Normalerweise ist ein Flugzeug, grob gesagt, eine fliegende Röhre mit Flügeln. Doch es geht auch anders: Das US-Start-up JetZero entwickelt einen sogenannten Blended-Wing-Flieger, bei dem der Rumpf nahtlos in die Tragflächen übergeht. Laut Fachleuten könnte es die größte Neuerung im Flugzeugdesign seit der Überschall-Concorde sein.
Bis zu einer möglichen Serienreife des Modells namens Z4 ist es noch ein weiter Weg, erste Flugzeuge könnten frühestens ab Anfang der Dreißigerjahre abheben. Dafür benötigt das Unternehmen Geld, sehr viel Geld.
Zwanzig Airlines sollen Interesse haben
Mitte Juli hat JetZero mit der US-Export-Import-Bank EXIM eine Absichtserklärung unterzeichnet , mit der eine mögliche Finanzierung von bis zu drei Milliarden Dollar geprüft werden soll. Das Geld könnte etwa in den Bau einer Fertigungsanlage in Greensboro, North Carolina, fließen. Der Vertrag wurde öffentlichkeitswirksam während der diesjährigen Farnborough International Airshow unterzeichnet, einer bekannten Messe für Luftfahrt. Zuerst berichtete das »Wall Street Journal« darüber.
Eine Garantie, dass das Geld wirklich fließt, ist das nicht. Aber rund zwanzig Fluglinien haben laut Unternehmensangaben bereits Interesse an dem Flieger bekundet, darunter United Airlines. Zudem hat JetZero Millionen Dollar von der U.S. Air Force für den Bau eines Prototyps bekommen.
Auch im Inneren unterscheidet sich der Z4 von anderen Flugzeugen. Der Prototyp sieht beispielsweise vier Gänge zwischen den Sitzreihen vor und nicht nur ein oder zwei wie bisher üblich. Auch Fenster sind nicht geplant, stattdessen sind Bildschirme vorgesehen. Zudem soll jeder Sitz über ein eigenes Gepäckfach verfügen. Auch Wartebereiche vor den Toiletten soll es geben.
-
2 Min
-
2 Min
-
4 Min
Die Idee von Blended-Wing-Fliegern ist nicht neu. Bisher hat es aber noch kein derartiges Passagierflugzeug zur Serienreife gebracht. Durch die Form soll das Flugzeug einen großen Teil des Auftriebs selbst erzeugen und Treibstoff einsparen. Laut Berechnungen des Unternehmens könnte der Jet bis zu 50 Prozent weniger verbrauchen als vergleichbare Flugzeuge. Zudem soll der Z4 deutlich höher unterwegs sein, die Rede ist von 10.000 Fuß (etwa drei Kilometer) zusätzlicher Flughöhe.
Der Z4 ist für 250 Passagiere vorgesehen und könnte damit eine Marktlücke schließen, nachdem Boeing Pläne aufgegeben hat, die mittelgroßen Flugzeuge 757 und 767 zu ersetzen.
Was Kritiker sagen
Laut dem Start-up könnte der Jet Vorteile bei der Genehmigung durch die US-Flugbehörde haben, da ein Großteil der Bauteile bereits in anderen Maschinen verbaut und zertifiziert sei.
Kritiker sehen jedoch mehrere Probleme. Durch die vier Gänge im Flugzeug müssten etwa Evakuierungen anders ablaufen als bisher. Zudem seien die Flughäfen nicht auf ein solches Design vorbereitet – etwa die Fluggastbrücken. Die fehlenden Fenster könnten zudem bei Passagieren Reiseübelkeit verstärken. Gerade auf Reisende in den äußeren Bereichen des Flugzeugs könnten zudem starke Kräfte wirken, wenn die Maschine Kurven fliegt.
Das Unternehmen verspricht, Lösungen für die Probleme zu haben. Ende 2027 soll der erste Prototyp in Originalgröße abheben.
An Bord vieler Urlaubsflieger sind mehr Akkus als Menschen, dabei können insbesondere Powerbanks Feuer fangen und Flugzeuge zerstören. Mehr über das unterschätzte Sicherheitsrisiko lesen Sie hier.

vor 1 Stunde
1











English (US) ·