Krieg gegen die Ukraine: Fünf Tote bei russischen Angriffen in der Region Cherson

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Hella Kemper

Russische Luftabwehr: Hunderte ukrainische Drohnen abgefangen 

Russland hat eigenen Angaben zufolge Hunderte ukrainische Drohnen abgefangen, darunter Dutzende in der Nähe von St. Petersburg. In St. Petersburg wird zurzeit ein internationales Wirtschaftsforum ausgerichtet.

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, die Luftabwehr habe insgesamt 376 ukrainische Drohnen »über den Regionen Belgorod, Brjansk, Kaluga, Kursk, Leningrad, Nowgorod, Orjol, Pskow, Rostow, Rjasan, Smolensk, Twer und Tula, der Region Moskau, der Republik Krim, der Republik Abchasien« sowie über dem Asowschen und dem Schwarzen Meer abgeschossen. Der Bürgermeister von Moskau, Sergej Sobjanin, sagte, neun Drohnen, die in Richtung der Hauptstadt unterwegs waren, seien ebenfalls abgefangen worden.

Mounia Meiborg

Fünf Tote bei russischen Angriffen in Cherson

Bei russischen Angriffen sind in der südlichen ukrainischen Region Cherson insgesamt fünf Menschen getötet worden. Das teilte der Gouverneur der Region, Oleksandr Prokudin, auf Telegram mit.

Demnach sind bei einem Angriff auf einen Stadtteil der Hauptstadt der Region, die ebenfalls Cherson heißt, drei Menschen im Alter von 70 bis 80 Jahren gestorben. Ihre Leichen seien in beschädigten Häusern gefunden worden. Bei einem Angriff auf eine Tankstelle nördlich der Stadt sei eine Person getötet und sieben weitere verletzt worden. Bei einem Drohnenangriff sei ein Mann in einem Dorf, ebenfalls nördlich von Cherson, getötet worden.

Jenseits der Grenze in der westrussischen Region Belgorod, einem häufigen Ziel der Ukraine, traf eine ukrainische Drohne ein Auto in der Nähe der Grenze und tötete den Fahrer, wie lokale Behördenvertreter mitteilten.

Mathias Peer

Ukraine entschuldigt sich bei Griechenland für Drohnenvorfall

Das ukrainische Außenministerium hat sich nach dem Fund einer sprengstoffbeladenen Seedrohne vor der griechischen Ferieninsel Lefkada im Ionischen Meer entschuldigt. »Die ukrainische Seite entschuldigt sich für den Vorfall und betont, dass dieser auf Umstände zurückzuführen sei, die durch die anhaltende russische Aggression gegen die Ukraine verursacht wurden«, schrieb Außenamtssprecher Heorhij Tychyj auf der Plattform X.

Das zeige, dass der andauernde russische Krieg gegen die Ukraine auch eine Bedrohung für benachbarte europäische Staaten und die Welt darstelle. Gleichzeitig bedankte sich die Regierung in Kyjiw für die seit Kriegsbeginn von Griechenland gewährte Unterstützung.

Bereits im Mai entdeckten Fischer vor Lefkada ein etwa sechs Meter langes unbemanntes Boot mit laufendem Motor. Auf dem von den Behörden als ukrainisch identifizierten Boot wurden rund 100 Kilogramm Sprengstoff entdeckt. Die Küstenwache machte den Sprengsatz mit einer kontrollierten Explosion unschädlich. In seiner Protestnote sprach die Regierung in Athen von einer Gefährdung der maritimen Sicherheit und einem Risiko für Zivilisten und verlangte von der Ukraine eine offizielle Stellungnahme.

Marla Noss

Ein Toter bei Angriff auf türkischen Fischkutter im Schwarzen Meer

Im Schwarzen Meer ist nach Angaben der türkischen Behörden ein türkisches Fischereischiff angegriffen worden. Der Angriff soll sich westlich der von Russland besetzten Halbinsel Krim ereignet haben. Es ist jedoch unklar, wer für diesen Angriff verantwortlich ist. Laut der Küstenwache ist ein Mensch durch den Angriff gestorben, vier weitere Menschen wurden verletzt.

Der Angriff richtete sich nach der Erklärung der Küstenwachen gegen den unter türkischer Flagge fahrenden Fischkutter Duru 67 vor der Küste von Sewastopol. Das Schiff sei nach dem Angriff gesunken. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen, weiteres ist zudem noch offen.

Marla Noss

Wadephul sichert Ukraine volle Unterstützung zu

Außenminister Johann Wadephul will die Ukraine weiter unerschütterlich unterstützen. Man nehme die Absage Putins an ein Verhandlungsangebot von Selenskyj zur Kenntnis und ziehe »daraus die einzig richtige und notwendige Konsequenz: Unsere Unterstützung für die Ukraine ist und bleibt unerschütterlich«, sagte der CDU-Politiker. Je eher Putin »an den Verhandlungstisch kommt, desto eher hört das Sterben auf«. Dies gelte für die Zivilbevölkerung und Menschen in der Ukraine als auch für russische Soldatinnen und Soldaten.

Zudem forderte Wadephul erneut eine Einbeziehung der Europäer in mögliche Verhandlungen. Europa müsse dort eine Rolle spielen und auch mitbestimmen. »Eine Sache steht fest: Deutschland steht zu 100 Prozent an der Seite der Ukraine.«

Sarah Kohler

Selenskyj kritisiert Putins Reaktion auf Vorschlag zu Treffen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Ablehnung seines Vorschlags für ein Treffen durch den russischen Präsidenten Wladimir Putin kritisiert. Putins Reaktion zeige, dass der russische Präsident keinen Wunsch habe, den seit mehr als vier Jahren andauernden Krieg zu beenden.

»Leider entscheidet sich die russische Seite erneut für den Krieg – jeder hört die Antwort«, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. »Ich denke, diese Antwort wird viele Menschen weltweit enttäuscht haben.« Der ukrainische Präsident hatte in einem offenen Brief ein persönliches Treffen mit Putin vorgeschlagen, um über ein Ende des Krieges zu sprechen.

Hella Kemper

Russische Soldaten am Atomkraftwerk Saporischschja verletzt

Bei einem Zwischenfall nahe dem ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja wurden ​nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) russische Soldaten verletzt. Der Vorfall habe sich während dringend notwendiger Reparaturen an ​der Stromleitung zum Atomkraftwerk ereignet, teilt die IAEA mit. Wegen dieser Arbeiten war die von der IAEA vermittelte Feuerpause vereinbart worden. 

Russland warf der Ukraine vor, die Feuerpause mit einem Angriff gebrochen zu haben. Die ukrainische Seite teilte der Behörde hingegen mit, sie halte an der Waffenruhe fest. IAEA-Chef Rafael Grossi rief daraufhin zu maximaler militärischer Zurückhaltung und der vollständigen Einhaltung der Waffenruhe auf. 

Marla Noss

Putin soll ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder getroffen haben

Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich nach Angaben des Kreml-Beraters Juri Uschakow mit dem ehemaligen deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder zu einem Einzelgespräch getroffen. Das Treffen verlief »gut und freundschaftlich«, teilte Uschakow laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax mit.

Johanna Sethe

Putin lehnt Treffen mit Selenskyj ab

Russlands Präsident Wladimir Putin hat mitgeteilt, gerade keinen Grund für ein Treffen mit Wolodymyr Selenskyj zu sehen. Dies gab er in einer Rede bei dem internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg bekannt. Er kritisierte den offenen Brief Selenskyjs, in dem dieser ein Treffen zur Besprechung eines Kriegsendes vorschlug. »Ist das ein Weg, um Konditionen für persönliche Treffen und Gespräche zu schaffen oder ein Umfeld zu schaffen, das jegliche persönliche Treffen unmöglich macht?«, fragte Putin. »Ich glaube, es ist Letzteres.«

Caspar Leder

E3-Treffen mit Selenskyj in London geplant

Am Sonntag wird der ukrainische Präsident mit dem deutschen Bundeskanzler, dem britischen Premierminister und dem französischen Präsidenten in London zusammentreffen. Wie das französische Präsidialamt mitteilte, soll bei dem Treffen über die weitere Unterstützung der Ukraine und den verstärkten Druck auf Russland beraten werden.

Außerdem sei eine Bestandsaufnahme der Arbeiten der Koalition der Willigen geplant, hieß es. Zu der Gruppe gehören überwiegend europäische Länder, darunter Deutschland, aber auch Australien, Neuseeland und Japan.  

Hella Kemper

Warnung ermöglichte rechtzeitige Räumung des Hafens 

Im rumänischen Schwarzmeerhafen Constanța sind die Menschen vor der Detonation einer fehlgeleiteten ukrainischen Seedrohne gewarnt worden. Die Ukraine hatte zuvor mitgeteilt, dass die Drohne durch Russland gestört worden sei, bevor sie in Richtung der rumänischen Küste abtrieb. So wie diese Seedrohne schlagen immer wieder Drohnen außerhalb der Ukraine und Russlands ein, wie meine Kollegen Tim-Antonio Lieberknecht und Maxim Kireev schreiben. Russland nimmt seit Längerem zumindest in Kauf, dass seine Drohnen auch Orte außerhalb der Ukraine treffen.

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Sarah Kohler

Merkel fordert von EU gemeinsame Haltung gegenüber Putin

In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) hat die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel die Forderung nach einer Verhandlungsbeteiligung zurückgewiesen. Man könnte »mit dem russischen Präsidenten nur verhandeln, wenn man mit politischer Macht ausgestattet ist, die in der Demokratie auf Zeit vergeben wird«, und diese habe sie aktuell nicht, sagte sie.

Zugleich erneuerte Merkel ihre Forderung, die Verhandlungen nicht alleine den USA zu überlassen. »Deshalb war mein Vorschlag gewesen, dass auch die EU sich ein Format dafür überlegt«, sagte sie. Das sei damals aber gescheitert, mit der Begründung, dass die EU-Staaten keine einheitliche Russlandpolitik hätten. Ihrer Meinung nach müsse sich Europa aber »so lange zusammensetzen, bis man sie hat«, sagte sie im Interview.

Johanna Sethe

Explodierte Seedrohne war ukrainischen Ursprungs

Bei der im rumänischen Schwarzmeerhafen Constanța explodierten Drohne handelt es sich nach Angaben der ukrainischen Marine um eine ukrainische Drohne. Demnach verlor die ukrainische Drohne während eines Einsatzes im Schwarzen Meer infolge russischer elektronischer Kriegsführung die Kontrolle und trieb in Richtung der rumänischen Küste.

Die Ukraine habe die rumänische Seite kontaktiert, um sie zu warnen und Opfer zu vermeiden, teilte die Marine auf Facebook mit. 

Magdalena Inou

Ukraine holt 185 Kriegsgefangene zurück

185 Kriegsgefangene konnten bei einem Gefangenenaustausch mit Russland zurück in die Ukraine gebracht werden. Das gab der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf der Plattform X bekannt. Unter den Gefangenen seien auch Soldaten, die seit 2022 in russischer Gefangenschaft waren. Im Gegenzug wurden 185 russische Soldaten freigelassen. 

Auch die staatliche russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti meldete den Austausch. Laut der Agentur kam der Austausch durch die Vermittlung der Vereinigten Arabischen Emirate zustande.

Johanna Sethe

Von der Leyen sieht Bedrohung für osteuropäische Staaten

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat nach der Drohnenexplosion im rumänischen Schwarzmeerhafen Constanța vor Gefahren für alle Länder an der EU-Ostgrenze gewarnt. »Unsere Solidarität mit jedem Mitgliedstaat, der diesen Bedrohungen ausgesetzt ist, ist absolut«, schrieb von der Leyen auf X.

Nach Angaben des rumänischen Verteidigungsministeriums war eine Marinedrohne in der Nähe eines Ölterminals explodiert. Es habe keine Verletzten gegeben. Bei der Drohne handle es sich um einen Typ, der auch in Russlands Krieg gegen die Ukraine eingesetzt werde.

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