Irankrieg: Großbritannien meldet Angriff auf Frachter vor der Küste Jemens

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Pia Packmohr

Großbritannien meldet Angriff auf Frachter vor der Küste Jemens 

Vor der Küste Jemens ist nach Angaben der Seehandelsaufsicht der britischen Marine ein Frachter angegriffen worden. Das Schiff im Roten Meer habe einen Angriff von unbekannten Bewaffneten gemeldet. Er sei etwa 55 Kilometer südwestlich von Hudaida erfolgt. Die Behörden untersuchten den Fall. 

Zu dem Angriff bekannte sich zunächst niemand. Ein Sprecher der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz im Jemen äußerte sich nicht sofort. Die Huthi kontrollieren Hudaida und hatten nach Beginn des Gaza-Krieges immer wieder Schiffe auf dem Weg zum Suezkanal beschossen. In der Gegend sind aber auch somalische Piraten aktiv. 

Claudia Vallentin

14 Soldaten bei Angriff von Huthi-Miliz im Jemen getötet

Bei einem Angriff der vom Iran finanzierten Huthi-Miliz nahe der Hafenstadt Hudaida sind nach Angaben aus Kreisen der jemenitischen Regierung 14 Soldaten getötet worden. Regierungstreue Einheiten hätten den Angriff im Bezirk Hays südlich von Hudaida nach »stundenlangen Gefechten am frühen Samstagmorgen« abgewehrt, sagte ein jemenitischer Militärvertreter. Auch unter den Angreifern habe es Tote und Verletzte gegeben, Details nannte er nicht.

Im Jemen herrscht seit Jahren Krieg, der das ohnehin arme Land in eine humanitäre Krise gestürzt hat. Die Huthi kontrollieren große Teile des Nordens, während im Süden ein zersplittertes Bündnis die international anerkannte Regierung stützt. 

Claudia Vallentin

Totengebet für Ali Chamenei in Teheran

In Teheran ist das Totengebet für den im Krieg getöteten obersten Führer Ali Chamenei abgehalten worden. Am zweiten Tag der öffentlichen Trauerfeiern leitete der 97-jährige Großajatollah Dschafar Sobhani das Gebet, wie Aufnahmen des Staatsfernsehens zeigen.

Der Leichnam Chameneis soll noch bis Montag in Teheran bleiben. Danach sind Zeremonien in der Pilgerstadt Ghom und im Irak geplant, bevor die Beisetzung am Donnerstag in Chameneis Heimatstadt Maschhad stattfinden soll.

Verena Hölzl

Israel meldet tödlichen Angriff im Süden des Libanon

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben einen bewaffneten Kämpfer im Süden des Libanon getötet. Israelische Soldaten hätten einen »bewaffneten Terroristen« innerhalb der von Israel errichteten »Sicherheitszone« in der Gegend um Madschdal Sun identifiziert und erschossen, teilte das Militär mit. Die sogenannte Sicherheitszone reicht bis zu zehn Kilometer in libanesisches Territorium hinein.

Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete, ein israelischer Hubschrauber habe fünf Raketen auf die Ortschaft Madschdal Sun abgefeuert. Angaben über mögliche Tote wurden zunächst nicht gemacht. Bei einem israelischen Angriff auf das Dorf Mansuri wurde laut NNA ein Mensch verletzt. Die Nachrichtenagentur berichtete zudem über israelischen Artilleriebeschuss in weiteren Orten im Südlibanon.

Israel und der Libanon hatten in der vergangenen Woche unter Vermittlung der USA ein Rahmenabkommen unterzeichnet, um den Weg für einen Frieden zwischen beiden Ländern zu ebnen. Das Abkommen macht einen Rückzug Israels aus den besetzten libanesischen Gebieten davon abhängig, dass der Libanon die proiranische Hisbollah-Miliz entwaffnet.

Luis Kumpfmüller

Trauer als Machtprobe

Bereits am ersten Tag des Krieges, am 28. Februar, wurde der iranische Religionsführer Ali Chamenei bei einem israelischen Luftschlag getötet. Seine Trauerfeier findet jedoch erst ab diesem Wochenende statt.

Die iranische Führung wolle mit dem Begräbnis den Triumph des Systems feiern, schreibt meine Kollegin Lea Frehse. Zugleich sei es ein Test: Wie viele trauernde Iraner kann sie noch auf die Straßen bringen? Welche Staatsgäste kommen und von welchem Rang?

Worauf Sie bei den Bildern achten sollten, um sie richtig zu deuten, lesen Sie hier.

Luis Kumpfmüller

Iran warnt Großbritannien und Frankreich vor Patrouillen in der Straße von Hormus

Der Iran hat Großbritannien und Frankreich vor gemeinsamen Patrouillen in der Straße von Hormus gewarnt. Die Sicherheit der Meerenge liege in den Händen der Anrainerstaaten, schrieb der iranische Chefunterhändler bei den Gesprächen mit den USA, Kasem Gharibabadi, auf X. »Wer Krisen heraufbeschwört, wird für die Folgen seiner Abenteuer zur Verantwortung gezogen. Dies ist eine ernsthafte Warnung.«

Zuvor hatten der britische Premierminister Keir Starmer und der französische Präsident Emmanuel Macron mitgeteilt, der Oman habe sich bereit erklärt, gemeinsam mit ihren Ländern die Sicherheit der Schifffahrt in seinen Hoheitsgewässern zu gewährleisten. Beide Länder seien bereit, eine multinationale Militärmission einzusetzen, um die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus zu unterstützen.

Die iranische Revolutionsgarde warnte Frachter davor, die Meerenge auf einer Route vor der Küste Omans zu durchfahren, die der Oman in Abstimmung mit der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation IMO festgelegt hat. Die einzige zugelassene Route sei die vom Iran festgelegte, hieß es, andere Routen seien untersagt, bei Verstößen werde man einschreiten. 

Ulrike Tschirner

Öffentliche Trauerfeiern für Chamenei beginnen

Vor gut vier Monaten wurde der damalige oberste Führer Ajatollah Ali Chamenei getötet – nun werden im Iran über mehrere Tage die Trauerfeierlichkeiten abgehalten. Drei Tage lang bleibt der Sarg des früheren Staatsoberhaupts in der Hauptstadt Teheran aufgebahrt, ehe er für weitere Zeremonien in die Pilgerstadt Ghom und dann in den Irak gebracht werden soll. Am Donnerstag soll der frühere Religionsführer im religiösen Zentrum seiner Heimatstadt Maschhad beigesetzt werden.

Ob dort auch Chameneis Sohn Modschtaba anwesend sein wird, ist unklar. Er ist der neue oberste Führer des Iran. Modschtaba Chamenei war bei amerikanisch-israelischen Angriffen verletzt worden und seither nicht mehr öffentlich aufgetreten.

Mehr als 65.000 Einsatzkräfte sind laut iranischen Staatsmedien allein in den Städten stationiert, in denen die Trauerfeiern stattfinden. Weitere 200.000 sollen für Sicherheit in den Provinzen sorgen. Aus Sicherheitsgründen sperrt der Iran zudem seinen Luftraum für mehrere Tage. 

Ulrike Tschirner

Frankreich zieht Flugzeugträger ab

Angesichts der aktuellen Entspannung im Irankrieg holt Frankreich seinen atombetriebenen Flugzeugträger Charles de Gaulle zurück. Das Kriegsschiff, das im März vor die Küste Zyperns verlegt worden war, werde in seinen Heimathafen Toulon zurückkehren, teilte Präsident Emmanuel Macron mit. Grund sei die »günstige Entwicklung« durch die Grundsatzeinigung zwischen dem Iran und den USA, die Kämpfe einzustellen. 

Den Angaben zufolge sollen französische Minenjäger und Fregatten weiter stationiert bleiben. Diese könnten sich auch an einer möglichen internationalen Mission zur Absicherung der Straße von Hormus beteiligen, wenn eine solche beschlossen werde, schrieb Macron im Onlinedienst X.

Hella Kemper

Chamenei liegt in Teheran aufgebahrt

Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat dem getöteten obersten Führer des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, die letzte Ehre erwiesen. Auf Bildern des iranischen Staatsfernsehens war zu sehen, wie Peseschkian gemeinsam mit anderen Regierungsvertretern am Sarg Chameneis betete.

Chameneis mit der iranischen Flagge bedeckter Sarg war zuvor in eine riesige Halle in Teheran gebracht worden. Auch der Anführer der iranischen Revolutionsgarde, Ahmad Wahidi, besuchte den aufgebahrten Sarg. Es war Wahidis erster öffentlicher Auftritt seit Kriegsbeginn.

Marla Noss

Iran warnt Feinde vor »Fehlkalkulation« bei Chamenei-Beerdigung

Die Streitkräfte des Iran haben vor Beginn der Trauerfeiern für den getöteten obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei ihre Feinde vor Angriffen gewarnt. »Jede Fehlkalkulation wird mit einer entschlossenen und noch härteren Antwort als je zuvor beantwortet. Einer Antwort, die für immer in ihrer Geschichte der Schande verzeichnet bleiben wird«, teilte die Revolutionsgarde mit.

Bei der Trauerfeier werden mehrere Millionen Menschen erwartet. Zehntausende Sicherheitskräfte sind daher in den Metropolen im Einsatz. Ab Montag soll zudem der Luftraum für mehrere Tage gesperrt werden. 

Marla Noss

General Wahidi vor Chamenei-Beerdigung nach Monaten im Iran gesichtet

Der einflussreiche Chef der paramilitärischen Revolutionsgarde im Iran, Ahmed Wahidi, ist erstmals seit Monaten wieder öffentlich gesehen worden. Die iranischen Staatsmedien veröffentlichten Fotos, die Wahidi bei einem Treffen zum Staatsbegräbnis von Ajatollah Ali Chamenei zeigen. Wahidi nahm den Bildern zufolge zudem bereits an einer kleineren Trauerfeier teil. 

Wahidi war seit dem 8. Februar nicht mehr öffentlich gesehen worden. Nach Angaben von Experten spielt er eine wichtige Rolle bei den Verhandlungen des Iran für ein dauerhaftes Ende des Krieges mit den USA. Der General soll einer der wenigen sein, der direkten Kontakt zum neuen iranischen Oberhaupt Ajatollah Modschtaba Chamenei hat. 

Alara Yilmaz

Schiffsverkehr in Straße von Hormus erholt sich offenbar

Trotz der Angriffe des Irans auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus nimmt der Schiffsverkehr in der Meerenge wieder zu, wie aus einer Analyse des maritimen Datenanbieters Lloyd’s List Intelligence hervorgeht. In der vergangenen Woche durchquerten demnach 258 Schiffe die Meerenge. Der Iran hatte vergangene Woche zwei Schiffe attackiert, die auf einer Route vor der Küste Omans unterwegs waren, die der Oman in Abstimmung mit der UN-Schifffahrtsorganisation IMO festgelegt hatte. Die iranische Regierung verlangt, dass Schiffe ausschließlich eine Route vor der Küste Irans nutzen.

In der Woche vor den Angriffen hatten den Angaben zufolge lediglich 138 Schiffe die Straße von Hormus passiert. Das Verkehrsaufkommen in der Wasserstraße sei noch immer deutlich unter dem Vorkriegsniveau, sagte ein Vertreter von Lloyd’s List Intelligence. Dort seien vor Kriegsbeginn durchschnittlich täglich 130 Schiffe unterwegs gewesen. Die Situation in der Meerenge sei demnach weiterhin instabil.

Magdalena Inou

Israel nimmt mutmaßlichen Spion des Iran fest

Ein Mann aus Tadschikistan ist in Israel unter dem Verdacht festgenommen worden, für den Iran Ziele ausgespäht und weitere Spione angeworben zu haben. Nach Angaben des israelischen Inlandsgeheimdienstes Schin Bet handelt es sich um einen tadschikischen Staatsbürger mit russischem Pass, gegen den bereits Anklage erhoben worden war.

Dem Verdächtigen wird vorgeworfen, während des jüngsten Kriegs mit dem Iran Einschlagsorte iranischer Raketen sowie den Standort der Azrieli-Türme in Tel Aviv an einen iranischen Agenten weitergegeben zu haben. Außerdem soll er laut den Behörden den Hafen von Haifa fotografiert und versucht haben, Aufnahmen einer sicherheitsrelevanten Anlage im Norden Israels zu machen.

Nach Angaben der Behörden sei der erste Kontakt zu dem iranischen Agenten demnach über ein Jobangebot zustande gekommen. Obwohl der Beschuldigte später wusste, dass es sich um einen Agenten handeln soll, soll er den Kontakt aufrechterhalten haben.

In den vergangenen Jahren nahmen israelische Behörden wiederholt Menschen wegen des Verdachts fest, für den Iran spioniert zu haben.

Simon Sales Prado

USA und Iran einigen sich auf Kommunikationsweg

Delegationen der USA und des Iran haben sich bei indirekten Gesprächen in Katar auf die Einrichtung eines Kommunikationskanals geeinigt. Dieser soll laut Irans Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi »morgen« eingerichtet werden. Demnach sollen damit Verstöße gegen das Rahmenabkommen gemeldet und dokumentiert werden. Nähere Details wurden nicht bekannt. Bereits bei den Gesprächen in der Schweiz im Juni sollen die USA und der Iran sich auf die Einrichtung einer solchen Verbindung geeinigt haben. 

Die Beratungen mit den katarischen und pakistanischen Vermittlern in Doha fanden getrennt und auf niedrigerer Ebene statt. Es gibt in den kommenden Tagen »keine Pläne für Verhandlungen mit der amerikanischen Seite auf irgendeiner Ebene«, sagte Irans Außenamtssprecher Esmail Baghaei. Er wies damit eine frühere Ankündigung von US-Präsident Donald Trump zurück, wonach in Doha direkte Gespräche vorgesehen seien.

Trotz des Rahmenabkommens gab es zuletzt allerdings zur Straße von Hormus und dem iranischen Atomprogramm widersprüchliche Angaben aus den USA und dem Iran. Am Wochenende griffen sich die USA und der Iran jedoch gegenseitig militärisch erneut an und warfen der jeweils anderen Seite einen Verstoß gegen die geltende Waffenruhe vor.

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Caspar Leder

Donald Trump spricht von sehr gutem Auskommen mit dem Iran

US-Präsident Donald Trump hat sich optimistisch zum Verhältnis von USA und Iran sowie ​den jüngsten Gesprächen in Katar geäußert. Die ⁠Denuklearisierung des Irans komme gut voran, sagte er vor Journalisten. Er ergänzte zudem: »Wir kommen sehr gut miteinander aus.«

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, unter Berufung auf die Angaben eines Insiders und eines iranischen Regierungsvertreters, dass Vertreter der ⁠USA und des Iran in der katarischen Hauptstadt Doha zusammenkommen. Demnach handelt es sich um Fachgespräche über den ​Schiffsverkehr in der Straße von Hormus und einen dauerhaften Waffenstillstand.

Der Schwiegersohn von Donald Trump, Jared Kushner, und der Sondergesandte Steve Witkoff führen vorbereitende Gespräche mit dem katarischen Ministerpräsidenten. Sie nehmen jedoch nicht selbst an den Verhandlungen teil. Katar vermittelt in dem Konflikt gemeinsam mit Pakistan. 

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