Was haben diese Ziege, ein niedliches Polizeiauto und dieser Mann in einem Bärenkostüm mit einem sehr ernsten Problem in Japan zu tun? Finden wir es heraus.
Mittwochmittag in Yaita, auf dem Campus einer Grundschule.
Der 74-jährige Jäger Fuminor Kimijima pirscht sich an sein Ziel. Er legt an – und schießt. Sein Opfer geht sofort zu Boden. Zumindest tut der Mann in dem Tierkostüm so. Was passiert hier und wieso das Schauspiel?
13 Menschen wurden im vergangenen Jahr in Japan von wilden Bären getötet. Diese Bilder zeigen, wie ein streunender Schwarzbär einen Fabrikarbeiter in der japanischen Stadt Fukushima attackiert. 2026 gab es landesweit 50.000 Sichtungen – die Zahl steigt. Regierungschefin Takaichi verabschiedete bereits ein Notfallpaket.
Zurück bei der Grundschule – bei der kostümierten Bärenjagd handelt es sich um eine Bärenabwehr-Übung.
Nachdem das »Tier« betäubt wurde, stellen Kimijima und sein Team sicher, dass es keine Gefahr mehr ist. Bei dem Drill kommen auch schwere Polizeiausrüstung und Drohnen zum Einsatz. Was auf den ersten Blick lustig wirkt, wird sehr ernst genommen. Kimijima sieht noch Verbesserungspotential:
Fuminor Kimijima, Jäger:
»In letzter Zeit sind tatsächlich mehr Bären in der Gegend aufgetaucht, weshalb diese Art von Schulung notwendig ist. Ich denke, es würde viel schneller gehen, wenn wir mit der Polizei, der Forstbehörde sowie den lokalen Behörden, beispielsweise dem Rathaus, zusammenarbeiten würden.«
Unterdessen warnt die Polizei die Anwohner in der Umgebung – mit diesem kleinen Auto:
Polizist per Lautsprecher:
»Es wurde ein Bär gesichtet. Aufgrund der extremen Gefahr sollten Sie sich nicht hierher begeben.«
In Japan wächst die Bärenpopulation häufig dort, wo die Landbevölkerung schrumpft. Hinzu kommt: Der Klimawandel sorgt dafür, dass die Tiere in ihrem Revier weniger Nahrung finden. In der Nähe von Städten sieht das anders aus. Und so zieht es sie dorthin. Deshalb üben diese Studenten den Einsatz von Bärenspray, um die Tiere im Notfall abzuschrecken. Damit sie vorbereitet sind für den Ernstfall, denn der verstärkte Einsatz von Polizei und Soldaten gegen die Bärenplage hat bislang kaum Besserung gebracht.
Und die Ziege? Die ist offenbar verwirrt und hofft einfach, dass sie niemals einem echten Bären begegnet.

vor 2 Stunden
1











English (US) ·