Irans Revolutionsgarde hat Schiffe im irakischen Hafen von Barsa attackiert. Die irakischen Behörden stellten daraufhin den Betrieb aller Ölterminals des Landes ein.
12. März 2026, 13:11 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AP, dpa, AFP, ale
Der Irak hat alle Terminals zum Export von Öl geschlossen. Damit reagierten die Behörden des Landes auf einen iranischen Angriff auf zwei Tanker im Hafen von Basra sowie bei der Einfahrt in den Hafen von Chor al-Soubair. Der Angriff in Basra habe ein Schiff getroffen, das in dem Hafen an einem Öltransfer beteiligt gewesen sei, teilte Farhan al-Fartusi, Generaldirektor der irakischen Hafenbehörde, laut der staatlichen Nachrichtenagentur Ina mit. Die Handelshäfen des Landes seien weiterhin geöffnet.
Laut al-Fartusi wurden bei den Angriffen ein Mensch getötet und mindestens 38 Personen wurden verletzt. Es sei unklar, ob die Schiffe von Drohnen oder Raketen getroffen worden sind. Bei dem Toten handelt es sich laut der indischen Botschaft in Bagdad um einen Seemann aus Indien, bei dem Tanker in Basra um das Schiff Safesea Vishnu, das unter der Flagge der Marshallinseln fahre. Die übrigen Besatzungsmitglieder seien in Sicherheit. Laut der indischen Nachrichtenagentur PTI soll der Angriff mit einem iranischen Sprengboot, das für Kamikazeeinsätze ausgerichtet sei, vorgenommen worden sein.
Iran reklamiert Attacke auf einen Tanker für sich
Die iranische Revolutionsgarde reklamierte den Angriff später für sich. Dem Angriff seien angeblich "Warnungen und Aufforderungen der Marine der Revolutionsgarde" zuvorgekommen, denen das Schiff nicht nachgekommen sei. Nach Darstellung der Revolutionsgarde soll sich das Schiff in US-Besitz befinden. Nach Angaben der irakischen staatlichen Organisation für den Ölverkauf (Somo) soll der Tanker hingegen von einem irakischen Unternehmen gechartert worden sein.
Das zweite attackierte Schiff ist laut der Somo der Öltanker Zefyros, der unter maltesischer Flagge fährt. Angaben zur Art des Angriffs machte die Somo nicht. Die iranische Revolutionsgarde äußerte sich ebenfalls nicht zu diesem zweiten Angriff. Das irakische Ölministerium teilte mit, es sei "zutiefst besorgt" und forderte, die "Sicherheit der Schifffahrt in internationalen Seewegen und Energielieferrouten" zu gewährleisten.
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In der Nacht zum Donnerstag beschoss der Iran auch weitere Ölanlagen in der Golfregion. Attacken richteten sich unter anderem gegen Ziele in Bahrain, Saudi-Arabien und im Oman. Damit will das iranische Regime erklärtermaßen den Ölexport aus der Region weiterhin verhindern und damit weitere Anstiege des Ölpreises provozieren. Ziel sei ein "Abnutzungskrieg, der die gesamte US-Wirtschaft und die Weltwirtschaft zerstören wird", drohte die Revolutionsgarde.
Der Ölpreis überschritt am Donnerstagmorgen zum zweiten Mal binnen weniger Tage kurzzeitig die Marke von 100 Dollar pro Barrel (159 Liter) – trotz der Ankündigungen der USA, Deutschlands und weiterer Länder vom Vortag, Hunderte Millionen Barrel aus ihren Reserven freizugeben. Vor Kriegsbeginn lag der Preis bei etwa 70 Dollar pro Barrel.
Angriff auf italienischen Militärstützpunkt im Irak
Neben dem Angriff auf die Tanker wurde im Irak ein italienischer Militärstützpunkt angegriffen. Es handle sich um eine Basis in Erbil im Norden des Landes, teilte der italienische Außenminister Antonio Tajani auf X mit. Bei dem Angriff habe es keine Verletzten gegeben. Seit Beginn des Irankrieges wurden bereits mehrfach Drohnenangriffe auf die autonome Kurdenregion im Norden Iraks gemeldet. Hinter ihnen sollen proiranische Milizen stehen.
Die meisten Attacken wurden von der Flugabwehr abgefangen. Wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf kurdische Sicherheitskreise meldete, hatten am Mittwoch US-Verbündete Drohnen über Erbil abgeschossen. Laut AFP-Reportern waren in der Nähe des dortigen Flughafens Explosionen zu hören.
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