Iran: Vereinte Nationen melden 21 Hinrichtungen im Iran seit Kriegsbeginn

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Mehr als 20 Menschen sind im Iran seit Kriegsbeginn exekutiert worden, 4.000 wurden festgenommen. Der UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk äußert sich »entsetzt«.

30. April 2026, 2:33 Uhr Quelle: DIE ZEIT, Reuters,

 Der Hohe Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Volker Türk, fordert den Iran auf, Hinrichtungen zu stoppen und ⁠willkürlich Inhaftierte freizulassen.
Der Hohe Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Volker Türk, fordert den Iran auf, Hinrichtungen zu stoppen und ⁠willkürlich Inhaftierte freizulassen. © Salvatore Di Nolfi/​dpa

Der Iran hat seit ​Beginn des Krieges mit den USA und Israel vor zwei Monaten mindestens 21 Menschen hingerichtet. Mehr als 4.000 Personen seien wegen Vorwürfen der angeblichen Gefährdung ​der nationalen Sicherheit festgenommen, ⁠sagte UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk. Mindestens neun Menschen seien im Zusammenhang mit Protesten ‌im Januar ⁠exekutiert worden, zehn wegen ​angeblicher Mitgliedschaft in Oppositionsgruppen und zwei wegen Spionagevorwürfen.

»Ich bin entsetzt, dass die Rechte des ​iranischen Volkes zusätzlich zu den ohnehin schweren Auswirkungen des Konflikts weiterhin auf harsche und brutale Weise von den Behörden beschnitten werden«, sagte Türk. Er forderte die iranischen Behörden auf, alle weiteren Hinrichtungen zu stoppen und ⁠willkürlich Inhaftierte freizulassen.

Verschwunden, gefoltert, misshandelt

Bei regierungsfeindlichen ​Protesten im Januar hatten die iranischen Behörden Tausende Menschen getötet – ‌es waren die ‌schwersten innenpolitischen Unruhen seit der Islamischen Revolution ​1979. Nach Angaben der in Norwegen ansässigen Organisation Iran Human Rights wurden insgesamt mindestens 3.646 Menschen ​festgenommen, davon mindestens 767 nach Beginn eines Waffenstillstands am 8. April. Viele der Inhaftierten seien verschwunden, gefoltert oder anderweitig misshandelt ‌worden, sagte Türk. 

Er verwies darauf, dass unter den Gefangenen auch die Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotudeh ist. Der Gesundheitszustand der ⁠Friedensnobelpreisträgerin ​Narges Mohammadi habe sich nach einem ‌Herzinfarkt verschlechtert. Im Chabahar-Gefängnis im Südosten des Iran hätten Sicherheitskräfte mindestens fünf Menschen ‌getötet, als diese gegen ausbleibende Essenslieferungen protestiert hätten.

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