef Zamir: Nach drei Wochen sei der iranische Machtapparat geschwächt. Man sei „auf halbem Weg“, sagte er mit hinsichtlich der Dauer des Kriegs. Dieser werde auch während des Pessachfests weitergehen. Das Fest beginnt am Abend des 1. April und dauert eine Woche.

Wo die Insel Diego Garcia liegt und welche weiteren Ziele Iran und die USA mit Israel aktuell angreifen:

Nadja Tausche

Iran greift Stützpunkte in Vereinigten Arabischen Emiraten und Kuwait an

Die Marine der Revolutionsgarden hat offenbar Raketen und Drohnen auf die Luftwaffenstützpunkte Al-Minhad in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Ali al-Salem in Kuwait abgefeuert. Das berichten staatliche iranische Medien. Beide Stützpunkte seien demnach für Angriffe auf iranische Inseln im Persischen Golf benutzt worden. 

Carolin Fries

USA: Haben bereits gut 8000 iranische Ziele angegriffen

Das US-Militär hat bei seiner seit drei Wochen andauernden Offensive gegen Iran nach eigenen Angaben mehr als 8000 Ziele angegriffen. Darunter befänden sich 130 iranische Schiffe, sagte der Befehlshaber des US-Regionalkommandos für den Nahen Osten (Centcom), Brad Cooper, in einem auf der Plattform X veröffentlichten Video. Er bekräftigte das Ziel, die iranische Bedrohung des freien Warenverkehrs durch die Straße von Hormus zu bekämpfen. Die Passage durch die etwa 55 Kilometer breite Meerenge zwischen Iran und dem Oman gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Ölexport und ist wegen des Iran-Kriegs nahezu zum Erliegen gekommen. 

Julia Bergmann

Irak: Offizier bei Angriff auf Geheimdienst-Gelände getötet

Bei einem Angriff auf das Gelände des Nationalen Nachrichtendienstes in der irakischen Hauptstadt Bagdad ist ein Offizier getötet worden. Der Geheimdienst sprach von einem „terroristischen Angriff, der von gesetzlosen Gruppen verübt wurde.“ Zunächst war unklar, wer für den Angriff verantwortlich war.

Dieser wurde als Versuch gewertet, den Nachrichtendienst von seiner Arbeit abzuhalten, wie es hieß. Die Behörde betonte, man werde die Täter verfolgen, festnehmen und der Justiz überstellen.
Zuvor hatte die irakische Nachrichtenagentur INA berichtet, dass eine Drohne auf dem Gelände des Hauptquartiers des Geheimdienstes im Stadtteil Mansur in Bagdad abgestürzt sei. Ob es einen Zusammenhang zum Iran-Krieg gibt, vor dessen Hintergrund es im Irak wiederholt zu Angriffen proiranischer Milizen kam, ist unklar. 

Julia Bergmann

Israel kündigt Verstärkung der Iran-Angriffe an

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hat für die kommenden Tage eine weitere Verstärkung der Angriffe Israels und der USA in Iran angekündigt. Ziele seien dabei die iranische Führung und die Infrastruktur, auf die sie sich stütze, sagte Katz nach Angaben seines Büros nach einer Beratung mit ranghohen Militärs im Armeehauptquartier in Tel Aviv. „In dieser Woche wird die Intensität der Angriffe (...) deutlich zunehmen." 

In Israel beginnt die neue Woche jeweils sonntags. Man sei entschlossen, den Kampf gegen den iranischen Machtapparat fortzusetzen, „seine Kommandeure zu enthaupten und seine strategischen Fähigkeiten zu zerstören – bis jede Sicherheitsbedrohung für den Staat Israel und die Interessen der USA in der Region beseitigt ist“, sagte Katz.

US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag verkündet, dass er erwägt, die Angriffe auf Iran zurückzufahren. Die USA stünden kurz davor, die eigenen Ziele im Krieg zu erreichen. 

Katz erklärte mit Blick auf die israelische Zivilbevölkerung, die seit Kriegsbeginn mehrmals täglich iranischen Raketenangriffen ausgesetzt ist und teilweise Stunden in Schutzräumen ausharren muss, die Heimatfront sei stark – wie auch die israelischen Streitkräfte. „Wir werden nicht aufhören, bis alle Kriegsziele erreicht sind“, so der Verteidigungsminister.

Julia Bergmann

Neue gegenseitige Angriffe Israels und Irans

Israel und Iran setzen ihre gegenseitigen Angriffe fort. In der Nacht und am Morgen gab es nach israelischen Militärangaben Raketenangriffe aus Iran auf Israel. Rettungskräfte seien unterwegs zu mehreren Einschlagsorten im Großraum Tel Aviv, teilte die Armee mit. Es gab Bilder der Zerstörung, aber keine Berichte zu Verletzten. Nach Medienberichten wurde in Rischon Lezion südöstlich von Tel Aviv ein Kindergarten getroffen. Zu dem Zeitpunkt befanden sich dort jedoch keine Personen. Iran habe bei dem Angriff erneut gefährliche Streumunition eingesetzt.

Die israelische Armee griff in der Nacht einmal mehr Ziele in Iran und in Libanon an. Am Morgen teilte das Militär mit, israelische Bodentruppen hätten in Südlibanon mehrere bewaffnete Mitglieder der proiranischen Hisbollah-Miliz beschossen. Ein Hisbollah-Mitglied sei bei einem Schusswechsel getötet worden. Drei weitere seien durch Panzerfeuer ums Leben gekommen. Auch aus der Luft sei die Gruppe beschossen worden.

Am Freitag hatte es bei einem iranischen Raketenangriff erneut einen Einschlag in der Jerusalemer Altstadt gegeben. Nach Medienberichten war ein Raketenteil im jüdischen Viertel eingeschlagen, unweit auch der heiligen Stätten des Islams und des Christentums. 

Julia Bergmann

Iran meldet Angriff auf Atomanlage Natans 

Die USA und Israel haben nach iranischen Angaben die Urananreicherungsanlage in Natans angegriffen. Das meldet die iranische Nachrichtenagentur Tasnim. Es sei keine Radioaktivität ausgetreten und für die Anwohner in der Nähe der Anlage bestehe keine Gefahr. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) sei von Iran über den Angriff auf seine Urananreicherungsanlage informiert worden, wie die Behörde auf der Plattform X mitteilt. Außerhalb der Anlage werde kein Anstieg der radioaktiven Strahlung gemeldet, erklärt auch die UN-Behörde. Sie prüfe den Bericht. Die IAEA forderte nach dem Vorfall militärische Zurückhaltung von den Kriegsparteien. Es gelte, jedes Risiko eines Atomunfalls zu vermeiden, schrieb IAEA-Chef Rafael Grossi auf der Plattform X. Eine Stellungnahme der USA oder Israels zu der mutmaßlichen Attacke liegt bislang nicht vor. Die unterirdische Urananreicherungsanlage ist eine der wichtigsten im Land. 

Die USA verfolgen eigenen Angaben nach mit dem Krieg hauptsächlich das Ziel, zu verhindern, dass Iran jemals in den Besitz von Atomwaffen gelangt. Israel wiederum sieht im iranischen Atom- und Raketenprogramm seine größte existenzielle Bedrohung. Iranische Politiker hatten in der Vergangenheit immer wieder dem jüdischen Staat mit Vernichtung gedroht.

Schon Anfang dieses Monats hatte die Internationale Atomenergiebehörde IAEA neue Schäden an Eingangsgebäuden der unterirdischen Urananreicherungsanlage in Natans bestätigt. Die Vereinigten Staaten und Israel hatten bereits im Juni 2025 Irans Atomanlagen bombardiert und stark beschädigt. 

Julia Bergmann

Berichte: Iran greift US-britischen Militärstützpunkt an 

Iran hat US-Medienberichten zufolge einen von Großbritannien und den USA gemeinsam genutzten Militärstützpunkt auf den Chagos-Inseln im Indischen Ozean angegriffen. Die Islamische Republik attackierte den Stützpunkt auf der Insel Diego Garcia am Freitagmorgen (Ortszeit) mit ballistischen Raketen, wie unter anderem das Wall Street Journal und der Sender CNN unter Berufung auf ranghohe US-Beamte berichteten. Demnach feuerte Iran zwei Geschosse mit mittlerer Reichweite auf die Basis ab, doch keines der beiden habe die Anlage getroffen. Eine offizielle Bestätigung seitens der britischen oder der US-Regierung gab es zunächst nicht.

Die Chagos-Inseln liegen etwa 4000 Kilometer Luftlinie von der iranischen Küste entfernt. Angesichts der Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran hatte US-Präsident Donald Trump schon vor Kriegsbeginn darauf gepocht, dass Großbritannien doch nicht wie geplant die Chagos-Inseln an Mauritius zurückgibt. 

Die USA könnten auf die Insel Diego Garcia angewiesen sein, um einen möglichen Angriff des iranischen Militärs abzuwehren, hatte Trump Mitte Februar auf seiner Plattform Truth Social mitgeteilt. Laut dem britischen Premierminister Keir Starmer ist der Stützpunkt einer der wichtigsten Beiträge des Vereinigten Königreichs zur Sicherheitspartnerschaft mit den USA. 

Julia Bergmann

Iran warnt Großbritannien nach Kurswechsel bei Militärstützpunkten 

Die iranische Führung hat den britischen Premierminister Keir Starmer gewarnt, sein jüngster Kurswechsel bei der Nutzung britischer Militärstützpunkte durch die USA werde nicht ohne Folgen bleiben. Die große Mehrheit der Briten wolle mit dem israelisch-amerikanischen Krieg nichts zu tun haben, schrieb Irans Außenminister Abbas Araghtschi auf der Plattform X. Starmer bringe seine eigenen Landsleute in Gefahr, indem er zulasse, „dass britische Stützpunkte für Angriffe gegen Iran genutzt werden“. Iran werde „sein Recht auf Selbstverteidigung wahrnehmen“.

Die britische Regierung hatte zuvor bestätigt, „dass die Vereinbarung, wonach die USA im Rahmen der kollektiven Selbstverteidigung der Region britische Stützpunkte nutzen dürfen, auch Verteidigungseinsätze der USA umfasst, um die Raketenstellungen und -kapazitäten zu schwächen, die für Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus genutzt werden“.

US-Präsident Donald Trump hatte Nato-Verbündete und andere Länder unlängst gebeten, sich an der militärischen Sicherung der Straße von Hormus zu beteiligen. Durch die Meerenge verläuft normalerweise ein bedeutender Teil des weltweiten Ölhandels.

Großbritannien hatte den USA zunächst nur erlaubt, britische Stützpunkte für Verteidigungseinsätze zu nutzen, um britische Interessen oder Menschenleben zu schützen. Die jüngste Mitteilung der Regierung in London bedeutet eine klare Kehrtwende. Trump sagte laut CNN vor Journalisten in Washington, er verstehe nicht, warum diese Entscheidung so lange gedauert habe. „Sie hätten viel schneller handeln sollen.“

Die britische Regierung betonte unterdessen, ihre grundsätzliche Sicht auf den Konflikt habe sich nicht geändert. „Das Vereinigte Königreich bekennt sich weiterhin dazu, unsere Menschen, unsere Interessen und unsere Verbündeten zu verteidigen.“ Man werde sich nicht tiefer in den Konflikt hineinziehen lassen. Vielmehr müsse der Krieg schnell beendet werden. 

Viktoria Spinrad

Nach Preissteigerungen: USA lockern Sanktionen auf iranisches Öl auf Schiffen

Die USA haben im Zuge des Iran-Krieges vorübergehend Sanktionen auf iranisches Öl gelockert, das sich derzeit auf Schiffen befindet. Das US-Finanzministerium erließ am Donnerstag die sogenannte „General License U", die Verkauf, Lieferung und Entladung von iranischem Rohöl und Erdölprodukten, die sich bis zum 20. März auf Tankern befanden, bis zum 19. April diesen Jahres erlaubt.

Die Lizenz gilt ausdrücklich auch für Schiffe, die selbst unter US-Sanktionen stehen. Abgedeckt sind dabei alle notwendigen Begleitgeschäfte: Andocken und Ankern, Besatzungsversorgung, Notfallreparaturen, Umweltschutzmaßnahmen sowie Dienstleistungen wie Schiffsmanagement, Betankung, Versicherung und Bergung. Bemerkenswert: Die Lizenz erlaubt auch den Import des iranischen Öls in die USA selbst, sofern er im Zusammenhang mit Verkauf oder Entladung steht.

Ausgenommen von der Maßnahme sind Transaktionen mit Beteiligung von Nordkorea, Kuba sowie den von Russland besetzten ukrainischen Gebieten. Hintergrund ist der starke Anstieg der Energiepreise infolge der Angriffe der USA und Israels auf Iran. Finanzminister Scott Bessent hatte die Maßnahme zuvor angekündigt und von rund 140 Millionen Barrel iranischem Öl gesprochen, das sich auf Tankern auf See befinde.

Der Schritt zeigt, wie verwundbar die USA bei Energiepreisen sind. Seit Beginn des Iran-Konflikts sind die Öl- und Gaspreise stark gestiegen – ein politisch heikles Thema für Trump, der seinen Wählern niedrige Energiepreise versprochen hat. Und viele Hebel gibt es nicht mehr. Die Regierung hat bereits zugestimmt, Hunderte Millionen Barrel aus ihren strategischen Reserven freizugeben und einige Sanktionen gegen russisches Öl gelockert. Der jetzige Schritt dürfte damit auch innenpolitisch motiviert sein, um den Preisdruck zu mindern.

Viktoria Spinrad

Trump kündigt langsamen Rückzug aus dem Nahen Osten an – und schickt gleichzeitig mehr Truppen

Über den Fortgang des Kriegs im Nahen Osten zeichnet sich ein widersprüchliches Bild ab. Während das Pentagon vom Senat 200 Milliarden an Extraschulden erbittet und offenbar weitere Truppen in die Region geschickt werden, lässt US-Präsident Donald Trump auf Truth Social verlauten: „Wir erwägen, unsere umfangreichen militärischen Bemühungen im Nahen Osten in Bezug auf das terroristische Regime in Iran zurückzufahren.“ Man habe die zentralen Ziele fast erreicht.

Dazu zählte er die vollständige Zerstörung der iranischen Raketenarsenale und Abschussvorrichtungen sowie der dortigen Verteidigungsindustrie. Außerdem sollten die Marine und Luftwaffe samt der Flugabwehrsysteme ausgeschaltet werden. Die Nachricht kam, kurz nachdem er Reportern vor dem Weißen Haus gesagt habe, er habe kein Interesse an einem Waffenstillstand, da die USA „die andere Seite vernichten“ würden. Das berichtet die New York Times.

Irans stärkster Hebel bleibt bestehen: Die Straße von Hormus ist bis auf wenige Ausnahmen faktisch blockiert, was Ölpreise in die Höhe treibt und Trump innenpolitisch in Bedrängnis bringt. Die Verantwortung dafür, den Schiffsweg wieder freizubekommen, sieht Trump nun bei anderen Ländern. „Die Straße von Hormus muss bei Bedarf von anderen Nationen, die sie nutzen, bewacht und kontrolliert werden – die Vereinigten Staaten tun dies nicht!" Wenn man darum gebeten würde, würde man diesen Ländern bei ihren Bemühungen in der Straße von Hormus helfen. „Aber das sollte nicht notwendig sein, sobald die Bedrohung durch Iran beseitigt ist.“ Und: Für die betroffenen Länder sollte es dann eine „einfache militärische Operation“ sein. Bereits zuvor hatte Trump an andere Länder appelliert, Kriegsschiffe zu schicken – war hier aber auf wenig Begeisterung gestoßen.

Erst kurz vor der Ankündigung hatten mehrere Medien über die Entsendung weiterer US-Truppen in die Region berichtet. Etwa 2500 weitere Marineinfanteristen an Bord von drei Kriegsschiffen seien auf dem Weg in den Nahen Osten, schrieb die New York Times unter Berufung auf anonyme Quellen. Es werde erwartet, dass sie andere Streitkräfte ersetzen.

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