Israel und Libanon: Sieben Tote bei israelischem Angriff auf Südlibanon

vor 2 Stunden 1

Bei einem Luftangriff auf ein Haus im Südlibanon gibt es mehrere Tote und Verletzte. Israel hat nach eigenen Angaben eine Stellung der Hisbollah-Miliz attackiert.

Quelle: DIE ZEIT, AFP, Reuters, dpa, AP, 15. August 2026, 11:23 Uhr

Israel Luftangriff Südlibanon Hisbollah Ansar
Ein Mann steht im Libanon vor den Trümmern eines zerstörten Hauses, das von einem israelischen Luftangriff getroffen wurde. © Mohammed Zaatari/​picture alliance/​dpa/​AP

Bei einem israelischen Luftangriff im Südlibanon sind nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums mindestens sieben Menschen getötet worden. Unter den Toten waren den Angaben zufolge drei Kinder und zwei Frauen. Zwei weitere Menschen wurden demnach verletzt. In einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur NNA war von drei Verletzten die Rede. Laut dem libanesischen Gesundheitsministerium wurde ein Haus in den Außenbezirken der Ortschaft Ansar getroffen.

Die israelische Armee bestätigte den Militäreinsatz. Ziel sei ein Stützpunkt der »Hisbollah-Terrororganisation« gewesen. Ein vor Ort anwesender Fotograf der Nachrichtenagentur dpa berichtete, auch Anwohner hätten von einem Hisbollah-Stützpunkt gesprochen. Aufnahmen in einigen Bereichen des zerstörten Hauses, von einem zerstörten Auto und einem gegenüberliegenden, bewaldeten Tal seien verboten worden. 

Der Angriff erfolgte laut israelischem Militär als Reaktion auf einen vorherigen Beschuss von Soldaten am Ali-al-Taher-Pass. Der strategisch wichtige Hügel mit Blick auf das Gebiet Nabatije liegt in einer von Israel einseitig erklärten »Sicherheitszone« im Südlibanon.

Angriffe auf strategisch wichtigen Gebirgskamm

Nach Angaben der Nachrichtenagentur NNA attackierten israelische Kampfflugzeuge und Artillerie zudem den Ali-al-Taher-Pass. Auch in dem Tal zwischen Ansar und Saraijeh sei es zu israelischen Angriffen gekommen. Israelische Streitkräfte hätten überdies Häuser in der grenznahen Stadt Bint Dschbeil gesprengt.

Die Hisbollah reagierte zunächst nicht auf den mit sieben Toten folgenreichsten Angriff seit Inkrafttreten einer Waffenruhe mit Israel Mitte Juni. In der vergangenen Woche waren zwei israelische Soldaten bei einer Explosion im Südlibanon ums Leben gekommen, wozu sich die proiranische Miliz ebenfalls nicht geäußert hatte. 

Immer wieder Verstöße gegen Waffenruhe

Israel und die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz werfen einander regelmäßig Verstöße gegen die Waffenruhe vor. Israel hat nach eigenen Angaben einseitig eine »Sicherheitszone« im Südlibanon verfügt, um Angriffe der Hisbollah auf den Norden Israels zu verhindern. Das von Israel kontrollierte Areal umfasst nach geografischen Berechnungen libanesischer Medien rund 620 Quadratkilometer. Dies entspricht einem Anteil von etwa sechs Prozent der Fläche des Landes.

Israel und der Libanon hatten sich im Juni auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das die Entwaffnung der libanesischen Hisbollah-Miliz, einen schrittweisen Abzug der israelischen Truppen aus dem Süden des Libanons und zugleich die Entsendung der libanesischen Armee in die Region vorsieht. Die Hisbollah lehnt die direkten Gespräche zwischen Israel und Libanon allerdings ab und weigert sich, ihre Waffen abzugeben.

Die Hisbollah hatte den Libanon in den von den USA und Israel Ende Februar begonnenen Irankrieg hineingezogen, indem sie kurz nach Kriegsbeginn Raketen auf Israel abfeuerte. Israel reagierte darauf mit Angriffen und einer Bodenoffensive.

Gesamten Artikel lesen