Andrew Tate reist nach Russland. Und seine mutmaßlichen Opfer warten auf Gerechtigkeit

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Der Anwalt der mutmaßlichen Opfer des Influencers und Frauenhassers Andrew Tate hat die britischen Behörden scharf dafür kritisiert, die Auslieferung an Großbritannien noch immer nicht durchgesetzt zu haben. Es sei dem Scheitern dieser Behörden zu verdanken, dass Tate und seinem Bruder nun eine neue Plattform in Russland geboten werde, so Matthew Jury im britischen »Guardian«.

Andrew und Tristan Tate sind in Großbritannien in mehreren Fällen angeklagt, darunter Vergewaltigung, Körperverletzung und Menschenhandel. Ermittlungen zu den Vorwürfen mehrerer Frauen aus den Jahren 2014 und 2015 wurden im Februar wieder aufgenommen. Auch in Rumänien, wo die Brüder zuletzt lebten, laufen mehrere Verfahren gegen sie. Bislang hat Großbritannien eine Auslieferung der beiden jedoch noch nicht forciert. Andrew und Tristan Tate weisen alle Vorwürfe zurück.

Die Tate-Brüder sind vor wenigen Tagen nach Moskau gereist, nachdem Rumänien die Auflagen gegen die beiden gelockert  hatte. In Wladimir Putins Reich wurden sie dem »Guardian« zufolge von Sängern und Tänzern empfangen – ein »außergewöhnliches Spektakel«, so Anwalt Jury. Russland biete Tate neue Möglichkeiten, westliche Werte zu attackieren und Präsident Putins Propaganda an seine Millionen Anhänger zu verbreiten.

Es sei eine nationale Schande für Großbritannien und seine Regierung. Die habe Gewalt gegen Frauen und Mädchen immer wieder als nationalen Notstand bezeichnet und sei »konsequent nicht in der Lage, Russlands unerbittliche Versuche, unsere Werte, Gemeinschaft und Demokratie zu untergraben, zu bekämpfen«.

Klägerinnen fordern Auslieferung

Eine der Klägerinnen sagte dem »Guardian«, es sei »zutiefst erschütternd, dass Andrew Tate trotz eines bestehenden Auslieferungshaftbefehls und der schweren Anklagen gegen ihn erneut um die Welt reist. Wir bekräftigen unsere Forderung an die britische Regierung, endlich zu handeln und Andrew Tate nach Großbritannien ausliefern zu lassen.«

Andrew Tate, ein ehemaliger Kickboxer, erreichte mit frauenverachtenden Aussagen in sozialen Netzwerken Millionen Jugendliche und junge Männer. Sein Bruder Tristan assistierte ihm dabei. Die Brüder sind Größen der sogenannten Manosphere, einer Onlineblase mit frauenverachtenden Männern, die zerstörerische Männerbilder verbreiten und Jugendliche radikalisieren.

Immer wieder nutzte Andrew Tate außerdem seine Onlinepräsenz für Lob für Putin. Dem russischen Präsidenten sei es beispielsweise zu verdanken, dass die Welt von »Covid geheilt« worden sei. Schließlich habe die Coronapandemie geendet, als Putin in der Ukraine einmarschiert war. Auf Anfrage des »Guardian« erklärte er nun, er sei nach Russland gekommen, »weil man ernsthafte Länder ernst nehmen sollte«. Er wolle sehen, wie die Menschen dort leben und denken.

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