Im Jemen hat die Huthi-Miliz dem benachbarten Saudi-Arabien mit Angriffen auf Ölanlagen, Flughäfen und andere sensible Ziele gedroht. Sämtliche Ölanlagen Saudi-Arabiens und kritische Einrichtungen im Land seien »Ziele für unsere Raketen und Drohnen«, sagte Anführer Abdul-Malik al-Houthi in einer im Fernsehen übertragenen Rede. Die richtige Antwort auf den jüngsten Angriff am Flughafen von Sanaa im Jemen, der von den Huthis kontrolliert wird, sei ein Angriff auf den Flughafen von Riad.
Am Montag war es zwischen den Huthis und der international anerkannten Regierung im Jemen, die von Saudi-Arabien unterstützt wird, zu einer der schwersten Konfrontationen seit Jahren gekommen. Die Huthis feuerten Raketen auf das Königreich ab, nachdem sie Riad beschuldigt hatten, am Montag den Flughafen in Sanaa bombardiert zu haben. In dem seit 2014 laufenden Krieg gilt seit 2022 eine informelle Waffenruhe.
Huthis können Waffennachschub erhalten
Die Huthi-Miliz im Jemen ist neben der Hisbollah im Libanon der wichtigste nicht staatliche Verbündete Irans. Sie hatte im Irankrieg die »volle und unerschütterliche Solidarität« mit Teheran angekündigt.
Die Huthis verfügten zunächst nur über veraltete Waffensysteme aus der früheren Sowjetunion, bauten ihr Arsenal dann aber immer weiter aus. Heute umfasst es eine große Reihe an Raketen, Marschflugkörpern, Drohnen und Drohnenbooten. Sie können damit Schiffe, kritische Infrastruktur und Wohngebiete in der Region direkt gefährden.
Das Arsenal der Huthis wurde bei wiederholten Luftangriffen der USA und Israels zwar stark getroffen, über Schmuggelrouten etwa um das Horn von Afrika können sie aber weiterhin Nachschub für ihre Waffensysteme erhalten – von Iran, aber auch aus anderen Ländern. Der britischen Organisation Conflict Armament Research (CAR) zufolge stammten bei einem großen Fund von Waffen und Waffentechnologie im vergangenen Jahr nur fünf Prozent der Teile aus Iran, der Rest stammte demnach aus mindestens 16 weiteren Ländern.

vor 2 Stunden
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