Mastercard investiert verstärkt in digitale Währungen. Am Dienstag gab das Unternehmen die geplante Übernahme von BVNK, einem führenden Anbieter von Stablecoin-Infrastruktur, bekannt. Der Deal hat ein Volumen von bis zu 1,8 Milliarden US-Dollar, darunter 300 Millionen US-Dollar an bedingten Zahlungen, so Mastercard in einer Mitteilung.
Der Kartenanbieter vergrößert mit dem Kauf des Londoner Stablecoin-Start-ups sein Engagement im Bereich blockchainbasierter Transaktionen. „Angesichts der zunehmenden regulatorischen Klarheit bezüglich digitaler Währungen in verschiedenen Regionen wollen Finanzinstitute und Fintechs ihren Kunden Zahlungsmöglichkeiten anbieten, die auf Stablecoins und tokenisierten Einlagen basieren“, schreibt Mastercard. Mit Stablecoins und tokenisierten Einlagen ließen sich grenzüberschreitende Überweisungen, Geschäftszahlungen und Auszahlungen mit Stablecoins durchführen, so Mastercard weiter. Diese digitalen Zahlungssysteme sind in der Regel schneller und kostengünstiger als traditionelle Kartenzahlungen und ein schnell wachsender Markt. Der Finanzdienstleister geht davon aus, dass die Akzeptanz von Stablecoins in der gesamten Finanzbranche zunehmen wird.
Zahlungsabwicklung zwischen Fiat- und Digitalwährungen
„Mit der Ausgabe verschiedener digitaler Währungen und tokenisierter Einlagen sowie deren zunehmender Verbreitung steigt auch der Bedarf an einer hochsicheren und konformen Zahlungsabwicklung zwischen Fiat- und digitalen Währungen über verschiedene Blockchains hinweg. Die Kombination der Kompetenzen von BVNK und Mastercard ermöglicht eine vertrauenswürdige Interoperabilität in großem Umfang und eine nahtlose systemübergreifende Anbindung“, heißt es in der Mastercard-Mitteilung.
BVNK wurde 2021 gegründet und ist auf Infrastrukturen zur Verbindung von Fiat- und Stablecoins spezialisiert. Die BVNK-Plattform ermöglicht ihren Kunden das Senden und Empfangen von Zahlungen in allen wichtigen Blockchain-Netzwerken in über 130 Ländern.
„BVNK hat die letzten Jahre nicht nur die Technologie entwickelt, sondern auch Lizenzen in verschiedenen Regionen erworben“, sagte Jorn Lambert, Chief Product Officer von Mastercard, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Laut Lambert würde der interne Aufbau einer vergleichbaren Lösung „sehr viel Zeit in Anspruch nehmen“. Die Übernahme ermögliche Mastercard einen deutlich schnelleren Markteintritt. Sie soll vor Ende des Jahres abgeschlossen werden, muss aber noch von den Aufsichtsbehörden genehmigt werden.
(akn)









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