Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Israel: Sechs Tote bei iranischen Raketenangriffen
Staaten des Ölkartells Opec+ heben Fördermenge an
Massiver Stau von Öltankern vor Straße von Hormus
Putin: "Zynischer Mord" - Reaktionen auf die Tötung Chameneis
Israel weist Schuld an Angriff auf iranische Mädchenschule zurück - 100 Tote
Die Lage im Nahen Osten - ein Überblick
- Israel und die USA haben am Samstagmorgen Ziele in Iran aus der Luft angegriffen. Am Sonntag gehen die Angriffe der israelischen Luftwaffe auf Ziele in Iran weiter.
- Bei den Angriffen wurden neben dem geistlichen Führer Irans, Ayatollah Ali Chamenei, auch der Chef der iranischen Streitkräfte sowie zwei weitere hochrangige Vertreter und Familienangehörige Chameneis getötet.
- Iran reagiert mit Vergeltungsschlägen.
- Bei iranischen Angriffen auf Israel hat es in Tel Aviv Tote und Verletzte gegeben.
- Die Flughäfen von Abu Dhabi und Dubai waren am Samstag Ziel von Angriffen. Der Flugverkehr im Nahen Osten ist weitgehend eingestellt.
- In der katarischen Hauptstadt Doha sowie Manama, der Hauptstadt von Bahrain, hat es am Sonntagmorgen Explosionen gegeben.
- Auch in Oman hat es Drohnenangriffe gegeben. Vor der Küste des Golfstaates, in der Straße von Hormus, ist ein Öltanker angegriffen worden.
- Proiranische Demonstrierende haben versucht, die US-Botschaft in der irakischen Hauptstadt Bagdad sowie das US-Konsulat in Karachi, Pakistan, zu stürmen. Dabei hat es Tote gegeben.
Islamischer Staatenverband verurteilt Irans Angriffe in der Region
Ungeachtet der Darstellung von Irans Präsident Massud Peseschkian, die Tötung von Ayatollah Ali Chamenei durch die USA und Israel sei eine „Kriegserklärung an Muslime“, hat der Weltverband 57 islamischer Staaten ein Ende der Eskalation und die Rückkehr an den Verhandlungstisch gefordert. In einer am Samstagabend verbreiteten Erklärung verurteilte die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) in Riad die Angriffe Irans auf benachbarte Mitgliedstaaten.
Das OIC-Generalsekretariat sprach mit Bezug auf iranische Luftangriffe auf Ziele in Saudi-Arabien, mehreren Golfstaaten und Jordanien von Aggression und einer inakzeptablen Eskalation. Diese bedrohe die Stabilität der gesamten Region und habe schwerwiegende Folgen für Frieden und Sicherheit.
Die Verletzung der Souveränität von OIC-Mitgliedstaaten und völkerrechtlicher Grundsätze durch Iran stelle einen gefährlichen Präzedenzfall dar, so der islamische Staatenverband. Er verlangte die Wahrung gegenseitigen Respekts und Nichteinmischung in innere Angelegenheiten.
Wadephul verteidigt Angriffe auf Iran
Bundesaußenminister Johann Wadephul verteidigt die Angriffe Israels und der USA auf Iran als notwendig. Dem Sender NDR Info sagt der CDU-Politiker, das iranische Regime gefährde nicht nur Israel, sondern auch die Interessen Europas. "Ich nehme zum jetzigen Zeitpunkt keine abschließende völkerrechtliche Beurteilung vor", sagt Wadephul. Man müsse aber sehen, dass das iranische Regime auch Russland mit Drohnen versorge, die dann im Angriffskrieg gegen die Ukraine eingesetzt würden. Zudem unterstütze das Regime in Teheran Terrororganisationen wie die Hisbollah und die Hamas. Eine Lösung könne nur darin bestehen, dass die iranische Führung auf den Besitz von Nuklearwaffen verzichte.
Deutschland betreibe keine aktive Politik, um einen Regierungswechsel in Iran herbeizuführen. Die Bundesregierung stehe aber an der Seite der Bevölkerung, die in einer Art und Weise misshandelt werde, wie man es selten gesehen habe.
Drohnenangriff auf Hafen von Oman gemeldet - Schiffe vor Küste angegriffen
Vor der Küste des Golfstaats Oman ist nach staatlichen Angaben ein Öltanker angegriffen worden. Der Tanker Skylight sei etwa neun Kilometer vor der omanischen Küste bei Musandam attackiert worden, meldete die Nachrichtenagentur Oman News Agency unter Berufung auf das omanische Zentrum für maritime Sicherheit. Dabei seien vier Personen verletzt worden. Die 20-köpfige Besatzung des Schiffs unter der Flagge des pazifischen Inselstaats Palau sei in Sicherheit gebracht worden.
Nach Angaben der britischen Behörde UKMTO wurde ein weiteres Schiff 50 Seemeilen nördlich der omanischen Hauptstadt Maskat von einem unbekannten Geschoss getroffen. Im Maschinenraum sei ein Feuer ausgebrochen, das inzwischen unter Kontrolle sei. Weitere Details waren auch hier zunächst nicht bekannt.
Die Vorfälle ereigneten sich nahe der Straße von Hormus. Die iranische Nachrichtenagentur hatte gestern gemeldet, dass die iranischen Revolutionsgarden den Schiffsverkehr der strategisch wichtigen Meerenge eingeschränkt haben. Demnach erhielten Schiffe wiederholt Funkmeldungen, in denen ihnen die Durchfahrt untersagt wurde. Die Besatzungen würden aufgefordert, die Maschinen zu stoppen und sich auf ein mögliches Entern vorzubereiten, hieß es.
Auch der Handelshafen von Dukm in Oman ist mit zwei Drohnen angegriffen worden. Eine der Drohnen habe eine Arbeiterunterkunft getroffen, wobei ein ausländischer Arbeiter verletzt worden sei, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Oman News Agency unter Berufung auf Sicherheitsquellen. Die zweite Drohne sei in der Nähe von Treibstofftanks abgestürzt. Dabei habe es weder Verletzte noch Schäden gegeben, hieß es weiter. Die Regierung des Oman verurteilte den Angriff.
In Oman selbst gibt es keine US-Stützpunkte. Häfen, wie der in Dukm, können aber vom US-Militär genutzt werden. Oman ist im Atomstreit zwischen den USA und Iran als Vermittler aufgetreten.
Israel: Sechs Tote bei iranischen Raketenangriffen
Bei neuen iranischen Raketenangriffen auf Israel sind nach israelischen TV-Angaben mindestens sechs Menschen getötet worden. Nach Angaben des Senders N12 kamen sie beim Einschlag einer Rakete in einem Gebäude in der Stadt Beit Schemesch ums Leben. Weitere Menschen erlitten Verletzungen. Die Stadt liegt westlich von Jerusalem. Auch Einwohner von Tel Aviv berichteten von lauten Explosionen bei den neuen Raketenangriffen.
Millionen Einwohner harrten in Schutzräumen aus. „Wir hören immer wieder laute Knallgeräusche, möglicherweise sind das auch Abwehrraketen“, sagte ein Einwohner Tel Avivs. „Es nimmt einfach kein Ende.“ Seit Beginn der israelisch-amerikanischen Angriffe in Iran am Samstagmorgen berichten Einwohner Israels von ständigen Gegenangriffen Irans auf israelische Bevölkerungszentren, teilweise im halbstündigen Takt.
Am Samstag war bei einem Raketeneinschlag in Tel Aviv eine Frau getötet worden. Insgesamt starben nach offiziellen Angaben bei iranischen Raketenangriffen auf Israel bisher acht Menschen, Dutzende weitere wurden verletzt.
Staaten des Ölkartells Opec+ heben Fördermenge an
Acht Ölförderländer wollen ihre Produktionsmengen ab April deutlich stärker anheben als von Analysten ursprünglich erwartet. Insgesamt wird die Tagesproduktion um 206 000 Barrel (je 159 Liter) gesteigert, wie die Kerngruppe des Ölkartells Opec+ nach einer Online-Sitzung mitteilte. Die Gruppe, die von Saudi-Arabien und Russland angeführt wird, erwähnte den jüngsten Krieg im Nahen und Mittleren Osten mit keinem Wort. Stattdessen wurde die Produktionserhöhung mit dem stabilen Ausblick der globalen Wirtschaftslage und niedrigen Ölvorräten erklärt.
Wegen der Angriffe der Vereinigten Staaten und Israels auf Iran könnten in nächster Zeit Liefermengen aus der ölreichen Islamischen Republik wegfallen. Eine weitaus wichtigerer Faktor für das Risiko steigender Ölpreise ist jedoch die Lage an der Straße von Hormus. Durch diese Meeresenge zwischen Iran und dem Oman wird täglich rund ein Fünftel der globalen Öltransporte verschifft. Nach Angaben einer iranischen Nachrichtenagentur haben Irans Revolutionsgarden den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus nach Beginn der Angriffe auf Iran eingeschränkt. Nach staatlichen Angaben aus dem Oman wurde im Bereich der Meeresenge ein Öltanker angegriffen.
Die Staaten der Opec+ könnten zwar Ausfälle aus Iran ausgleichen, doch sie haben nicht genug freie Produktionskapazitäten, um eine Hormus-Blockade wettzumachen, warnten die Analysten der Commerzbank kurz vor Beginn der jüngsten Eskalation.
Massiver Stau von Öltankern vor Straße von Hormus
Mindestens 150 Tanker, darunter Rohöl- und Flüssiggasschiffe, haben in den offenen Gewässern vor der Straße von Hormus den Anker geworfen. Dutzende weitere liegen auf der anderen Seite der Meerenge fest, wie aus einer Reuters-Auswertung von Daten der Plattform Marine Traffic hervorgeht. Die Schiffe stauen sich vor den Küsten der großen Ölproduzenten Irak und Saudi-Arabien sowie vor Katar.
Die iranische Nachrichtenagentur hatte gestern gemeldet, dass die iranischen Revolutionsgarden den Schiffsverkehr der strategisch wichtigen Meerenge eingeschränkt haben. Demnach erhielten Schiffe wiederholt Funkmeldungen, in denen ihnen die Durchfahrt untersagt wurde. Die Besatzungen würden aufgefordert, die Maschinen zu stoppen und sich auf ein mögliches Entern vorzubereiten, hieß es.
Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Engstellen des weltweiten Energiehandels. Rund ein Fünftel der globalen Öltransporte passiert täglich die Meerenge. Jede Störung könnte die Energiepreise steigen lassen und die internationalen Märkte verunsichern.
Putin: "Zynischer Mord" - Reaktionen auf die Tötung Chameneis
Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Tötung des iranischen Religionsführers Ali Chamenei als einen „zynischem Verstoß gegen alle Normen der menschlichen Moral und des Völkerrechts“ kritisiert. In einem vom Kreml veröffentlichten Schreiben bekundete er dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian sein Beileid.
Chamenei werde in Russland als „herausragender Staatsmann“ in Erinnerung bleiben, der einen enormen persönlichen Beitrag für die freundschaftlichen russisch-iranischen Beziehungen geleistet und sie auf die Ebene einer umfassenden strategischen Partnerschaft gebracht habe. Putin bat darum, der Familie und Freunden Chameneis sowie der Regierung und dem iranischen Volk sein Beileid zu übermitteln und seine Unterstützung zuzusichern.
Auch Chinas Außenminister Wang Yi verurteilt die Angriffe der USA und Israels auf Iran als inakzeptabel. In einem Telefonat mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow kritisiert er laut der Nachrichtenagentur Xinhua besonders, dass die Attacken während laufender Verhandlungen stattgefunden hätten. Die "unverhohlene Tötung" eines souveränen Staatsoberhaupts und die Anstiftung zum Regimewechsel seien nicht hinnehmbar. Peking fordere ein sofortiges Ende der Militäraktionen und eine Rückkehr zum Dialog.
Auch Nordkorea kritisiert die Angriffe der USA und Israels auf Iran als "Verletzung der nationalen Souveränität". Die Militäroperation sei eine "illegale Aggression", meldet die amtliche Nachrichtenagentur KCNA.
Israel weist Schuld an Angriff auf iranische Mädchenschule zurück - 100 Tote
Israel hat eine Verantwortung für einen Angriff auf eine Mädchenschule in Iran zurückgewiesen. Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna hatte berichtet, bei einem Raketenangriff im Süden des Landes seien mehr als hundert Schülerinnen ums Leben gekommen. Getroffen worden sei eine Grundschule für Mädchen in der Provinz Hormusgan.
„Zu diesem Zeitpunkt sind uns keine israelischen oder amerikanischen Angriffe dort bekannt“, sagte der israelische Militärsprecher Nadav Schoschani. „Ich weiß, dass die Amerikaner nachprüfen, ich weiß, dass wir nachprüfen“, ergänzte der Sprecher.
„Und was ich weiß, ist, dass wir in der Lage waren – und das wird auch von den Amerikanern und den Iranern bestätigt – 40 Personen auszuschalten, die sich vor uns versteckt hatten, auf sehr präzise Weise, mehr als tausend Meilen entfernt“, sagte Schoschani offenbar mit Blick auf die Tötung des iranischen Staatsoberhaupts und Religionsführers Ajatollah Ali Chamenei. Dies könnten nicht viele Armeen auf der Welt und es bedeute, „dass wir extrem präzise operieren“.
Die Angaben beider Kriegsparteien lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Netanjahu ruft Iraner auf Farsi zum Aufstand auf
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die Bevölkerung in Iran in einer auf Farsi verbreiteten Videobotschaft zum Sturz der politischen Führung in Teheran aufgerufen. Die Ansprache wurde allem Anschein nach mit Künstlicher Intelligenz (KI) auf Farsi erstellt. „Bürger Irans, lasst euch diese Gelegenheit nicht entgehen“, sagte Netanjahu dort.
Er rief die Iraner auf, auf die Straße zu gehen, „um die Sache zu vollenden, um das Terrorregime zu stürzen, das euer Leben zur Hölle gemacht hat“. Netanjahu kündigte zudem an, Israel werde in den kommenden Tagen „Tausende Ziele des terroristischen Regimes“ angreifen, um die „Bedingungen für das mutige Volk Irans zu schaffen, sich von den Ketten der Tyrannei zu befreien“.
Netanjahu hatte bereits am Samstagabend in einer Ansprache auf Hebräisch einen ähnlichen Aufruf an die Iraner gerichtet. „Die Hilfe, auf die ihr gehofft habt. Diese Hilfe ist angekommen“, sagte er in der Videobotschaft weiter.
Ein Trio soll Iran vorübergehend führen
Nach der Tötung von Religionsführer Ayatollah Ali Chamenei soll vorübergehend ein dreiköpfiger Rat das Land führen. Die Verantwortung für die Übergangsphase sollen Präsident Massud Peseschkian, Justizchef Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi und der Geistliche Aliresa Arafi übernehmen. Das erklärte ein Berater des getöteten Chameneis, Mohammed Mochber, der Nachrichtenagentur Mehr zufolge. Auch die iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete darüber.
Das Trio soll die Aufgaben Chameneis übernehmen, bis der sogenannte Expertenrat, ein Gremium aus 88 einflussreichen Geistlichen, einen Nachfolger benennt. Laut der Verfassung müsse der Expertenrat umgehend einen neuen Führer bestimmen und vorstellen, sagte Mochber. Wer Chamenei nachfolgen könnte, ist unklar. Öffentlich hatte sich der Religionsführer dazu nicht geäußert. In den vergangenen Jahren war immer wieder dessen Sohn Modschtaba genannt worden, der bislang kaum in der Öffentlichkeit stand. Dem Staatsapparat dürfte es zudem schwerfallen, mitten im Krieg das Machtgefüge neu zu ordnen.
Iranische Vergeltungsschläge: Schäden in Tel Aviv und Arabischen Emiraten
Iran hat in der Nacht zum Sonntag und am Sonntagmorgen seine Vergeltungsschläge gegen Israel fortgesetzt. Mehrmals mussten die Einwohner wegen Luftalarms Schutzräume und Bunker aufsuchen. In Tel Aviv wurden bei einem Angriff 50 Gebäude beschädigt, wie die Zeitung Haaretz unter Berufung auf die Stadtverwaltung meldet. Mehr als 200 Anwohner seien in drei Hotels in Sicherheit gebracht worden. Zuvor hatten israelische Rettungsdienste 94 Verletzte in Zusammenhang mit dem Beschuss gemeldet. Bereits am Samstagabend war eine Frau bei einem iranischen Raketenangriff ums Leben gekommen.
In den Vereinigten Arabischen Emirate sind am Sonntag mehrere Menschen verletzt und mindestens einer durch iranische Angriffe getötet worden. Am Flughafen der Hauptstadt Abu Dhabi wurde dem Betreiber zufolge eine Person getötet und sieben weitere verletzt. Die Mitteilung wurde auf der Plattform X jedoch später gelöscht. Nach Angaben des Medienbüros von Abu Dhabi wurden eine Frau und ihr Kind leicht verletzt, als Trümmer einer abgefangenen Drohne die Fassade eines Gebäudes der Etihad Towers trafen. An dem Wahrzeichen der Stadt entstand geringer Sachschaden, hieß es weiter auf X. In Dubai wurden nach Angaben des Medienbüros der Stadt vier Menschen am internationalen Flughafen verletzt. Bei der Abwehr von Drohnenangriffen sind zwei weitere Menschen verletzt worden. Trümmerteile seien in die Höfe von zwei Wohnhäusern gefallen, teilte das Medienbüro mit. Fluggesellschaften stellten den Flugverkehr über dem Nahen Osten am Samstag weitgehend ein.
Auch in den arabischen Golfstaaten gab es am Sonntagmorgen erneut Explosionen. Augenzeugen in der katarischen Hauptstadt Doha zufolge waren am Morgen mehrere Knallgeräusche zu hören. Der katarische Nachrichtensender Al-Jazeera meldete mindestens elf Explosionen in Doha. In Manama, der Hauptstadt von Bahrain, wurden ebenfalls Explosionen gemeldet.
Das Militär der Vereinigten Arabischen Emirate hat seit Beginn der iranischen Gegenangriffe nach eigenen Angaben 132 ballistische Raketen und 195 Drohnen abgewehrt. Dies bestätige die hohe Einsatzbereitschaft der Luftabwehr, teilte das Verteidigungsministerium auf der Plattform X mit. Zudem seien fünf ballistische Raketen Irans ins Meer gefallen. Vierzehn Drohnen seien ebenfalls über Wasser oder an Land abgestürzt, wodurch es einige Schäden gegeben habe, teilte das Ministerium mit. Die Emirate verurteilten den Angriff auf das Schärfste.
Irans Präsident: Ermordung von Chamenei offene Kriegserklärung für Schiiten
Irans Präsident Massud Peseschkian hat die gezielte Tötung von Religionsführer Ali Chamenei als offene Kriegserklärung bezeichnet. Diese richte sich gegen alle Muslime, insbesondere aber gegen alle Schiiten weltweit.
Peseschkian erklärte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna: „Iran betrachtet die Vergeltung und Blutrache an den Tätern und Drahtziehern dieses Verbrechens als Pflicht und legitimes Recht.“ Chamenei sei ein „Märtyrer“, dessen Standhaftigkeit ihn in die Geschichtsbücher eingeschrieben habe.
Weltweit gibt es rund zwei Milliarden Muslime. Eine große Mehrheit von 85 bis 90 Prozent sind Sunniten. Schiiten machen mit rund 10 bis 15 Prozent die zweitgrößte Glaubensrichtung im Islam aus.
Neun Tote nach Auseinandersetzungen nahe US-Konsulat in Karachi - Proteste in Bagdad
In Pakistan sind bei Protesten vor einem US-Konsulat wegen des Tods des geistlichen Oberhaupts Irans, Ajatollah Ali Chamenei, neun Menschen ums Leben gekommen. Vor dem US-Konsulat in der pakistanischen Millionenstadt Karachi kam es der Polizei zufolge zu Zusammenstößen. Demonstranten hätten ein Fahrzeug in Brand gesetzt. Die Polizei habe sie zurückgedrängt.
„Wir haben mindestens neun Leichen erhalten“, bestätigte Jasso Ram, Sprecher des Zivilkrankenhauses von Karatschi, der Deutschen Presse-Agentur. Demnach könne die Zahl der Opfer noch steigen. Mehr als 25 Menschen, die bei den Zusammenstößen verletzt worden waren, würden behandelt. Der Leiter einer der größten Rettungsdienste der Stadt, Faisal Edhi, bestätigte, dass seine Organisation mindestens sieben Leichen ins Krankenhaus gebracht habe.
Aufnahmen in Netz sollen zeigen, wie Demonstranten mit Stöcken und Steinen Fenster einschlugen. Die Polizei setzte nach Behördenangaben Tränengas und Schlagstöcke ein. Demonstranten skandierten Parolen gegen die USA und marschierten in Richtung des Konsulatsviertels, wo sie versuchten, in das Gelände einzudringen, wie es hieß. Unterdessen verschärften die Behörden die Sicherheitsvorkehrungen in Pakistans Hauptstadt Islamabad. Straßen zur sogenannten Roten Zone mit Botschaften und wichtigen Regierungsgebäuden wurden gesperrt.
Demonstranten hatten in der irakischen Hauptstadt Bagdad versucht, in das streng gesicherte Regierungsviertel mit der US-Botschaft vorzudringen. Nach Angaben von Augenzeugen hatten sich am Eingang zur sogenannten Grünen Zone Hunderte Menschen zum Protest versammelt. Sicherheitskräfte lösten die Menge gewaltsam auf. Die Demonstranten versuchten demnach, die Sicherheitsbarrieren zu überwinden, um zur US-Botschaft innerhalb der Grünen Zone zu gelangen. Laut Augenzeugen setzten die Sicherheitskräfte Schlagstöcke, scharfe Munition, Tränengas und Wasserwerfer ein, um die Demonstranten auseinanderzutreiben.











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