Viele Angaben stammen von Konfliktparteien und lassen sich teilweise nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Straße von Hormus: Merz will Iran Sanktionslockerungen anbieten
Hisbollah: Verlängerung von Waffenruhe in Libanon bedeutungslos
Trump verkündet Verlängerung der Waffenruhe in Libanon um drei Wochen
Agentur: Luftabwehrsysteme in Teheran aktiviert
Trump befiehlt Beschuss von Minenlegern in der Straße von Hormus
Irans Außenminister sowie US-Vertreter reisen nach Pakistan
Irans Außenminister Abbas Araghtschi wird am Abend zu Gesprächen in Pakistan erwartet. Dort soll er nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna mit Vertretern Pakistans sprechen, die im Konflikt zwischen den USA und Iran vermitteln. Treffen mit US-Vertretern seien nicht geplant, erfuhr die dpa aus pakistanischen Sicherheitskreisen.
Araghtschi soll demnach mit den Vermittlern einen Gegenvorschlag in den Verhandlungen mit den USA besprechen. Dazu treffe er den pakistanischen Armeechef, Feldmarschall Asim Munir, Premierminister Shehbaz Sharif und seinen pakistanischen Amtskollegen, Ishaq Dar. Im Anschluss daran reise der iranische Chefdiplomat weiter in die omanische Hauptstadt Maskat und danach nach Moskau, hieß es im Irna-Bericht weiter. Im Mittelpunkt der Reise stehen demnach Konsultationen zur aktuellen Lage im Konflikt mit den USA und Israel.
Unter Berufung auf zwei US-Regierungsvertreter berichtete der Sender CNN unterdessen, dass US-Präsident Donald Trump den Sonderbeauftragten Steve Witkoff und seinen Schwiegersohn Jared Kushner zu direkten Gesprächen mit Araghtschi nach Pakistan schickt. Ob doch ein Treffen stattfinden wird, ist somit noch unklar.
Kurz vor US-Präsident Donald Trumps einseitiger Verlängerung der Waffenruhe am Dienstag hatte Iran einer weiteren Verhandlungsrunde in dieser Woche eine Absage erteilt. Verhandler der Kriegsparteien waren vor knapp zwei Wochen in Pakistans Hauptstadt Islamabad zu ersten Gesprächen zusammengekommen. Diese endeten ohne Ergebnis.
Israelischer Angriff in Gaza-Stadt gemeldet
Bei einem israelischen Angriff in Gaza-Stadt werden nach Angaben palästinensischer Sanitäter mindestens drei Menschen getötet. Der Beschuss traf demnach ein belebtes Viertel in der Nähe einer Bank, die von örtlichen Polizisten bewacht wird. Das Innenministerium im Gazastreifen teilte mit, bei dem Vorfall seien zwei Polizisten getötet und zwei weitere verletzt worden. Das israelische Militär äußerte sich bislang nicht.
Straße von Hormus: Merz will Iran Sanktionslockerungen anbieten
Die EU erwägt wegen der Blockade der Straße von Hormus und dem Druck der massiv gestiegenen Energiepreise jetzt auch mögliche Zugeständnisse an Iran. Bundeskanzler Merz reiste zum informellen zweitägigen EU-Gipfel in Zypern mit einem entsprechenden Vorstoß der Bundesregierung an. Er sieht vor, Iran eine schrittweise Lockerung von Sanktionen anzubieten, wenn eine umfassende Übereinkunft zur Freigabe der Straße von Hormus erzielt werden kann, wie aus einer Erklärung der Bundesregierung hervorging.
Eine Lockerung von Sanktionen wäre ein großes Zugeständnis, vor allem, da die EU ihre Strafmaßnahmen gegen Iran nach der brutalen Niederschlagung von Protesten Anfang des Jahres noch einmal verschärft hatte. Dabei waren Schätzungen zufolge mehr als 17.000 Menschen getötet worden. Damals hatte Iran allerdings die Straße von Hormus noch nicht blockiert. Dieser Schritt erfolgte erst nach dem Ausbruch des Iran-Krieges, den die USA und Israel Ende Februar mit Angriffen gegen die Islamische Republik begonnen hatten.
Wie es mit dem Vorstoß der Bundesregierung weitergeht, blieb am Freitag zunächst unklar. Denkbar ist, dass er nun von den USA genutzt wird, um Iran zu weiteren Verhandlungen zu bewegen, denn auch US-Präsident Trump hatte zuletzt Iran Sanktionslockerungen in Aussicht gestellt, sollte die Straße von Hormus freigegeben werden und Friedensverhandlungen stattfinden. Er will allerdings auch erreichen, dass Iran langfristig auf Nuklearaktivitäten verzichtet, die zum Bau einer Atombombe genutzt werden können.
Zum Abschluss des informellen Gipfels trafen sich Merz und die anderen EU-Spitzen auch noch mit den Präsidenten von Ägypten, Libanon und Syrien sowie Jordaniens Kronprinz. Mit ihnen sollen Deeskalationsbemühungen eng abgestimmt werden.
Was neben möglicher Sanktionslockerungen für Iran auf dem EU-Gipfel in Zypern besprochen wurde, lesen Sie hier:
Israel ruft zu Evakuierung eines südlibanesischen Dorfs auf
Das israelische Militär hat zur sofortigen Evakuierung des südlibanesischen Dorfs Deir Aames aufgerufen. Einwohner sollen sich mindestens einen Kilometer von dem Ort entfernen. Deir Aaames liegt nördlich der von Israel selbst deklarierten „Sicherheitszone“. Die israelischen Streitkräfte planten dort dennoch Angriffe, da die Hisbollah-Miliz von der Ortschaft aus operiere, hieß es zur Begründung. Das Militär legte keine Beweise vor. Erst am Donnerstag hatten sich Israel und Libanon darauf verständigt, ihre Feuerpause um drei Wochen zu verlängern.
Hisbollah: Verlängerung von Waffenruhe in Libanon bedeutungslos
Laut dem Hisbollah-Abgeordneten Ali Fajjad ist die Waffenruhe in Libanon angesichts anhaltender Angriffe Israels bedeutungslos. Die von Iran unterstützte Miliz habe das Recht, auf israelische Angriffe zu reagieren, sagte Fajjad.
Es ist die erste Stellungnahme der Hisbollah auf die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Verlängerung der Feuerpause um drei Wochen.
Libanon: „Können nicht mit Pufferzone leben"
Libanons Ministerpräsident Nawaf Salam drängte die US-Regierung, den Druck auf Israel mit Blick auf dessen Bodentruppen in Südlibanon zu erhöhen. Libanon könne keinerlei Abkommen unterzeichnen, das keinen „vollständigen Abzug“ der israelischen Truppen beinhalte, sagte Salam der Washington Post. Man könne „nicht mit einer sogenannten Pufferzone leben“, bei der Anwohner nicht in ihre Häuser im Süden zurückkehren könnten.
Israel spricht von einer „Sicherheitszone“, die Nordisrael vor Hisbollah-Angriffen schützen soll. Dieses etwa zehn Kilometer breite Gebiet soll nach Worten Netanjahus vom Mittelmeer bis zur syrischen Grenze reichen. Kritiker sprechen von einer illegalen Besatzung und möglichen Kriegsverbrechen. So hat Israels Armee im Süden Brücken und Straßen, nach israelischen Berichten aber auch Häuser systematisch mit Bulldozern zerstört.
Trump verkündet Verlängerung der Waffenruhe in Libanon um drei Wochen
Die aktuell geltende Waffenruhe zwischen der proiranischen Hisbollah-Miliz in Libanon und Israel soll nach Angaben von US-Präsident Donald Trump um drei Wochen verlängert werden. Das teilte er nach einem Treffen von Vertretern der verfeindeten Nachbarländer Israel und Libanon im Weißen Haus auf seiner Plattform Truth Social mit. Die derzeit geltende, zehntägige Waffenruhe wäre ohne eine Verlängerung am späten Sonntagabend ausgelaufen. Die Hisbollah-Miliz äußerte sich zunächst nicht dazu.
„Die Vereinigten Staaten werden mit Libanon zusammenarbeiten, um ihm dabei zu helfen, sich vor der Hisbollah zu schützen“, sagte Trump. Ins Auge nehme er dabei auch die Finanzierung der Miliz durch Iran, sagte er auf eine Reporterfrage. Solange Iran die Hisbollah finanziere, werde es keine Vereinbarung im Iran-Krieg geben. „Das ist ein Muss“, sagte Trump.
Zudem werde er in naher Zukunft den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und den libanesischen Präsidenten Joseph Aoun empfangen. Er plane, das Treffen noch während der verlängerten Waffenruhe stattfinden zu lassen. Das vorangegangene Treffen im Weißen Haus nannte Trump historisch.
Auf die Frage eines Reporters, wie lang er bereit sei, auf ein langfristiges Friedensabkommen mit Iran zu warten, sagte Trump, er könne zwar „sofort“ ein Abkommen schließen. „Aber das möchte ich nicht. Ich möchte, dass es von Dauer ist.“ Trump sagt zudem, Iran habe während des zweiwöchigen Waffenstillstands vielleicht „ein wenig“ seine Waffenvorräte aufgefüllt. Die USA könnten dies in etwa einem Tag aber wieder ausschalten. Auch werde er in dem Krieg keine Atomwaffe einsetzen. „Nein, ich würde sie nicht einsetzen. Eine Atomwaffe sollte niemals von irgendjemandem eingesetzt werden dürfen“, sagt er auf eine entsprechende Frage.
Die USA und Israel hatten mit Angriffen auf Iran Ende Februar den Krieg begonnen. Ursprünglich hatte Trump gesagt, der Konflikt werde vier Wochen „oder weniger“ dauern.
Agentur: Luftabwehrsysteme in Teheran aktiviert
Die iranische Nachrichtenagentur Mehr berichtet, in Teilen der Hauptstadt Teheran seien Luftabwehrsysteme zu hören. Diese gingen gegen "feindliche Ziele" vor. Zuvor hatte die Agentur Nour News berichtet, in Teheran seien Luftabwehrsysteme aktiviert worden. Die iranische Agentur Fars zitiert einen ihrer Reporter mit den Worten, die Aktivierung der Luftabwehr sei darauf zurückzuführen, dass an verschiedenen Orten in Iran kleine Drohnen am Himmel entdeckt worden seien.
Israel ist laut Aussage von Verteidigungsminister Israel Katz „bereit, den Krieg gegen Iran wieder aufzunehmen“. Israel warte auf grünes Licht aus den USA, sagte er nach Angaben seines Büros vom Abend bei einer Lagebeurteilung. Die Ziele seien bereits festgelegt. Es gehe vor allem darum, „die Chamenei-Dynastie“ endgültig zu zerschlagen, wichtige Energie- und Stromanlagen sowie die nationale wirtschaftliche Infrastruktur zu zerstören. Katz sprach davon, Iran „in die Steinzeit“ zurückzuversetzen.
Am Ölmarkt zogen die Preise an. Zuletzt hatten manche Beobachter spekuliert, die USA könnten ungeachtet der Feuerpause einen Überraschungsangriff auf Iran starten.
Das US-Militär gibt bekannt, dass ein dritter Flugzeugträger, die USS George H.W. Bush, im Nahen Osten eingetroffen ist. Die Flugzeugträger USS Gerald R. Ford und USS Abraham Lincoln sind bereits vor Ort.
Irans Zentralbank bestätigt Eingang von Maut für Straße von Hormus
Die iranische Zentralbank hat den Erhalt erster Gebühren für die Durchfahrt von Handelsschiffen durch die Straße von Hormus bestätigt. Laut der Nachrichtenagentur Fars gingen die Zahlungen in bar oder Devisen ein, nicht aber in Kryptowährung. Die Höhe der Abgaben richtet sich laut dem Bericht nach der Art und Menge der geladenen Fracht sowie dem jeweiligen „Risikograd“. Konkrete Summen nannte die Bank nicht. Branchenkreise hatten zuvor von Forderungen in Höhe von bis zu zwei Millionen US-Dollar pro Durchfahrt berichtet.
Teheran bezeichnet die Abgaben offiziell als Sicherheitsgebühren oder Maut. Gleichzeitig hält das US-Militär seit dem 13. April eine Seeblockade gegen iranische Häfen aufrecht. Diese richtet sich gezielt gegen Schiffe, die Iran anlaufen oder verlassen, um den wirtschaftlichen Druck auf das Land zu erhöhen.
Trump befiehlt Beschuss von Minenlegern in der Straße von Hormus
US-Präsident Donald Trump hat die US-Marine nach eigenen Angaben angewiesen, jedes Boot zu beschießen und zu zerstören, das in der Straße von Hormus Minen verlegt. US-Minensuchboote seien zudem mit dreifacher Kapazität im Einsatz, um die Gewässer von Minen zu räumen, erklärte er.
Iran veröffentlicht Video von Erstürmung der „MSC Francesca“
Das iranische Staatsfernsehen veröffentlichte am Donnerstag ein Video, das die Erstürmung eines riesigen Frachtschiffs durch iranische Spezialkräfte zeigt. In den Aufnahmen ist zu sehen, wie maskierte Soldaten in einem grauen Schnellboot an die MSC Francesca heranfahren, über eine Strickleiter zu einer Luke im Rumpf klettern und mit gezückten Gewehren an Bord springen. Das mit dramatischer Musik unterlegte und unkommentierte Video zeigt zudem ein weiteres Schiff, die Epaminondas. Iran erklärte, beide Schiffe am Mittwoch gekapert zu haben, und warf ihnen vor, die Meerenge ohne Genehmigung durchqueren zu wollen.
Es gibt allerdings Zweifel daran, wann die Aufnahmen entstanden sind. Die BBC, die die Aufnahmen versucht hat zu verifizieren, ist zu dem Schluss gekommen, dass die Luftaufnahmen gegen 17.30 Uhr iranischer Zeit entstanden sein müssen, also mehrere Stunden nach dem Angriff. Zudem gebe es weitere Hinweise dafür, dass die Aufnahmen nach dem Angriff entstanden seien. So sei beispielsweise die Luke, durch die die Männer die MSC Francesca betreten, bereits geöffnet, als das iranische Boot eintrifft. Ein weiterer Clip, der an Bord der MSC Francesca aufgenommen wurde, zeigt ebenfalls ihre Ankunft, was darauf hindeutet, dass sich bereits jemand an Bord befand, um die Szene zu filmen.
Iran: Erste Mautzahlungen für Straße von Hormus eingegangen
Der stellvertretende Parlamentspräsident Hamidresa Hadschibabaei teilte mit, die ersten Einnahmen aus einer Maut, die Iran nun von Schiffen in der Meerenge erhebt, seien auf das Konto der Zentralbank überwiesen worden. Details zu den Zahlern, dem Zeitpunkt oder der Höhe nannte er nicht.
US-Militär entert Tanker mit iranischem Öl
Kurz nach dem iranischen Angriff auf drei Frachtschiffe hat das US-Militär nach eigenen Angaben einen Öltanker aufgebracht. In der Nacht zum Donnerstag sei im Indischen Ozean das sanktionierte und staatenlose Schiff Majestic X gestoppt worden, wie das US-Verteidigungsministerium auf X bekannt gab. US-Einsatzkräfte seien an Bord des Frachters gegangen, der Öl aus Iran transportiert habe. Die Maßnahme sei im Zuständigkeitsbereich des Indopazifischen Kommandos der US-Streitkräfte (Indopacom) erfolgt.
Nach Angaben des Trackingdienstes Vesselfinder befand sich der Frachter zuletzt vor der südlichen Küste Sri Lankas, rund 32 nautische Meilen von der Stadt Hambantota entfernt. Den Angaben von vor zwei Tagen nach war das Schiff auf Kurs in Richtung Zhoushan in China. Das US-Militär gibt an, Schiffe zu blockieren, die aus iranischen Häfen kommen oder diese als Ziel haben. US-Präsident Donald Trump will Teheran damit von wichtigen Einnahmequellen abschneiden.
Berichte: US-Seeblockade iranischer Schiffe ist durchlässig
Trotz der US-Seeblockade vor der Straße von Hormus durchfahren offenbar einige Schiffe mit Verbindung zu Iran die Meerenge. 34 sanktionierte Tanker oder Tanker mit Verbindungen zu Iran hätten das Gebiet der US-Seeblockade vom 13. bis 21. April durchfahren, schreibt der Datenanbieter Vortexa in einem Bericht.
Die Seeblockade des US-Militärs hatte am 13. April begonnen. Sie richtet sich gegen Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen. Nach Bewertung des maritimen Datenanbieters Lloyd's List Intelligence haben bis Montag mindestens 26 Schiffe der sogenannten Schattenflotte die Blockade durchquert. Der maritime Softwareanbieter AXSMarine schrieb, der meiste Verkehr durch die Straße von Hormus entfalle weiter auf Schiffsbetreiber, die sanktioniert seien oder undurchsichtige Eigentumsverhältnisse aufwiesen. Iranische Medien hatten immer wieder angegeben, Schiffe des Landes hätten die US-Seeblockade durchfahren. Die Berichte ließen sich unabhängig nicht bestätigen.
Die US-Militärführung Centcom hatte Berichten über Durchlässigkeit der eigenen Seeblockade widersprochen. „Im Rahmen der US-Blockade gegen Iran haben die US-Streitkräfte 29 Schiffe angewiesen, umzukehren oder in den Hafen zurückzukehren“, hieß es in einer Stellungnahme auf X. Berichte über konkrete Schiffe, die die Blockade durchfahren hätten, seien falsch.
US-Präsident Donald Trump sagte derweil, die USA hätten die „vollständige Kontrolle“ über die Straße von Hormus, legte aber keine Beweise vor. Iran hat mehrfach betont, die US-Seeblockade sei ein Hindernis für weitere Verhandlungen. Trump hatte an der Blockade trotz einseitiger Verlängerung der Waffenruhe am Dienstag festgehalten.












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