Militärstandorte: Feldlager der Bundeswehr in Jordanien und im Irak angegriffen

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Im Irak und in Jordanien wurden Standorte getroffen, an denen deutsche Soldaten stationiert sind. Sie waren laut Führungskommando nicht unmittelbares Ziel der Angriffe.

1. März 2026, 23:56 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa,

 Am internationalen Flughafen von Erbil im Nordirak führten am Wochenende Luftabwehrsysteme Abfangoperationen durch.
Am internationalen Flughafen von Erbil im Nordirak führten am Wochenende Luftabwehrsysteme Abfangoperationen durch. © Ismael Adnan/​dpa

In Nahost sind nach Angaben der Bundeswehr Militärstandorte ins Visier geraten, an denen auch deutsche Soldaten stationiert sind. Am Samstag und Sonntag seien nach der Eskalation zwischen den USA, Israel und dem Iran multinational genutzte Standorte in Erbil im Nordirak und Al-Asrak in Jordanien angegriffen worden, bestätigte das Operative Führungskommando in Berlin. Erbil ist die Hauptstadt der Autonomen Region Kurdistan im Nordirak. Die Stadt verfügt über einen internationalen Flughafen und gilt als strategisch wichtiger Standort. Die Soldaten dort befänden sich in Schutzbauten in Sicherheit und seien wohlauf. An beiden Standorten seien Luftverteidigungsmaßnahmen durchgeführt worden.

"Die deutschen Soldaten waren offensichtlich nicht unmittelbares Ziel", sagte ein Sprecher des Operativen Führungskommandos. Zuerst hatte der Spiegel berichtet, eine multinationale Militärbasis im Nordirak sei angegriffen worden. Laut der Bild-Zeitung bekannte die proiranische irakische Miliz Saraya Awliya al-Dam sich zu dem Angriff in der Nähe des Flughafens Erbil. Der Sprecher des Operativen Führungskommandos machte jedoch keine Angaben dazu, von wem die Angriffe ausgingen. 

Bereits seit Samstagmorgen war ein Lager der Bundeswehr in al-Azraq im Osten Jordaniens angegriffen worden. Auch dort hielt sich die Mehrheit der Soldaten während der Angriffe in Schutzräumen auf, wie die Welt unter Berufung auf einen Bundeswehrsprecher berichtete.

Seit den US-amerikanisch-israelischen Angriffen auf den Iran führt das Land Gegenschläge durch, die auch US-Stützpunkte in der Region treffen. Außerdem haben proiranische Milizen im Irak Angriffe auf "gegnerische" Stützpunkte im Irak und in der Region für sich reklamiert.

Personal war vorab reduziert worden

Nach Angaben des Operativen Führungskommandos wurde im deutschen Kontingent kein für Einsätze wichtiges Material beschädigt. Angesichts zunehmender Spannungen in der Region sei bereits in den vergangenen Wochen vorsorglich Personal abgezogen worden, das derzeit nicht dringend für die Mission gebraucht werde.

Die Bundeswehr beteiligt sich im Irak und in Jordanien an Einsätzen einer internationalen Koalition, die ein Wiedererstarken der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) verhindern sollen.

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