„Der Mann ist echt seltsam“ : Söder sieht hinter Höcke-Aussagen zu Westdeutschen „kruden Verschwörungsmythos“

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CSU-Chef Markus Söder sieht hinter den Aussagen von AfD-Politiker Björn Höcke, wonach Westdeutsche deutsch sprechende Amerikaner seien, einen „ganz kruden Verschwörungs- und Besatzungsmythos“. „Natürlich ist in Westdeutschland die Bindung an die Amerikaner stark, und das hat auch einen Grund: weil die Amerikaner die Freiheit der Demokratie beschützt haben, lange Zeit“, sagte der bayerische Ministerpräsident in einem Videobeitrag, den er am Mittwoch in den sozialen Medien teilte.

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Söder verweist zwar darauf, dass heute manches „seltsam anmutet“, was aus Washington zu hören sei. Dennoch „ist es so, dass wir uns zum Bündnis, zum transatlantischen, bekennen“, sagte der CSU-Chef. Den AfD-Landeschef in Thüringen findet Söder offenbar bizarr: „Der Mann ist echt seltsam“, so Söder. „Wollen wir wirklich, dass so jemand in Deutschland die Verantwortung übernimmt?“ In Höcke sieht Bayerns Regierungschef die Nummer eins in der AfD, wie er weiter ausführte.

Die Äußerungen von Thüringens AfD-Chef über West- und Ostdeutsche hatten in der AfD eine Diskussion ausgelöst. Hintergrund ist ein Interview Höckes mit der Schweizer „Weltwoche“ und Herausgeber Roger Köppel.

Dort hatte der AfD-Politiker als wichtige Ursache für gesellschaftliche Polarisierung und Ost-West-Unterschiede gesagt: „Im Osten sind die Menschen noch Deutsche, im Westen haben sie über Jahrzehnte eine Ersatzidentität gefunden und haben sich von der amerikanischen Kultur völlig usurpieren lassen.“ Usurpieren bedeutet, etwas zu verdrängen und dessen Platz einzunehmen.

Höcke, selbst Westdeutscher, zitierte außerdem einen Satz, den er „irgendwo gelesen“ habe, der gut reinpasse: „In der westlichen Republik gibt es deutsch sprechende Amerikaner oder wohnen deutsch sprechende Amerikaner und im Osten der Republik wohnen deutsch sprechende Deutsche.“ Der Amerikanismus sei eine Antithese zum Deutschtum, sagte er auch. (Tsp/dpa)

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