Von einem »weltweiten Versagen« spricht die Internationale Organisation für Migration. Im vergangenen Jahr starben Tausende Menschen auf den globalen Fluchtrouten.
Aktualisiert am 21. April 2026, 15:24 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP, KNA, Reuters, tlf
Im vergangenen Jahr sind mindestens 7.900 Menschen auf den weltweiten Fluchtrouten gestorben. Zusätzlich gelten 1.500 Menschen als verschollen, wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) mitteilte. Am gefährlichsten waren die Seewege nach Europa, auf die vier von zehn Todesfällen entfielen. Die IOM kritisierte ein fortgesetztes »weltweites Versagen« und forderte, diesen »vermeidbaren Todesfällen ein Ende zu setzen«. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sinkt die Todeszahl leicht, im Jahr 2024 gab es mit knapp 9.000 toten Menschen einen Höchststand.
Die UN-Organisation dokumentierte damit seit Start der Datenerfassung 2014 insgesamt über 82.000 Menschen, die auf einer Fluchtroute starben. Regional entwickelte sich die Nutzung verschiedener Fluchtrouten unterschiedlich: Während auf dem amerikanischen Doppelkontinent die Migrationsbewegungen nach Norden im Vergleich mit 2024 einbrachen, nahmen die Fahrten von Ostafrika nach Süden zu. Ein regionaler Schwerpunkt bildete die Flucht der muslimischen Rohingya-Minderheit aus Myanmar oder überfüllten Lagern in Bangladesch. Dort verzeichnete die IOM eine Rekordzahl an Toten. Insgesamt sind laut Bericht die Fluchtrouten länger und riskanter geworden und auf einen größeren geografischen Raum verteilt.
Die tatsächliche Zahl an Todesfällen auf den weltweiten Migrationsrouten liegt laut Bericht vermutlich deutlich höher. Viele der weltweiten Todesfälle würden nicht dokumentiert werden. Die IOM forderte erneut sichere und reguläre Migrationsrouten. Effektivere Such- und Rettungseinsätze seien nötig, um den »Tod von Migranten zu beenden und den komplexen Bedürfnissen der zurückgelassenen Familien gerecht zu werden«.

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