Irankrieg: Minenjagdboot der Bundeswehr bricht Richtung Mittelmeer auf

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Das Minenjagdboot »Fulda« wird Mitte Mai im Mittelmeer eintreffen. Falls die Bundesregierung sich dazu entscheidet, könnte es in der Straße von Hormus eingesetzt werden.

4. Mai 2026, 16:28 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP,

 Minenjagdboot »Fulda« kurz vor der Entsendung ins Mittelmeer in Kiel
Minenjagdboot »Fulda« kurz vor der Entsendung ins Mittelmeer in Kiel © Gregor Fischer/​Getty Images

Ein Minenjagdboot der Deutschen Marine ist zur Vorbereitung eines möglichen Einsatzes in der Straße von Hormus Richtung Mittelmeer ausgelaufen. Das Minenjagdboot Fulda legte vom Marinestützpunkt Kiel-Wik aus. Das Schiff mit einer Besatzung von bis zu 45 Soldaten wird etwa zwei Wochen lang unterwegs sein.

Hintergrund der Entsendung ist ein bislang theoretischer Bundeswehreinsatz zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus. Die Bundesregierung hatte im vergangenen Monat nach entsprechenden Forderungen der USA angekündigt, denkbar sei ein Einsatz zur Räumung von durch den Iran gelegten Minen sowie zur Seeaufklärung mit einem Aufklärungsflugzeug.

Voraussetzung dafür ist jedoch laut Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), dass sich die USA und der Iran auf ein nachhaltiges Ende des Krieges einigen, der Bundestag den Einsatz bewilligt und es ein internationales Mandat dafür gibt. Bislang ist keine dieser von der Bundesregierung genannten Bedingungen eingetreten.

Vorzeitige Verlegung für möglichen Einsatz in der Straße von Hormus

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte, die Fulda breche dennoch schon jetzt in Richtung Mittelmeer auf, »um im Falle eines Falles«, wenn die Bedingungen erfüllt sind, »an so einem Einsatz teilnehmen zu können und dann schon in räumlicher Nähe zu sein«. Für die Entsendung wird die Fulda aus einem Nato-Einsatz in der Nord- und Ostsee herausgelöst. Das Schiff soll im Mittelmeer zunächst in einen Nato-Minenabwehrverband eingegliedert werden. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) kündigte im April an, bei einem Einsatz in der Straße von Hormus werde dem Boot ein Führungs- und Versorgungsschiff zur Seite gestellt.

Die Fulda ist eines von zehn Minenjagdbooten der Marine und wurde 1998 in Dienst gestellt. Sie ist das jüngste der Anfang der 1990er-Jahre eingeführten Frankenthal-Klasse. Das mehr als 50 Meter lange Schiff ist unter anderem mit einer Maschinenkanone und Maschinengewehren bewaffnet und hat Unterwasser- sowie Überwasserdrohnen an Bord. Die Stammcrew dieser Boote kann je nach Typ um vier oder bis zu zwölf Minentaucher ergänzt werden.

Unter Führung Frankreichs und Großbritanniens bereitet ein internationales Bündnis einen möglichen Marineeinsatz nach einem Ende der Kampfhandlungen im Iran vor. Derzeit laufen diplomatische Bemühungen um eine friedliche Lösung des Konflikts – für den Fall eines Scheiterns haben die USA und Israel weitere Angriffe auf den Iran angedroht. 

Erste US-Kriegsschiffe passieren Straße von Hormus

Der Iran hatte die Straße von Hormus nach Kriegsbeginn gesperrt. Auf dem Schifffahrtsweg wird ein Fünftel des international gehandelten Öls transportiert. Die Sperre ließ die Ölpreise weltweit stark ansteigen. Als Reaktion darauf begannen die USA vergangenen Monat mit einer Seeblockade iranischer Häfen östlich der Straße von Hormus. 

Die US-Regierung fordert als Bedingung für ein Ende des Krieges ein Ende des iranischen Atomprogramms. Zuletzt startete das US-Militär einen Marineeinsatz, um Tanker durch die Straße von Hormus hindurch zu lotsen. Der Iran drohte den USA daraufhin Angriffe auf die dabei eingesetzten Schiffe an. 

Das US-Militär dementierte iranische Berichte, wonach eine Fregatte von iranischen Raketen attackiert worden sei. Mutmaßlich hat es sich dabei laut Angaben aus dem Iran um einen Warnschuss gehandelt. Kurz darauf passierten nach US-Angaben zwei US-Kriegsschiffe die Meerenge.

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