DNA-Analysen Was große Steingräber über Sex in der Steinzeit verraten
Ein Forschungsteam hat Knochen aus sechs Megalith-Gräbern untersucht und dabei einiges über Familie und Mobilität in der Vorzeit gelernt. Manche der genetischen Erkenntnisse allerdings geben Rätsel auf.
21.05.2026, 21.20 Uhr
Megalithanlage »Lübbensteine« bei Helmstedt: »Substanzieller Kontakt zwischen den einzelnen megalithischen Gemeinschaften«
Foto: imageBROKER / Norbert Neetz / IMAGOSie können den Artikel leider nicht mehr aufrufen. Der Link, der Ihnen geschickt wurde, ist entweder älter als 30 Tage oder der Artikel wurde bereits 10 Mal geöffnet.
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Es gibt weltweit nur wenige prähistorische Monumente, die so bekannt sind wie Stonehenge. Der Steinkreis in der südenglischen Grafschaft Wiltshire, der als Kult-Anlage und Begräbnisort diente, wurde vor etwa 4500 Jahren errichtet und besteht unter anderem aus sieben Meter hohen Sandsteinblöcken. Die Steine, von denen einige weit über 20 Tonnen wiegen, wurden teilweise über weite Strecken herangeschafft und dann aufgerichtet: eine Leistung, die zu den größten Mysterien der Weltgeschichte zählt.
Doch so einzigartig Stonehenge mit Blick auf seine Ausmaße und den dahinter stehenden Aufwand sein mag – die Idee, tonnenschwere Sandsteine oder Findlinge kilometerweit zu befördern und zum Bau von Ritualanlagen oder Grabstätten zu nutzen, war damals alles andere als neu und einzigartig. Tatsächlich brachte die sogenannte europäische Megalithkultur schon zuvor Hunderte, wenn nicht gar Tausende ähnlicher, allerdings kleinerer Kultanlagen und Gräber hervor, viele davon in Deutschland. Ein Team um den Biochemiker und Archäologen Ben Krause-Kyora von der Christian-Albrecht-Universität in Kiel hat einige der darin gefundenen menschlichen Knochen genau untersucht – und dabei etliche überraschende Entdeckungen gemacht, die von Sex und Familiengründung in der Steinzeit erzählen.
225 Kilometer zwischen Vater und Sohn
Die Forschenden, deren Arbeit jetzt im Magazin »Science« veröffentlicht wurde, nahmen sich Überreste von insgesamt 203 Menschen aus sechs megalithischen Gräbern aus dem vierten Jahrtausend vor Christus vor. Es handelt sich dabei um die Anlagen von Altendorf, Niedertiefenbach und Züschen in Hessen, Sorsum in Niedersachsen sowie Rimbeck und Warburg in Nordrhein-Westfalen, die jeweils Platz für zahlreiche Tote boten und von bäuerlichen Gemeinschaften betrieben wurden.
Wie das Forschungsteam durch Gen-Analysen herausfand, waren die Menschen an den sechs Orten teils miteinander verwandt. »Alles deutet auf einen substanziellen Kontakt zwischen den einzelnen megalithischen Gemeinschaften hin«, sagt Krause-Kyora. So lagen in der Anlage von Sorsum beim heutigen Hildesheim die Überreste eines Jugendlichen, dessen Vater im Grab von Niedertiefenbach bei Limburg an der Lahn bestattet worden war. Ein Fall, wie ihn die Steinzeitforschung bisher nicht kannte.
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