Lufthansa: Piloten streiken am Montag und Dienstag

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Arbeitskampf bei der Lufthansa-Gruppe: Das Cockpitpersonal der Fluggesellschaft ist für den Wochenanfang zum Streik aufgerufen. Mit Einschränkungen im Reiseverkehr ist zu rechnen.

11.04.2026, 16.39 Uhr

Lufthansa-Flugzeuge am Boden
Lufthansa-Flugzeuge am Boden

Lufthansa-Flugzeuge am Boden

Foto: Ronald Wittek / EPA

Die Pilotinnen und Piloten der deutschen Lufthansa-Gruppe sind an diesem Montag und Dienstag zu Streiks aufgerufen. Der Ausstand ist von Montag 00.01 Uhr bis Dienstag 23.59 Uhr vorgesehen, wie die Vereinigung Cockpit am Samstag mitteilte.

Zum Streik aufgerufen sind die VC-Mitglieder bei der Deutschen Lufthansa AG, der Lufthansa Cargo AG, der Lufthansa Cityline GmbH sowie der Eurowings GmbH.

»Die Vereinigung Cockpit sieht sich zu diesem Schritt gezwungen, nachdem die Arbeitgeberseite in mehreren Tarifkonflikten keinen erkennbaren Willen zu einer Lösung zeigt«, sagte VC-Präsident Andreas Pinheiro. »Trotz eines bewussten Verzichts auf Streikmaßnahmen über die Osterfeiertage blieben ernst zu nehmende Angebote aus. In dieser Zeit gab es weder eine Reaktion noch erkennbare Gesprächsbereitschaft seitens der Arbeitgeber.«

Parkende Flugzeuge am Münchner Flughafen (am 27. Februar bei einem Ver.di-Warnstreik)

Parkende Flugzeuge am Münchner Flughafen (am 27. Februar bei einem Ver.di-Warnstreik)

Foto: Eibner-Pressefoto / Ardan Fuessman / picture alliance

Nach VC-Angaben liegt weder bei Lufthansa und Lufthansa Cargo ein Angebot zur betrieblichen Altersversorgung vor, noch gibt es bei Lufthansa Cityline ein tragfähiges Angebot für einen neuen Vergütungstarifvertrag. Bei Eurowings sei das vorgelegte Angebot zur betrieblichen Altersversorgung inakzeptabel und bewege sich »auf einem derart niedrigen Niveau, dass es diesen Namen kaum verdient«.

VC betonte, man sei weiterhin gesprächsbereit. »Die Arbeitgeberseite hat jederzeit die Möglichkeit, den Streik abzuwenden, indem sie verhandlungsfähige Angebote vorlegt«, erklärte Pinheiro. »Ein Streik ist immer das letzte Mittel, um Bewegung in gescheiterte Verhandlungen zu bringen. Wir hätten sehr gerne darauf verzichtet – insbesondere vor dem Hintergrund der Belastungen für unsere Passagiere sowie für die Kolleginnen und Kollegen am Boden. Die Verantwortung hierfür liegt jedoch bei der Arbeitgeberseite«, so Pinheiro.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation im Nahen Osten sind Flüge von Lufthansa und Lufthansa Cityline aus Deutschland zu folgenden Destinationen vom Streik nach Konzernangaben ausgenommen: Aserbaidschan, Ägypten, Bahrain, Irak, Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate. Bei Eurowings werden alle Flüge bestreikt, die im Streikfenster von deutschen Flughäfen starten.

Am Freitag hatte bereits ein Streik der Kabinengewerkschaft Ufo zu Hunderten Flugausfällen bei Deutschlands größter Fluggesellschaft geführt. Die Pilotengewerkschaft ​rief ‌ihre Mitglieder auf, sich an ‌einer ​für Mittwoch geplanten Kundgebung der Flugbegleitergewerkschaft Ufo am Frankfurter ​Flughafen ⁠ebenfalls zu beteiligen.

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