Melania Trump Film über die First Lady: »Melania« spaltet Kritik und Publikum wie kein Film zuvor

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Gerade lässt sich der kulturelle Graben, der die USA durchzieht, sogar auf einem Filmbewertungsportal besichtigen. Rotten Tomatoes findet seit Jahren enorme Beachtung; die Seite sammelt und gewichtet Filmkritiken, sowohl von professionellen Kritikern als auch von Zuschauern. Der sogenannte Dokumentarfilm »Melania«  – eigentlich ein polierter Werbefilm für die First Lady – spaltet die Meinungen  nun wie kein Film zuvor.

Aufseiten der Kritik hagelt es Verrisse: nur 4 von 50 Besprechungen sind positiv, also ganze acht Prozent. Ein in dieser Eindeutigkeit niederschmetterndes Ergebnis. Beim Publikum sieht es genau andersherum aus, dort schlägt das von Rotten Tomatoes so genannte Popcornmeter ganz nach oben aus: 99 Prozent der Zuschauer äußern sich positiv. Die Seite weist allerdings nicht aus, wie viele Menschen konkret teilgenommen haben, über 1000 sollen es sein.

Eine derartige Spreizung der Beurteilung zwischen Presse und Publikum gab es in der Geschichte von Rotten Tomatoes noch nie, bestätigte eine Sprecherin  dem Branchenblatt »Hollywood Reporter«. Die 99 Prozent Zustimmung lassen zwar an Jubelwahlen in unfreien Ländern denken, aber die Sprecherin betonte, es habe keinerlei Manipulationen gegeben. Es handle sich um verifizierte Meinungsäußerungen, bei denen überprüft worden sei, dass die Teilnehmer ein Ticket für den Film gekauft haben.

Tatsächlich ist die Spaltung bemerkenswert, aber nicht überraschend. Wer sich entscheidet, »Melania« im Kino zu sehen, dürfte kaum ein MAGA-Gegner sein. Auch wenn der Film global vermarktet wurde, war seine Zielgruppe spitz.

Wahnwitzige Summen für eine »Dokumentation«

Unter diesen Gesichtspunkten müssen die über zehn Millionen Dollar, die der Film an den amerikanischen Kinokassen einspielte, als Erfolg gewertet werden. Allerdings ist es noch ein weiter Weg, um die 40 Millionen Dollar, die der Film gekostet haben soll, wieder einzuspielen – zumal 35 Millionen für das Marketing dazugekommen sein sollen. Für einen »Dokumentarfilm« sind das wahnwitzige Summen. International reichte es trotzdem nur zu 160.000 Dollar, also einem Hauch von Nichts. Auch die Spaltung im Einspielergebnis spricht eine klare Sprache.

Interessant ist die absolute Unvereinbarkeit der Eindrücke, die »Melania« bei Kritikern und Publikum auf Rotten Tomatoes hinterlassen hat. Der Kritiker des »Globe and Mail« schreibt geradezu angeekelt: »Ratner (Brett Ratner, der Regisseur des Films, Anm. der Redaktion) hat versehentlich die ultimative Chronik der Maßlosigkeit und Gier des 21. Jahrhunderts geliefert, eine Welt voller beiläufiger, aber dennoch immenser Grausamkeit, überzogen von Schweiß und Goldglitter.«

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