Die Idee, den Verkehr auf der sogenannten letzten Meile durch geteilte Mikromobilität zu entlasten, kam erst mit deren Elektrifizierung richtig in Gang. Zu den Sharing-Bikes, elektrifiziert oder nicht, kamen später öffentliche Tretroller, von Beginn an meist Elektrokleinstfahrzeuge. Gewinner der Idee sind heute Firmen, die ihr Geschäft mit diesen Gefährten machen. Das ist angesichts ihrer schieren Masse in den Innenstädten offensichtlich und führte schon zu deutlichen Regulierungsansätzen vorwiegend in Städten mit starkem Tourismus. Prag verhängte Abstellregelungen, in Madrid, Paris und Gelsenkirchen sind die Innenstädte rollerfrei, Florenz lässt seine Innenstadt ab 1. April räumen.
Mikromobile zunehmend in Privatbesitz
Das ursprüngliche Sharing-Konzept hat allerdings nicht zu einem kompletten Umstieg auf die öffentlichen Roller geführt. Man kann solche Fahrzeuge auch privat erwerben und wie das deutsche Statistikamt „Destatis“ heute mitteilt, befinden sich immerhin bereits 1,4 Millionen dieser Mikromobile in Privatbesitz. Der Zuwachs verläuft offenbar gerade steil: Nach den Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) waren vor drei Jahren erst 990.000 Elektrotretroller in Deutschland versichert, 2022 waren es nur rund 790.000 Stück. Laut der heute veröffentlichten Zahlen von Destatis verfügen 2,9 Prozent der mehr als 40,8 Millionen Haushalte in Deutschland über mindestens einen führerscheinfreien E-Tretroller.
Die E-Mobilität verzeichnet inzwischen insgesamt solide Zuwächse mit E-Autos, Plug-in-Hybriden und E-Bikes. Der Trend zum Pedelec ist in keinem anderen Land in Europa so kräftig wie in Deutschland. Mitte vergangenen Jahres waren laut einer Marktanalyse der Unternehmensberatung EY in Deutschland 54 Prozent der verkauften Fahrräder E-Bikes. Im Privaten dominieren damit noch ganz klar die führerscheinfreien E-Bikes. 2023 waren mit 12,2 Millionen Stück fast neunmal so viele Pedelecs wie E-Scooter in Privathaushalten vorhanden. 20,6 Prozent der Haushalte gaben an, mindestens ein solches E-Bike zu besitzen. Innerhalb von fünf Jahren habe sich ihre Zahl von 3,8 Millionen E-Bikes 2018 etwa verdreifacht, schreibt Destatis.
Doch selbst das scheint nicht das Ende der Fahnenstange zu sein. Wie das Statistikamt herausgefunden hat, ist bei Fahrzeugen „längst nicht mehr nur die ehemals gemeinschaftliche Nutzung (ein Gerät/Fahrzeug pro Haushalt) vorzufinden, sondern zunehmend der individuelle Besitz“. Die Tendenz zum E-Roller wird wohl noch eine ganze Zeit anhalten.
(fpi)










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