Kanada verhängt Einfuhrverbot für Rinder aus Texas wegen Neuwelt-Schraubenwurmfliege

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Bei zwei Kälbern in Texas sind fleischfressende Parasiten entdeckt worden, die sich leicht verbreiten. Das Nachbarland Kanada verhängt ein Importverbot für Vieh aus dem US-Bundesstaat.

06.06.2026, 19.28 Uhr

 Erstmals seit 60 Jahren fleischfressender Parasit in Texas nachgewiesen
 Erstmals seit 60 Jahren fleischfressender Parasit in Texas nachgewiesen

Kühe in Gefahr: Erstmals seit 60 Jahren fleischfressender Parasit in Texas nachgewiesen

Foto: Kaylee Greenlee / REUTERS

Der Gouverneur des US-Bundesstaats Texas hat wegen eines fleischfressenden Parasiten den Katastrophenzustand ausgerufen. Nun reagieren auch kanadische Behörden auf den Fund der sogenannten Neuwelt-Schraubenwurmfliege bei zwei Kälbern. Die kanadische Lebensmittelkontrollbehörde hat ein Einfuhrverbot für Vieh aus Texas verhängt.

Kühe und Pferde, die sich innerhalb von 21 Tagen vor dem Grenzübertritt nach Kanada in Texas aufgehalten haben, dürfen nicht in das Land eingeführt werden, heißt es in einer Mitteilung der Behörde .

Am Mittwoch hatten US-Behörden bekannt gegeben, dass bei einem drei Wochen alten Kalb ein Befall mit der Neuwurm-Schraubenwurmfliege in der Nabelgegend festgestellt worden sei. Der Parasit galt seit 60 Jahren als ausgerottet. Am Freitag meldeten die Behörden dann den zweiten Fall – wieder bei einem Kalb, rund zehn Kilometer vom ersten Fall entfernt.

Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, rief daraufhin den Katastrophenzustand aus. »Es ist davon auszugehen, dass sich die Krankheit im Laufe des Sommers ausbreiten wird«, erklärte Abbott. Um das möglichst zu verhindern, verhängte die Behörde eine Sperrzone mit einem Radius von 20 Kilometern.

Texas ist der führende Rindfleischproduzent der USA. Kanada und das Nachbarland handeln mit Rindern, wobei Tiere zu Schlacht-, Zucht- sowie Milch- und Wollzwecken über die Grenze transportiert werden. Die Zahl der Importe aus den USA ist in den vergangenen Jahren gestiegen; nach Angaben des kanadischen Landwirtschaftsministeriums wurden im Jahr 2025 rund 550.000 Rinder importiert .

Die Neuwelt-Schraubenwurmfliege ist metallisch grün oder blau und ist durch drei dunkle Längsstreifen gekennzeichnet. Die Larven des Parasiten nisten sich in offenen Wunden von Säugetieren fest und fressen dort das Gewebe der lebenden Tiere – selten befallen sie auch Menschen. Sie bewegt sich selbst nicht sehr weit, kann sich aber mithilfe unbemerkt befallener Tiere verbreiten, insbesondere wenn diese per Lkw von Ort zu Ort transportiert werden. Betroffene Tiere können zwar geheilt werden, die Behandlung ist jedoch zeitaufwendig ​und teuer, da Hunderte Larven ⁠entfernt und die Wunden desinfiziert ​werden müssen.

Fliegen zur Bekämpfung von Fliegen

Der ​Parasit breitet ‌sich seit 2025 von Mittelamerika über Mexiko nach Norden aus. In Mexiko wurden seit November 2024 mehr als 27.000 Fälle registriert.

Die US-Regierung hält die Grenze für Viehimporte aus dem südlichen Nachbarland deshalb ‌seit mehr als einem Jahr geschlossen. Das wirksamste Mittel, um den Parasiten zu bekämpfen, sei, sterile Fliegen auszusetzen, erklärte Landwirtschaftsministerin Brooke Rollins. ‌Die sogenannte Sterile-Insekten-Technik (SIT) hatte bereits in ​den Sechzigerjahren geholfen, den ‌Schädling in den USA auszurotten. Es gab aber später immer wieder eingeschleppte Einzelfälle.

Für die Bekämpfung in den Sechzigerjahren zogen Fachleute massenhaft männliche Fliegen heran, machten sie mit Strahlung unfruchtbar und setzten sie anschließend über betroffenen Gebieten aus. Paaren sich die Weibchen mit diesen Männchen, bleiben ihre Eier unbefruchtet – der Bestand bricht allmählich zusammen.

Laut BBC  vermuten kanadische Behörden, dass die Ausbreitung der Fliege in ihrem Land aufgrund des kälteren Klimas unwahrscheinlich ist. In der Vergangenheit hätten sich die Parasiten vor allem in wärmeren, feuchten Gebieten ausgebreitet. Dennoch empfahlen die Behörden demnach Landwirten, ihr Vieh auf Wunden und Schnitte zu untersuchen, die »mit Ausfluss oder üblem Geruch einhergehen«. Zudem forderten sie die Einwohner auf, auch ihre Haustiere zu überprüfen, wenn sie nach Texas reisen.

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