Jahreseinkünfte von 196.000 Euro im Schnitt: 7,4 Prozent zahlen in Deutschland den Spitzensteuersatz

vor 1 Stunde 1

Rund 3,2 Millionen Steuerpflichtige wurden zuletzt mit dem Spitzensteuersatz von 42 Prozent besteuert. 2022 entsprach das einem Anteil von 7,4 Prozent aller unbeschränkt Steuerpflichtigen mit einem zu versteuernden Einkommen, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Auf sie entfielen mit 186 Milliarden Euro knapp die Hälfte (49 Prozent) des gesamten Einkommensteueraufkommens. Ihre durchschnittlich erzielten Jahreseinkünfte lagen bei 196.000 Euro.

In Deutschland wird ein progressiver Steuersatz angewendet. Er zieht mit steigendem Einkommen an. Dadurch werden die Steuerpflichtigen unterschiedlich stark belastet. Die Einkommensgrenze, ab der der Spitzensteuersatz galt, lag 2022 bei einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 58.597 Euro. Bei gemeinsam veranlagten Personen waren es 117.194 Euro.

„Zu beachten ist, dass der Spitzensteuersatz nicht für das gesamte Einkommen fällig wird, sondern für den Betrag über der Einkommensgrenze“, erklärten die Statistiker.

Rund 141.000 der 3,2 Millionen Spitzensteuerzahler kamen auf ein Jahreseinkommen von mehr als 277.826 Euro (555.652 Euro für gemeinsam veranlagte Personen). Ab dieser Einkommensgrenze galt 2022 der Höchststeuersatz von 45 Prozent, die sogenannte Reichensteuer. Auf diese 0,3 Prozent aller unbeschränkt Steuerpflichtigen entfielen rund 7,6 Prozent aller Einkünfte und 15,3 Prozent der Steuersumme.

5,4

Prozent zahlten den Spitzensteuersatz 2012 – die Zahl der Spitzenverdiener ist also angestiegen.

Verglichen mit 2012 ist der Anteil der Steuerpflichtigen mit Spitzensteuersatz von 5,4 auf 7,4 Prozent im Jahr 2022 gestiegen. Der Steuertarif wird seit 2016 regelmäßig an die Inflation angepasst. Damit wurden die Beträge, ab denen der Spitzensteuersatz greift, jährlich angehoben.

„Seitdem hat sich der Anstieg, zusätzlich bedingt durch einen Rückgang zu Beginn der Corona-Pandemie, verlangsamt“, stellten die Statistiker fest. Im Jahr 2022 entfielen auf die Zahler mit Spitzensteuersatz 49 Prozent des gesamten Einkommensteueraufkommens. 2012 waren es noch 42 Prozent.

Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) will sein Konzept zur Reform der Einkommensteuer bald vorstellen. Er will vor allem ärmere Bevölkerungsschichten entlasten. (Reuters)

Gesamten Artikel lesen