München: Dominik Krause führt in Stichwahl – Dieter Reiter räumt Niederlage ein

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In der Stichwahl um den Posten des Münchner Oberbürgermeisters liegt Dominik Krause von den Grünen vorn. Nach Auszählung von 826 der 926 Wahlbezirke kam der 35-Jährige auf 56,5 Prozent der Stimmen, wie aus Daten des Wahlamts  der Stadt hervorging. Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) erreichte demnach nur 43,5 Prozent. Bei der Wahlparty der Grünen brandete Jubel auf, als die erste Tendenz bekannt wurde. Reiter gestand seine Niederlage bei einem kurzen Besuch in der SPD-Zentrale am Oberanger ein. Es sei der letzte Tag seiner politischen Karriere, sagte der 67-Jährige.

Dieter Reiter, der das Amt seit 2014 innehatte, galt lange als unangefochtener Favorit. Im ersten Wahlgang am 8. März lag er noch mit 35,6 Prozent der Stimmen vor Krause mit 29,5 Prozent. Falls sich das Ergebnis bestätigt, wird die bayerische Landeshauptstadt erstmals von einem Grünen geführt.

Während des Wahlkampfs wurde bekannt, dass Reiter schon seit Jahren Geld vom FC Bayern München für einen Posten in dessen Verwaltungsbeirat bekommen hatte und sich dies nicht – wie er es hätte tun müssen – vom Stadtrat genehmigen ließ. Vor allem wegen seines Umgangs damit geriet Reiter massiv in der Kritik. Nach großem öffentlichem Druck räumte er Fehler ein und trat vom Posten des Verwaltungsbeirates und auch von dem des Aufsichtsrates, den er gerade erst übernommen hatte, zurück. Reiter hatte einen komplett auf ihn zugeschnittenen Wahlkampf mit dem Slogan »München. Reiter. Passt« geführt. Der Grünenkandidat hatte deutlich mehr auf Inhalte wie den Kampf gegen Wohnungsnot und hohe Mieten gesetzt und für frischen Wind im Münchner Rathaus geworben.

Auch in anderen bayerischen Städten verlor die SPD die Kontrolle über die Rathäuser. In Erlangen, Aschaffenburg, Hof und Weiden gewannen Herausforderer von der CSU gegen sozialdemokratische Amtsinhaber. In Augsburg hingegen konnte Florian Freund gegen Oberbürgermeisterin Eva Weber nach 18 Jahren CSU-Führung das Rathaus für die SPD zurückgewinnen. In Schweinfurt gewann mit Ralf Hofmann sogar erstmals nach mehr als 30 Jahren ein SPD-Kandidat. In Nürnberg bleibt Marcus König von der CSU im Amt, er setzte sich mit 55,5 Prozent der Stimmen gegen Sozialdemokrat Nasser Ahmed durch.

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