Die schwarze Kamera am Bahnhof Minden war auch auf den Rangierbereich ausgerichtet, an ihr haftete ein Aufkleber der Deutschen Bahn – doch mit dem Unternehmen hatte sie wohl nichts zu tun. Eher zufällig fiel die in etwa fünf Metern Höhe an einer Laterne befestigte Kamera Ende September 2025 einem Mitarbeiter auf. Seitdem ist der Fund Thema bei den Sicherheitsbehörden.
Der im Raum stehende Verdacht wiegt schwer: Wurden mit der Kamera militärische Transportwege oder auch Waffenlieferungen in Richtung Ukraine ausspioniert? Der Bahnhof in Minden gilt als Drehscheibe für den Schutz der Nato-Ostflanke, zudem sitzt in Minden ein deutsch-britisches Brückenbau-Bataillon. Zuerst berichtete der WDR über den Fund.
Ein halbes Jahr nach dem Fund der frei verkäuflichen und internetfähigen Kamera kam es am Dienstag im etwa 50 Kilometer entfernten Detmold zu einer Durchsuchung in der Wohnung eines 43-jährigen Litauers, der seit mehreren Jahren in Deutschland lebt. Gegen ihn ermittelt die Staatsanwaltschaft Dortmund wegen »Agententätigkeit zu Sabotagezwecken«.
Wieso der Mann verdächtig ist und wie er in den Fokus der Behörden kam, wollte die zuständige Staatsanwaltschaft auf Nachfrage nicht erläutern. Bislang gebe es keinerlei Hinweise zu den Hintergründen und etwaigen Auftraggebern, so eine Sprecherin. Datenträger, die bei der Durchsuchung gefunden wurden, könnten weitere Anhaltspunkte liefern.
Der Litauer, der in Deutschland offenbar als LKW-Fahrer arbeitete, soll WDR-Informationen zufolge teilweise konspirativ vorgegangen sein. Den Recherchen zufolge wurde er vor der Durchsuchung wochenlang observiert, auch sein Telefon soll abgehört worden sein.

vor 2 Stunden
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