Kalkhoff Endeavour 7.B Move+: Edles City-E-Bike mit Bosch-CX Motor im Test

vor 1 Stunde 1

Das City-E-Bike Kalkhoff Endeavour 7.B Move+ fährt mit Bosch-CX-Motor, 750-Wh-Akku und Federung. Wir schauen uns ein Refurbished-Modell an.

Das Kalkhoff Endeavour gehört zur Trekking-Familie, das 7.B Move+ ist der Einstieg in die hochwertige 7er-Serie – über dem 5.B, unter dem 7.B Advance. Gegen die 5er-Serie tritt es mit einem eigenen Rahmen an, dessen Oberrohr in einer Linie bis zum Hinterrad durchläuft.

Zwei Details verschieben das Rad Richtung Allrounder für die Stadt: Es rollt auf 27,5 Zoll statt auf 28 Zoll, und die Reifen dürfen 55 mm breit sein. Das Plus im Namen steht für die Freigabe auf 170 kg Systemgewicht – deutlich mehr, als City-E-Bikes üblicherweise tragen.

Unser Testrad stammt aus dem Modelljahr 2022 und kommt wie schon das Riese & Müller Charger 4 GT (Testbericht) vom Refurbisher Rebike. Es trägt die Zustandsklasse Premium Refurbished und ist ein Einzelstück – dieses Exemplar ist inzwischen verkauft.

Einen Nachmittag lang haben wir das City-E-Bike getestet. Dabei geht es um zwei Fragen: Taugt ein aufbereitetes Gebrauchtrad? Und was steckt in der Endeavour-Baureihe?

Rebike, Garantie und Gewährleistung

Rebike sitzt in München und handelt mit gebrauchten und aufbereiteten E-Bikes, vom City-E-Bike bis zum E-MTB. In den Bestand kommen die Räder über auslaufende Leasingverträge, über das hauseigene Abo und über Rücknahmen von Händlern.

Für Akku und Motor läuft eine Garantie über zwei Jahre, für das gesamte Rad greift zusätzlich ein Jahr Gewährleistung. Bei Bosch-Antrieben kommt seit Juli 2026 das Siegel Certified by Bosch hinzu: Es weist Kapazität des Akkus, Zahl der Ladezyklen und Laufleistung des Motors digital aus. Wer vorher fahren möchte, findet den Store in München/Unterföhring. Nach Hause geht das Rad per Spedition, vormontiert, für 69 Euro.

Zustand des Testrads

107 Ladezyklen liegen hinter dem Akku, seine Gesundheit beziffert Rebike auf 87 Prozent. Zellen in E-Bikes halten typischerweise 500 bis 1000 Zyklen durch – gemessen daran hat das Rad noch ein langes Leben vor sich.

Auf der Tauschliste im Datenblatt stehen zwei Positionen: Griffe samt Lenkerbändern und Sattel. Sichtbar bleibt ein Lackschaden am Rahmen direkt über dem Motor, dazu Kratzer am Gehäuse des Rahmenschlosses. Der Lackschaden ist im Angebot dokumentiert. Wer online kauft, weiß also, was ihn erwartet – kann sich das Rad aber nicht aussuchen: Jedes Exemplar gibt es genau einmal, in genau einer Rahmengröße.

Optik & Verarbeitung

Rund 28 kg bringt das City-E-Bike auf die Waage. Bei 170 kg zulässigem Gesamtgewicht bleiben davon etwa 140 kg für Fahrer und Gepäck. Der Aluminiumrahmen Integrale 1.6 kommt als Diamantform mit hohem Einstieg, unserer in mattem Grau mit großem Kalkhoff-Schriftzug am Unterrohr. Die Serie 2022 gibt es als Diamant und als Wave in den Größen 43 bis 58 cm, unser Rad trägt die XL mit 58 cm für 186 bis 198 cm Körpergröße.

Kalkhoff Endeavour 7.B Move+ Bilder

Kalkhoff Endeavour 7.B Move+

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Die Verarbeitung ist durchgängig hochwertig. Die Rohre sind organisch geformt, die Züge verschwinden im Rahmen, der Rahmen wirkt robust und breit gebaut. Die Motorschnittstelle sitzt tief, was den Schwerpunkt nach unten holt. Auch die Anbauteile fallen nicht aus der Rolle: Die Schutzbleche bestehen aus Aluminium und sind in Rahmenfarbe lackiert, statt zugekauft und schwarz zu sein. Auf der Kettenstrebe steht „Perfect Commuting".

Bei unserem Modell sitzen ein Gepäckträger von Racktime mit ISO-Schild für 25 kg und ein Rücklicht Spanninga Pimento, das im Träger aufgeht. Dazu kommen ein Abus-Rahmenschloss am Sitzrohr und ein verstellbarer Seitenständer am Hinterbau. Neu ist der Sattel, ein Selle Royal; die Griffe tragen das Kalkhoff-Logo – Kalkhoff lieferte 2022 einen Fizik Terra Aidon und Ergon-Griffe vom Typ GA30 aus.

Lenker & Display

Das Cockpit des City-E-Bikes trägt ein Farbdisplay Bosch Kiox 300. Die Steuerung übernimmt links am Lenker eine Bosch-LED-Remote: Fünf LEDs zeigen die Unterstützungsstufe, dazu kommen Tasten für Plus und Minus, Licht und Schiebehilfe. Einen System Controller im Oberrohr gibt es nicht.

Das Kiox 300 lässt sich über die Bosch-eBike-Flow-App frei konfigurieren, Updates kommen "over the air" aufs Rad. Im Blick bleiben Restreichweite und Unterstützungsstufe, auf Wunsch schickt die App auch Routenführung und Fahrdaten aufs Display.

Kalkhoff Endeavour 7.B Move+

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Der Riser-Lenker und der 80 mm lange, im Winkel verstellbare Vorbau stammen von Kalkhoffs Hausmarke Concept. Die Sitzposition lässt sich damit weit anpassen und fällt aufrecht aus, Lenker und Sattel gehen individuell. Vorn leuchtet ein Litemove 110 mit LED, das kräftig ausleuchtet.

Fahren

Den Antrieb stellt ein Bosch Performance Line CX der vierten Generation im Smart System. Er leistet 250 W bei 36 V und stemmt 85 Nm, seine Kraft dosiert ein Drehmomentsensor. Schluss ist bei 25 km/h, die Schiebehilfe läuft bis 6 km/h.

Zehn Gänge stellt eine Shimano Deore bereit: Schaltwerk M5130, Kassette mit 11 bis 43 Zähnen, vorn ein Kettenblatt mit 38 Zähnen, dazu eine Kette vom Typ CN-LG50. Die hydraulischen Tektro M530 mit 180-mm-Scheiben verzögern vorn wie hinten zuverlässig, packen dabei aber weniger entschlossen zu als die Magura-Anlage am Riese & Müller Charger 4 GT (Testbericht). Für schwere Fahrer mit viel Gepäck sind 180 mm knapp bemessen.

Vorn federt eine SR Suntour Mobie25 Air mit 75 mm Federweg und Luftkammer, die sich per Lockout sperren lässt – allerdings nur am Gabelkopf, nicht vom Lenker aus. Die Laufräder stecken in Steckachsen, vorn mit 15 mm, hinten mit 12 mal 142 mm. Hinten sitzt eine gefederte Sattelstütze SR Suntour NCX in Parallelogramm-Bauform, die Stöße abfängt, bevor sie im Rücken ankommen. Kalkhoff lieferte das Rad 2022 mit einer starren Alustütze aus – die sinnvolle Federstütze hat der Vorbesitzer nachgerüstet.

Nachgerüstet hat er auch die Laufräder: Statt der Serienfelgen von Rodi drehen sich DT Swiss EX471 im Rahmen. Auf ihnen sitzen hinten ein Schwalbe Marathon Plus MTB und vorn ein Smart Sam Plus, beide mit grobem Stollenprofil. Kalkhoff montierte 2022 dagegen den glatten Marathon Almotion mit 55 mm Breite. Die Stollen bringen Grip auf Schotter und Waldboden, kosten auf Asphalt aber Rollwiderstand.

Das Fahrverhalten bleibt trotz der Umbauten angenehm: Das City-E-Bike liegt agil, ohne kippelig zu werden. Beim Fahren knarzt nichts – bei einem Rad mit 7330 km auf der Uhr ist das keine Selbstverständlichkeit.

Akku

Das Unterrohr des City-E-Bikes nimmt einen Bosch Powertube mit 750 Wh auf. Damit fährt das Endeavour ein gutes Stück mehr Kapazität spazieren als das Cannondale Canvas Neo 1 (Testbericht), das mit demselben Bosch-Motor, aber nur 625 Wh fährt.

Zum Laden wird der Akku entnommen oder er bleibt im Rahmen. Die Buchse dafür liegt am Unterrohr, Strom liefert ein Bosch-Ladegerät mit 4 A. Einen Range Extender sieht Kalkhoff für die 7er-Serie nicht vor.

Kalkhoff verspricht bis zu 120 km. Realistisch erscheinen uns 75 bis 90 km – wie weit es tatsächlich reicht, entscheiden unter anderem Zuladung, Untergrund, Gegenwind und die gewählte Unterstützung.

Aktuelle Baureihe

Das Endeavour steht weiter im Programm, heute als Endeavour 7 Move+. Das „.B" ist aus dem Namen verschwunden, die technische Basis dahinter nicht. So gibt es weiterhin den Bosch Performance Line CX im Smart System mit 85 Nm zusammen mit der Powertube mit 750 Wh und dem Kiox 300. Auch 27,5 Zoll und die Freigabe auf 170 kg bleiben.

Geändert hat sich die Federgabel: Statt der Mobie25 mit 75 mm fährt heute eine Mobie34 Air mit 80 mm Federweg. Die Rahmenformen heißen weiter Diamant und Wave, die Größen reichen von S bis XL. Das Topmodell der Serie gibt es mit Bosch-eBike-ABS. Für 2026 überarbeitet Kalkhoff die 3er-Serie, nicht die 7er.

Eine neue Plattform gibt es gegenüber 2022 also nicht, nur Ausstattungsdetails. Wer gebraucht kauft, verpasst technisch wenig.

Preis

Unser Testrad ist als Einzelstück verkauft. Rebike führt weitere gebrauchte Kalkhoff-E-Bikes, der Versand kostet 69 Euro. Neu gibt es das Kalkhoff Endeavour 7.B Move ab rund 3000 Euro.

Fazit

Der Bosch Performance Line CX des Kalkhoff Endeavour 7.B Move+ schiebt mit 85 Nm jede Steigung hinauf, der 750-Wh-Akku trägt 75 bis 90 km weit, unterwegs knarzt nichts. Die Verarbeitung ist hochwertig, die Zuladung mit rund 140 kg üppig, Rahmenschloss, Kiox 300 und Federgabel gehören beim Testmodell dazu.

Ganz ohne Abstriche geht es nicht. Das Rad wiegt rund 28 kg, die Tektro-Bremsen greifen wenig kräftig zu, der Federweg fällt knapp aus, und den Lockout erreicht man nur am Gabelkopf. Die Stollenreifen des Vorbesitzers kosten auf Asphalt Rollwiderstand. Beim Gebrauchtkauf kommt hinzu: Dieses City-E-Bike existiert genau einmal, in einer Größe, mit einem dokumentierten Lackschaden – Farbe und Ausstattung sucht sich niemand aus.

Wer ein langlebiges Trekking-E-Bike für Alltag und Wochenende sucht und mit einer festen Größe leben kann, kommt über Rebike günstig an diese Qualität – zumal die aktuelle Baureihe technisch kaum weiter ist. Wer sportlicher unterwegs sein will und kräftigere Bremsen erwartet, greift zum Riese & Müller Charger 4 GT (Testbericht). Gute Technik und Vollfederung bietet das Mapfour Roam (Testbericht) besser, zahlt das aber mit 34 kg. Und wer im Stadtverkehr vor allem leicht und wendig fahren will, ist mit dem Urtopia Carbon 1 ST (Testbericht) besser bedient.

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