Krieg in der Ukraine: Kurz vor geplanter Feuerpause: Mehr als 20 Tote bei russischen Angriffen in der Ukraine

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Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.

Wichtige Updates

Viele Tote durch russische Angriffe in der Ukraine 

Ukrainische Drohne beschädigt Wohnhaus nahe Moskaus Zentrum

Schwere Kämpfe um strategisch wichtige Stadt Kostjantyniwka 

Bericht: Massiver russische Drohnenangriff auf Kiew

Selenskij warnt Belarus erneut vor einem Kriegseintritt

Annette Reuther

Russland verkündet Waffenruhe für 8. und 9. Mai – Ukraine für Nacht auf 6. Mai

Russland hat für den 8. und 9. Mai eine Waffenruhe im Krieg gegen die Ukraine angeordnet. Damit folge die Armee einer Anordnung von Präsident Wladimir Putin, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Am 9. Tag feiert Russland den Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg mit einer Militärparade.

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij lehnte Russlands Vorschlag für die Feuerpause zunächst als „nicht ernst ​gemeint“ ab. Kiew habe bislang keinen offiziellen Vorschlag erhalten, betonte er. Wenig später verkündete Selenskij überraschend eine eigene Feuerpause. „Wir verkünden eine Waffenruhe, beginnend ab 0.00 Uhr (23 Uhr deutscher Zeit) in der Nacht vom 5. auf den 6. Mai“, teilte er mit.

"Wir sind der Ansicht, dass menschliches Leben einen unvergleichlich höheren Wert hat als die „Feier“ irgendeines Jahrestages", schrieb Selenskij bei Telegram. "Es ist an der Zeit, dass die russischen Machthaber konkrete Schritte zur Beendigung ihres Krieges unternehmen, wenn schon das russische Verteidigungsministerium der Ansicht ist, dass es ohne den guten Willen der Ukraine keine Parade in Moskau abhalten wird", fügte er an.

Pauline Claßen

Viele Tote und Verletzte nach russischen Bombenangriffen

Kurz vor einer von der Ukraine angekündigten Waffenruhe sind in der Großstadt Saporischschja infolge russischer Bombenangriffe mindestens 12 Menschen getötet worden. Mehr als ein Dutzend weitere wurden verletzt, wie der Gouverneur der südostukrainischen Region Saporischschja, Iwan Fedorow, bei Telegram mitteilte. Bilder zeigten schwere Schäden an Gebäuden und Rauchwolken. Die Front zwischen russischen und ukrainischen Truppen verläuft nur etwa 20 Kilometer südlich der Stadt.

Zeitgleich wurden in der ostukrainischen Stadt Kramatorsk nach Behördenangaben mindestens neun Menschen durch drei russische Bomben getötet. Es gebe zudem 16 Verletzte, teilte der Zivilschutzdienst bei Telegram mit. Dutzende Menschen mussten psychologisch betreut werden. Den Angaben nach wurde eine große Zahl an Wohnhäusern und Autos beschädigt. Mehrere Brände wurden gelöscht. Die Industriestadt im hart umkämpften Gebiet Donezk ist nur rund 15 Kilometer von der Frontlinie entfernt.

Ukraine attackiert Rüstungsfabrik und Raffinerie in Russland 

Bei ukrainischen Drohnenangriffen sind nach Angaben der regionalen Behörden in der russischen Großstadt Tscheboksary an der Wolga drei Menschen verletzt worden. Einer der Verletzten sei ins Krankenhaus gebracht worden, teilte das Gesundheitsministerium der Teilrepublik Tschuwaschien mit. Die Drohnen waren demnach Teil einer zweiten Angriffswelle. Bei einer ersten Attacke traf ein Marschflugkörper nach Berichten des Internetportals „Astra“ die Rüstungsfabrik „WNIIIR Progress“, wo Navigationsmodule für Drohnen, Marschflugkörper und Raketen hergestellt werden. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij bestätigt den Angriff auf X. Die Angriffe auf Ziele ⁠in größerer Entfernung seien weiterhin eine vollkommen gerechte Antwort auf die russischen Angriffe. 

Tscheboksary liegt etwa 1000 Kilometer von der Front entfernt. Insgesamt wurde sogar in 18 russischen Regionen Raketenalarm ausgerufen, darunter erstmals auch in dem im asiatischen Teil Russlands liegenden autonomen Kreis der Chanten und Mansen.

Im Norden Russlands wurde derweil einmal mehr die Raffinerie Kirischinefteorgsintes angegriffen. Der Gouverneur Alexander Drosdenko bestätigte einen Brand im Industriegebiet der Stadt Kirischi, zweieinhalb Stunden von St. Petersburg entfernt. Insidern zufolge stellte die Raffinerie den Betrieb ein. Bei der Attacke seien drei der vier Rohöldestillationsanlagen beschädigt worden und ein Feuer ausgebrochen, sagen zwei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Die Dauer der Reparaturarbeiten sei schwer abzuschätzen. Die vom Konzern Surgutneftegas kontrollierte Anlage ist für etwa sieben Prozent der gesamten russischen Ölverarbeitung verantwortlich. Eine Stellungnahme des Unternehmens liegt zunächst nicht vor. 

Tobias Bug

Russland schränkt mobiles Internet vor Weltkrieg-Siegesparade ein

Russland ​hat vor der jährlichen Militärparade zu den Feiern des Sieges über Nazi-Deutschland am 9. Mai in Moskau ​den Zugang zum mobilen Internet für viele Nutzer gekappt. ⁠Die Einschränkungen dienten der Sicherheit angesichts eines erhöhten Risikos ukrainischer Drohnenangriffe, teilt der ​Kreml mit.

Reporter der Nachrichtenagentur ‌Reuters in Moskau berichteten, ‌dass das mobile Internet in verschiedenen Teilen der Hauptstadt nicht funktionierte. Telefongespräche waren ​demnach ​weiterhin möglich. Russische Mobilfunkbetreiber, die ​Großbank Sberbank und die Taxi-Sparte des Internetkonzerns Yandex hatten zuvor angekündigt, dass es zu Interneteinschränkungen ‌und Störungen bei der Nutzung ihrer Dienste kommen könnte.

Die ‌Parade zum ‌Gedenken an den Sieg der ​Sowjetunion über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg wurde in diesem ​Jahr wegen der Bedrohungslage bereits verkleinert. ‌Seit der Invasion in der Ukraine vor vier Jahren hat Russland die Kontrolle über das Internet bereits massiv verschärft.

Tobias Bug

Selenskij wirft Russland "blanken Zynismus" vor

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij kritisiert Russland scharf, weil es erst eine Feuerpause vorgeschlagen und dann die Ukraine erneut mit Raketen ​und Drohnen angegriffen habe. Damit habe Russland "blanken Zynismus" an den Tag gelegt. "Russland könnte den Beschuss jederzeit einstellen und würde damit ⁠den Krieg und unsere Reaktionen beenden", erklärt Selenskij auf der Kurznachrichtenplattform X. Um Frieden zu erreichen, seien konkrete Schritte nötig. "Die Ukraine wird entsprechend handeln."

Der ​russische Präsident Wladimir ​Putin hatte eine Waffenruhe am 8. und 9. ‌Mai anlässlich der Feierlichkeiten zum Sieg über Nazi-Deutschland ausgerufen. Selenskij ‌schlug daraufhin eine Kampfpause vor, die bereits früher beginnen solle, und zwar in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch. Zur Dauer machte er keine ​Angaben.

Philipp Saul

Ukraine: Vier Tote bei russischem Luftangriff in Region Poltawa

Bei einem russischen ​Drohnen- und Raketenangriff in der zentralukrainischen Region Poltawa sind nach Angaben der örtlichen Behörden mindestens vier Menschen getötet worden. 37 weitere Menschen seien ​verletzt worden, teilte der Gouverneur der Region, Witalij Djakywnitsch, auf ⁠dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Russland habe die Region mit Raketen und Drohnen angegriffen.  Direkte Treffer und herabfallende Trümmerteile abgefangener Geschosse seien an zwei Orten gemeldet worden. 

Der Zivilschutz teilte mit, dass unter den Toten zwei Einsatzkräfte seien. Nach einem ersten Angriff attackierte Russland den Einsatzort demnach ein zweites Mal. Unter den Verletzten sind demnach weitere 23 Rettungskräfte. Außerdem ist laut Djakywnitsch ein ​Industrieunternehmen beschädigt worden, wodurch die Gasversorgung ‌von fast 3500 Haushalten unterbrochen wurde. Auch die Bahninfrastruktur sei bei dem nächtlichen Angriff beschädigt worden.

Nadja Lissok

Drohne beschädigt Geräte am AKW Saporischschja

Eine Drohne hat nach Angaben der ​Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) meteorologische Messgeräte am russisch besetzten Atomkraftwerk Saporischschja in der Ukraine beschädigt. ⁠Die UN-Atomaufsichtsbehörde teilt mit, ein Expertenteam habe die Schäden an einigen Geräten des externen Strahlungskontrolllabors beobachtet. Die ​Geräte seien ​nicht mehr betriebsbereit. 

IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi ‌habe erneut zu größter militärischer Zurückhaltung in ‌der Nähe aller Nuklearanlagen aufgerufen, um Sicherheitsrisiken zu vermeiden. Das Atomkraftwerk Saporischschja wurde ​in den ersten Wochen der ​russischen Invasion im Februar 2022 von russischen Truppen besetzt. Seitdem werfen sich beide Seiten regelmäßig gegenseitig militärische Aktionen vor, ‌die die Sicherheit der Anlage gefährden könnten. 

Viele Tote durch russische Angriffe in der Ukraine 

Bei einem russischen ‌Raketenangriff auf die nordostukrainische ​Region Charkiw ​sind nach ​Angaben der örtlichen Behörden mindestens acht Menschen ‌getötet worden. Mehr als 30 Personen seien verletzt worden, ‌teilte Regionalgouverneur Oleh ​Synjehubow weiter mit. Getötet wurden demnach Männer und Frauen zwischen 41 und 74 Jahren. „Der Einschlag war ​von großer Wucht, im ‌Zentrum der Stadt, praktisch mitten auf den Straßen“, schreibt Synjehubow auf Telegram. Mehrere Wohnhäuser, Hochhäuser und Läden seien beschädigt worden. Auch die Siedlung Besljudiwka wurde demnach mit einer Drohne angegriffen.

Bei verschiedenen Angriffen im südukrainischen Gebiet Cherson kamen nach Angaben der regionalen Staatsanwaltschaft zwei Männer ums Leben. Ein 72-Jähriger wurde demnach durch Artilleriebeschuss im Dorf Schyroka Balka getötet, ein 71-Jähriger bei Beschuss im Dorf Komyschany.

Auch in der benachbarten Region Saporischschja gab es weitere Todesopfer. Bei russischen Drohnenangriffen wurden nach Behördenangaben in der Kleinstadt Wilnjansk mindestens zwei Menschen getötet und vier verletzt. Der Ort liegt rund 35 Kilometer von der Frontlinie entfernt.

Selenskij: Ukrainische Drohnen über Moskauer Siegesparade? 

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij sieht den Angreifer Russland nach mehr als vier Jahren Krieg deutlich geschwächt, während sein eigenes Land stärker werde. Moskau fürchte sogar, dass ukrainische Drohnen über der Moskauer Parade zum Tag des Sieges am 9. Mai fliegen, sagte Selenskij bei dem Gipfeltreffen der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) in Armeniens Hauptstadt Eriwan. 

„In diesem Sommer wird der Moment kommen, an dem (Russlands Präsident Wladimir) Putin entscheiden wird, was er weiter tun will, den Krieg auszuweiten oder den Weg der Diplomatie einzuschlagen“, sagte Selenskij laut Mitschnitt seiner Rede. Bei der Parade zur Erinnerung an den sowjetischen Sieg im Zweiten Weltkrieg werde Moskau zum ersten Mal seit vielen Jahren keine Militärtechnik mehr zeigen. „Und es könnten auch ukrainische Drohnen über dieser Parade fliegen. Das zeigt, dass sie nicht so stark sind wie früher.“

Das Verteidigungsministerium hat schon vor Tagen angekündigt, dass bei der Parade am 9. Mai keine Panzer und Raketen gezeigt werden. Das könnte aus Furcht vor ukrainischen Drohnen sein. Beobachter in Moskau verweisen aber auch darauf, dass die triumphierende Zurschaustellung der Militärmacht nicht zur derzeit gedrückten Stimmung in Russland passen würde. 

Ukrainische Drohne beschädigt Wohnhaus nahe Moskaus Zentrum

Wenige Tage vor der traditionellen Militärparade zum Tag des Sieges in Moskau ist eine ukrainische Drohne nahe dem Zentrum der russischen Hauptstadt in ein Wohnhaus eingeschlagen. Das schrieb Bürgermeister Sergej Sobjanin am frühen Morgen laut staatlicher Nachrichtenagentur Tass auf der Plattform Telegram. Es habe keine Verletzten gegeben. Das beschädigte Gebäude - laut Kyiv Independent ein luxuriöses Hochhaus - liegt in einem Wohngebiet im Westen der Hauptstadt, in dem sich auch Botschaften befinden. Die deutsche Botschaft liegt knapp einen Kilometer vom Einschlagsort entfernt. Zwei weitere ukrainische Drohnen wurden Sobjanin zufolge von der Luftabwehr abgeschossen.

Zwar meldet Russland häufig ukrainische Drohnenangriffe auf den Großraum Moskau, allerdings zielen diese eher auf Militäranlagen und Vororte. Zivile Infrastruktur wird in der Hauptstadt selten beschädigt. Die meisten Drohnen werden staatlichen Angaben zufolge abgeschossen. Für die Nacht zu Montag meldete das russische Verteidigungsministerium 117 angeblich abgefangene feindliche Drohnen. 

Das russische Verteidigungsministerium hatte bereits Ende April mitgeteilt, aus Furcht vor ukrainischen Drohnenangriffen finde die Militärparade am Samstag in diesem Jahr ohne Panzer und Raketen statt. Russland feiert am 9. Mai traditionell den Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg 1945.

Großbritannien will sich an EU-Milliardenkredit für die Ukraine beteiligen

Großbritannien will sich an dem 90 Milliarden Euro schweren Kredit der Europäischen Union für die Ukraine beteiligen. Das ist ein weiteres Zeichen für die Vertiefung der europäischen Verteidigungsbeziehungen angesichts des zunehmenden Drucks durch die USA.

Premierminister Keir Starmer werde am Montag auf dem Gipfel der Europäischen Politischen Gemeinschaft in der armenischen Hauptstadt Eriwan entsprechende Gespräche zur Beteiligung an dem Kredit ankündigen, teilte sein Büro am Sonntagabend mit. London wolle mit der EU zusammenarbeiten, um die Ukraine mit wichtiger militärischer Ausrüstung zu unterstützen.

Starmers Annäherung an die EU erfolgt vor dem Hintergrund des wachsenden Drucks der US-Regierung unter Präsident Donald Trump auf Europa, mehr Verantwortung für die eigene Verteidigung zu übernehmen. Zuletzt waren Länder wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien von Trump kritisiert worden, weil sie sich weigerten, sich an dem von den USA und Israel begonnenen Krieg gegen Iran zu beteiligen.

„Wenn Großbritannien und die Europäische Union zusammenarbeiten, profitieren wir alle davon", erklärte Starmer. In diesen volatilen Zeiten müsse man bei der Verteidigung schneller und weiter gehen, um die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten. Starmer hatte sich in der Vergangenheit für eine stärkere europäische Verteidigungsintegration ausgesprochen, um die Abhängigkeit der Nato von den USA zu verringern. Sechs Jahre nach dem Brexit deutete er zudem eine engere wirtschaftliche Anbindung an den EU-Binnenmarkt an.

Der im April von der EU gebilligte Kredit an Kiew soll einen Großteil des ukrainischen Finanzbedarfs für die kommenden zwei Jahre decken. Das Geld ist überwiegend für Militärausgaben im seit vier Jahren andauernden Krieg gegen Russland vorgesehen. Die zusätzlichen Gelder könnten der Regierung zufolge zudem britischen Rüstungsunternehmen neue Aufträge bescheren.

Philipp Saul

Tote nach ukrainischen Drohnenangriffen

Durch einen ukrainischen Drohnenangriff sind in der grenznahen russischen Region Belgorod mindestens zwei Menschen getötet worden. Eine Frau sei zudem mit Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden, teilte Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow bei Telegram mit. Die dreiköpfige Familie sei in ihrem Auto im Dorf Netschajewka von einer ukrainischen Drohne attackiert worden. Die Siedlung ist knapp acht Kilometer von der russisch-ukrainischen Grenze entfernt.

Philipp Saul

Opfer nach russischen Angriffen auf Dnipro und Saporischschja

In der südostukrainischen Industriestadt Dnipro ist mindestens ein Mensch bei russischen Raketenangriffen getötet worden. Elf weitere seien verletzt worden, teilte der Chef der Militärverwaltung der Region Dnipropetrowsk, Oleksander Hanscha, bei Telegram mit. Sechs Verletzte mussten in Krankenhäusern behandelt werden. Nach Auskunft von Bürgermeister Borys Filatow wurden bei dem Angriff ein Studentenwohnheim, zwei Hochschulgebäude und mehrere Wohnhäuser beschädigt.
Auch in der rund 50 Kilometer südlich gelegenen Großstadt Saporischschja wurden nach Behördenangaben mindestens fünf Menschen bei russischen Drohnenangriffen verletzt. 

Philipp Saul

Ukraine: Neuer Drohnenangriff bei besetztem AKW gemeldet

Ein Strahlenlabor des ukrainischen Kernkraftwerks Saporischschja ist von einer Drohne angegriffen worden. Darüber habe das AKW informiert, berichtete die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien. Das AKW ist von Russland besetzt. Es sei unklar, ob das Labor, das sich außerhalb des abgesicherten Kraftwerksgeländes befindet, beschädigt wurde, hieß es von der IAEA. Die Organisation forderte Zugang zu dem Labor. Jeder Angriff in der Nähe einer Atomanlage könne ein Risiko für die nukleare Sicherheit bedeuten, warnte IAEA-Chef Rafael Grossi.

Es habe keine Verletzten gegeben, hieß es von dem von Russland eingesetzten Kraftwerksmanagement. Allerdings wurde erst Anfang der Woche nach Angaben der Besatzungsbehörden ein AKW-Mitarbeiter bei einem Drohnenangriff getötet.
Kiew kommentierte diesen Vorfall nicht und äußerte sich auch nicht zum Angriff auf das Labor.

Das mit sechs Reaktoren und einer Nennleistung von 6000 Megawatt größte Atomkraftwerk Europas steht seit März 2022 unter russischer Kontrolle. Es produziert derzeit keinen Strom. Mehrere ukrainische Rückeroberungsversuche scheiterten. Ein IAEA-Team ist ständig vor Ort, um die Lage zu beobachten und durch seine Präsenz einen Atomunfall zu verhindern. 

Tobias Bug

Ukraine greift russischen Ostseehafen Primorsk an

Die Ukraine hat in der Nacht erneut den russischen Ölverladehafen Primorsk an der Ostseeküste mit Drohnen angegriffen. „Im Zuge der Abwehr von Attacken auf Primorsk ist ein Feuer ausgebrochen, im Moment sind die Folgen des Brands liquidiert“, schrieb der Gouverneur des die Millionenstadt St. Petersburg umgebenden Gebiets Leningrad, Alexander Drosdenko, bei Telegram. Ölprodukte seien nicht ausgelaufen. Seinen Angaben nach wurden über der Region mehr als 60 Drohnen abgeschossen.

Das unabhängige Portal Astra schrieb unter Berufung auf die Auswertung von Satellitenbildern, dass wohl das Ölterminal selbst und ein Flugabwehrsystem des Typs Panzir von Drohnen getroffen worden seien. Über die Schwere der Schäden gibt es keine Angaben.

Derweil berichten andere Medien auch von Drohnenangriffen auf die südrussische Hafenstadt Noworossijsk. Dort seien zwei Tanker der russischen Schattenflotte getroffen worden, heißt es. Offiziell bestätigt wurden die Angaben bislang nicht.

Die Ukraine wehrt sich mit den Drohnenangriffen gegen die von Russland betriebene Invasion. Immer wieder zielt Kiew dabei neben militärischen Objekten auch auf Anlagen der Ölindustrie. Dies soll dem russischen Militär die Treibstoffversorgung und dem Kreml die Kriegsfinanzierung erschweren. 

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