Zukunft der Arbeit Die KI schaut jetzt jedem Mitarbeiter bei Meta über die Schulter
Damit Künstliche Intelligenz Büroarbeiten künftig besser erledigen kann, registriert die KI, was die Angestellten den ganzen Tag über machen. Gründer Mark Zuckerberg treibt die KI-Integration so ins Extrem.
22.04.2026, 11.44 Uhr
Meta-Logo auf einer Messe: Der Umbau zum KI-Konzern wird vorangetrieben – mithilfe von KI
Foto: NurPhoto / Getty ImagesMeta installiert auf den Computern seiner Mitarbeiter in den USA eine neue Tracking-Software. Sie soll Mausbewegungen, Klicks und Tastenanschläge erfassen. Die so gewonnenen Daten sollen verwendet werden, um eine künstlichen Intelligenz (KI) zu trainieren. Dies ist Teil einer umfassenden Initiative zum Aufbau von KI-Agenten, die Arbeitsaufgaben autonom ausführen können, teilte das Unternehmen seinen Mitarbeitern in internen Memos mit, über die die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.
Bisher haben die Softwareagenten noch Probleme, bestimmte Interaktionen von Menschen mit Computern nachzubilden. Dazu gehört etwa die Nutzung von Tastaturkürzeln und die Auswahl von Menüpunkten in Dropdown-Menüs. Um diese Probleme zu lösen, soll die Software den Konzernmitarbeitern über die Schulter schauen.
Das Tool als »Model Capability Initiative« (MCI) bezeichnete Tool soll laut den Memos regelmäßig Screenshots von den Inhalten auf den Bildschirmen der Mitarbeiter erstellen. »Alle Meta-Mitarbeiter können dazu beitragen, unsere Modelle zu verbessern, indem sie einfach ihre tägliche Arbeit verrichten«, heißt es.
Der Mutterkonzern von Facebook und Instagram treibt die Integration von KI in Arbeitsabläufe sowie den Umbau seiner Belegschaft im Hinblick auf diese Technologie entschlossen voran. Das Unternehmen argumentiert mit Effizienzsteigerungen.
KI kopiert Büroarbeit
Meta-CTO Andrew Bosworth teilte den Mitarbeitern in einem separaten Memo, das am Montag veröffentlicht wurde, mit, dass das Unternehmen die interne Datenerfassung im Rahmen der Initiative »Agent Transformation Accelerator« (ATA) verstärken werde.
»Wenn wir Agenten entwickeln wollen, die Menschen bei alltäglichen Aufgaben am Computer unterstützen, benötigen unsere Modelle dafür reale Beispiele, wie Menschen diese Arbeiten durchführen«, erklärte Stone. »Die Vision, auf die wir hinarbeiten, ist eine, in der in erster Linie unsere Agenten die Arbeit erledigen und unsere Rolle darin besteht, sie anzuleiten, zu überprüfen und ihnen zu helfen, sich zu verbessern«, sagte Bosworth. Meta-Sprecher Andy Stone bestätigte, dass die über MCI erfassten Daten zum KI-Training verwendet werden.
Die Überwachung soll sich laut den Memos auf arbeitsbezogene Apps und Websites beschränken. Zudem sollen die Daten nicht zur Leistungsbewertung verwendet werden. Intern hat Meta seine Mitarbeiter dazu angehalten, KI-Agenten für eine Vielzahl von Aufgaben, wie etwa das Programmieren einzusetzen, auch wenn die Software zunächst mehr Arbeit verursache.
KI-Anbieter setzen große Hoffnung auf KI-Agenten. Die Softwarewerkzeuge sollen mit begrenzter menschlicher Aufsicht komplexe Aufgaben bewältigen, etwa Apps entwickeln und große Datenmengen analysieren können. An der Börse löste diese Entwicklung einen Ausverkauf von Aktien traditioneller Softwareunternehmen aus. Für den Fall, dass sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter künftig tatsächlich durch solche Agenten ersetzen lassen, planen Führungskräfte in manchen Unternehmen bereits umfangreiche Stellenstreichungen.
Der künstliche Zuckerberg
Meta plant, ab dem 20. Mai weltweit zehn Prozent seiner Belegschaft zu entlassen, und erwägt, im Laufe dieses Jahres weitere umfangreiche Kürzungen durchzuführen. Amazon hat in den vergangenen Monaten ebenfalls 30.000 Mitarbeiter abgebaut, was fast zehn Prozent seiner Belegschaft entspricht, während das Fintech-Unternehmen Block im Februar fast die Hälfte seiner Mitarbeiter entlassen hat.
Laut aktuellen Medienberichten geht Konzerngründer Mark Zuckerberg mit seinen Bemühungen, KI in den eigenen Arbeitsalltag einzubeziehen, besonders weit. Laut der »Financial Times« arbeitet sein Konzern an einem Avatar des Milliardärs, der künftig mit Angestellten interagieren und dabei Mimik und Stimme des Multimilliardärs kopieren, sowie dessen Argumentationsmuster nachahmen soll. Im Gegenzug setzt der 41-Jährige laut dem »Wall Street Journal« immer mehr auf KI-Agenten, um sich über den Zustand seines Konzerns zu informieren und wichtige Entscheidungen vorzubereiten.

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