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Iran setzt Raketenangriffe fort: Explosionen in Golfstaaten
Iran hat seine Vergeltungsschläge in der Nacht fortgesetzt. In den arabischen Golfstaaten sind erneut Explosionen zu hören gewesen. Augenzeugen in der katarischen Hauptstadt Doha berichteten am Morgen von mehreren Knallgeräuschen. Der katarische Nachrichtensender Al Jazeera meldete mindestens elf Explosionen in Doha. Über der katarischen Hauptstadt stieg dichter schwarzer Rauch auf, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtet.
Auch in Manama, der Hauptstadt von Bahrain, wurden Explosionen gemeldet. Augenzeugen berichteten von mindestens vier lauten Knallgeräuschen. Auf Social Media wurden in dem Zuge Bilder eines getroffenen und beschädigten Hotels in Manama verbreitet. Sie ließen sich zunächst nicht unabhängig verifizieren. Auch in Dubai sollen Detonationen zu hören gewesen sein.
Israels Armee gibt nach Raketenbeschuss Entwarnung
Israels Armee hat nach gemeldeten Raketenangriffen Irans wieder Entwarnung gegeben. Die Menschen in allen Teilen des Landes dürften die Schutzräume wieder verlassen, sollten sich aber weiter in ihrer Nähe aufhalten, teilt die Armee mit. Zuvor waren Flugabwehrsysteme im Einsatz gewesen, um die Angriffe abzuwehren.
Zum bereits 20. Mal hätten Millionen Menschen in Israel innerhalb von 24 Stunden wegen Angriffen Irans in die Schutzräume rennen müssen, erklärte das Militär. Die israelische Luftwaffe hatte in der Nacht auch ihre Angriffe gegen Raketenstützpunkte und Flugabwehrsysteme in Iran fortgesetzt.
Trump droht Iran mit beispielloser Gewalt
US-Präsident Donald Trump hat auf die Vergeltungsdrohungen aus Iran reagiert – und droht seinerseits mit beispielloser Gewalt. »Der Iran hat gerade erklärt, dass er heute sehr hart zuschlagen wird, härter als jemals zuvor«, schreibt Trump auf seiner Plattform Truth Social, in Versalien schreibt er weiter: »SIE SOLLTEN DAS ABER BESSER NICHT TUN, DENN WENN SIE ES TUN, WERDEN WIR SIE MIT EINER NOCH NIE DAGEWESENEN GEWALT SCHLAGEN!«
Irans Parlamentspräsident droht USA und Israel mit »verheerenden Schlägen«
Mit martialischen Worten hat der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Qalibaf den USA und Israel Vergeltung für die Angriffe auf sein Land angedroht. Die Anführer der USA und Israels seien »abscheuliche Verbrecher«, die für ihre anhaltenden Angriffe auf die Islamische Republik mit »verheerenden Schlägen« rechnen müssten, sagte Qalibaf in einer Fernsehansprache.
»Sie haben unsere rote Linie überschritten und müssen dafür bezahlen«, sagte Qalibaf weiter: »Wir werden ihnen so vernichtende Schläge versetzen, dass sie selbst betteln werden.« Qalibaf ist der ranghöchste iranische Politiker, der sich seit Beginn der Angriffe am Samstag im Fernsehen geäußert hat.
Welches politische Risiko geht Donald Trump mit dem Angriff auf Iran ein?
Der US-Präsident gibt sich nach seinem Militärschlag auf Iran mächtig wie nie. Doch innenpolitisch hat Donald Trump viel zu verlieren. Worauf es jetzt ankommt, hat unsere US-Korrespondentin Britta Kollenbroich hier für Sie aufgeschrieben.
Iranische Agentur bestätigt Tod von hochrangigen (Militär-)Führern
Laut der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Irna sind bei den US-israelischen Angriffen am Samstag in Teheran auch zwei hochrangige Militärführer getötet worden:
- Ali Shamkhani, Chef des im vergangenen Jahr wieder eingerichteten Verteidigungsrates und einer der Topberater von Ali Khamenei
- sowie Mohammad Pakpour, Befehlshaber der iranischen Revolutionswächter.
Israels Militär hatte den Tod der beiden bereits am Samstag gemeldet. Aus Iran gab es dazu erst jetzt eine Reaktion.
EU-Außenminister beraten über Eskalation in Nahost
Angesichts der US-israelischen Luftangriffe auf Iran und zahlreicher Vergeltungsattacken Teherans kommen die Außenministerinnen und Außenminister der Mitgliedstaaten heute zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen. Nach Angaben der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas soll dabei »über Iran und die sich rasch entwickelnden Ereignisse im Nahen Osten« beraten werden.
»Die wahllosen Angriffe des iranischen Regimes auf seine Nachbarn bergen die Gefahr, die Region in einen größeren Krieg zu ziehen, und wir verurteilen dies«, sagte Kallas am Samstag. Israel und die USA hatten zuvor gemeinsam Luftangriffe gegen Iran gestartet.
- Mehr Hintergründe zu der Frage, ob Iran jetzt die gesamte Region in Brand setzt, erfahren Sie hier.
Die australische Außenministerin warnt die Bürgerinnen und Bürger des Landes vor Reisen nach Israel, in den Libanon, in die Vereinigten Arabischen Emirate, nach Katar, Kuwait oder Bahrain. Hintergrund seien die US-israelischen Militärschläge und Irans Vergeltungsangriffe, erklärt Penny Wong bei X.
Nachruf auf Ali Khamenei: »Bis zum letzten Blutstropfen«
Irans Oberster Führer ist getötet worden. Damit endet die jahrzehntelange Herrschaft eines Mannes, der sein Regime in den Abgrund geführt und die Zukunft seines Landes aufs Spiel gesetzt hat, schreibt SPIEGEL-Redakteur Bernhard Zand. Seinen Nachruf auf Ali Khamenei können Sie jetzt hier lesen.
Israels Armee startet neue Angriffswelle auf Iran
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben eine neue Angriffswelle gegen Ziele in Iran begonnen. Ins Visier genommen werden demnach Abschussstellungen für ballistische Raketen sowie die Flugabwehrsysteme des Erzfeindes, teilte das Militär in der Nacht mit.
Die Armee hatte erst kurz zuvor eine weitere Angriffswelle beendet, bei der unter anderem ein wichtiges Militärdepot für ballistische Raketen attackiert worden sei.
Iranische Medien melden Tod von Khameneis Familienmitgliedern
Iranische Staatsmedien berichten, dass bei den US-israelischen Angriffen auf das Land auch Familienmitglieder des Obersten Führers getötet worden seien: Unter den Todesopfern sind demnach eine Tochter, ein Enkelkind, eine Schwiegertochter und ein Schwiegersohn von Ali Khamenei. Nähere Details gibt es bisher nicht.
Iran greift Israel erneut mit Raketen an
Das israelische Militär meldet neue iranische Angriffe auf den jüdischen Staat. Die Flugabwehrsysteme seien aktiviert, um die Bedrohung abzuwehren, teilte die Armee in der Nacht mit. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, den Anweisungen des Heimatschutzes zu folgen.
Die israelischen Streitkräfte hatten zuvor den Abschluss einer weiteren Angriffswelle gegen Raketenstellungen und Flugabwehrsysteme in Iran verkündet. Dabei attackierten sie eigenen Angaben zufolge ein wichtiges Militärdepot für ballistische Raketen: An dem Raketenabschussstandort in der Region Qom im Zentrum Irans seien ballistische Raketen vom Typ Ghadr H-1 mit Hunderten Kilogramm Sprengstoff gelagert worden, erklärte die israelische Armee. Der Angriff habe die wichtigsten Offensivfähigkeiten der iranischen Staatsführung »erheblich geschwächt«.
Vereinigte Arabische Emirate wollen 132 iranische Raketen abgewehrt haben
Das Militär der Vereinigten Arabischen Emirate hat seit Beginn der iranischen Gegenangriffe nach eigenen Angaben 132 von insgesamt 137 abgefeuerten ballistischen Raketen und 195 von 209 Drohnen abgewehrt. Dies bestätige die hohe Einsatzbereitschaft der Flugabwehr, teilte das Verteidigungsministerium bei X mit.
Zudem seien fünf ballistische Raketen Irans ins Meer gefallen. 14 Drohnen seien ebenfalls über Wasser oder an Land abgestürzt, wodurch es einige Schäden gegeben habe, teilte das Ministerium mit. Auch aufgrund abgeschossener Projektile sei es zu kleineren Schäden an zivilem Eigentum gekommen.
Die Emirate verurteilten den Angriff auf das Schärfste. Sie stellen einen Verstoß gegen das Völkerrecht und eine Verletzung der emiratischen Souveränität dar, wie es weiter hieß.
Iran meldet Angriff auf US-Stützpunkt in Saudi-Arabien
Die iranischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben einen Luftwaffenstützpunkt des US-Militärs in Saudi-Arabien angegriffen. Der Stützpunkt Prinz Sultan sei von Raketen und Drohnen getroffen worden, hieß es in einer Erklärung der Revolutionswächter, die der staatliche Rundfunk veröffentlichte. Aus Saudi-Arabien und den USA gab es zunächst keine Bestätigung für den Angriff.
Jubel über Meldungen zu Khameneis Tod
Weltweit reagieren Menschen mit Jubel und Erleichterung auf die Nachricht, dass Irans Oberster Führer Ali Khamenei bei einem Angriff ums Leben gekommen sein soll.
Kurzanalyse: Trump und sein Geschwätz von gestern
Donald Trump verhehlt sein Ziel kaum: Sein Militärschlag gegen Iran soll zu einem Regimewechsel in Teheran führen. »An das große, stolze Volk von Iran [...] Wenn wir fertig sind, übernehmt eure Regierung«, forderte der Präsident in seiner Videoansprache nach den ersten Angriffen. »Dies wird wahrscheinlich eure einzige Chance für Generationen sein.«
Als er noch nicht im Weißen Haus saß, klang Trump ganz anders. 2011 etwa sagte er über Barack Obama: »Unser Präsident wird einen Krieg mit Iran beginnen, weil er absolut keine Fähigkeit hat, zu verhandeln.« Zwei Jahre später wiederholte er diese Prognose. Sie traf nie ein.
Im Präsidentschaftswahlkampf 2016 nannte er seine Kontrahentin Hillary Clinton »kriegslüstern und instabil« und forderte auf dem republikanischen Nominierungsparteitag: »Wir müssen die gescheiterte Politik des Nation-Building und des Regimewechsels aufgeben, die Hillary Clinton im Irak, in Libyen, Ägypten und Syrien verfolgt hat.«
2019, inmitten seiner ersten Amtszeit, versprach er: »Unsere Politik des endlosen Krieges, des Regimewechsels und des Nation-Building wird durch die nüchterne Verfolgung amerikanischer Interessen ersetzt.« Später twitterte er, der US-Militäreinsatz im Nahen Osten sei »die schlimmste Entscheidung aller Zeiten« gewesen.
Im Wahlkampf 2024 sagte Trump dann über seine demokratische Gegnerin Kamala Harris: »Wenn Kamala gewinnt, erwarten uns nur Tod und Zerstörung, denn sie ist die Kandidatin endloser Kriege. Ich bin der Kandidat des Friedens.«
Derselbe Donald Trump nimmt jetzt für seinen Angriff auf Iran sogar den Tod von US-Einsatzkräften in Kauf: »Das Leben tapferer amerikanischer Helden mag verloren gehen, und wir mögen Verluste erleiden«, sagte er in seiner Videoansprache vom Samstag: »Das ist im Krieg oft der Fall. Aber wir tun dies nicht für die Gegenwart. Wir tun dies für die Zukunft.«
Was kümmert Trump da noch sein Geschwätz von gestern?
Nicht nur in Tel Aviv ist derzeit immer wieder Raketenalarm: Die israelische Warn-App zeigt aktuell an zahlreichen Orten im Land Meldungen an.
Kamala Harris verurteilt Militäraktion
Die frühere US-Vizepräsidentin Kamala Harris hat mit deutlicher Kritik auf die US-amerikanisch-israelische Militäraktion gegen Iran reagiert. »Lassen Sie mich klar sagen: Ich bin gegen einen Krieg zum Sturz des Regimes in Iran, und unsere Truppen werden wegen Trumps Krieg aus freien Stücken in Gefahr gebracht«, schrieb die bei den Präsidentschaftswahlen 2024 gegen Trump unterlegene Kandidatin auf X.
Harris wies auch auf Trumps Ankündigung aus dem Wahlkampf hin, wonach dieser als Präsident eine weniger interventionistische Politik betreiben wolle. »Donald Trump versprach, Kriege zu beenden, anstatt sie zu beginnen. Das war eine Lüge«, heißt es in der Erklärung. »Dann sagte er vergangenes Jahr, wir hätten das iranische Atomprogramm ›ausgelöscht‹. Auch das war eine Lüge.«
Wieder Raketenalarm in Dubai, Tel Aviv und Doha
In mehreren Städten in Nahost hat es erneut Raketenalarm gegeben: Wie Augenzeugen aus Dubai dem SPIEGEL bestätigten, wurden die Menschen unter anderem über Mitteilungen auf ihren Smartphones aufgefordert, sich sofort in Sicherheit zu bringen. »Suchen Sie sofort Schutz im nächsten sicheren Gebäude, bleiben Sie von Fenstern, Türen und offenen Bereichen weg«, hieß es in den Warnungen. In Dubai waren demnach Explosionen zu hören, Fensterscheiben zitterten, Alarm heulte.
Auch unser Korrespondent in Tel Aviv, mein Kollege Thore Schröder, berichtet von erneutem Raketenalarm. Er ist auf dem Weg in einen Schutzraum – schon zum elften Mal heute. Israelische Medien melden, ein Gebäude in Tel Aviv sei direkt getroffen worden. Es habe mehrere Verletzte gegeben. Der Sender N12 zeigte Aufnahmen von einem brennenden Dach und einer Straße mit Trümmern. Es habe noch weitere Einschlagsorte gegeben. Der Rettungsdienst Magen David Adom teilte mit, ein etwa 40-jähriger Mann habe schwere Verletzungen erlitten.
Laut Reportern des US-Senders CNN waren auch in Doha Explosionen und Sirenen zu hören.
Trump verfolgt die Angriffe in Iran aus Mar-a-Lago
Das Weiße Haus hat Fotos veröffentlicht, die zeigen, wie US-Präsident Donald Trump mit seinem nationalen Sicherheitsteam die Attacken auf Iran verfolgt. Trump, der derzeit in seinem Privatclub Mar-a-Lago weilt, ist auf den Bildern neben Stabschefin Susie Wiles, Außenminister Marco Rubio und CIA-Direktor John Ratcliffe zu sehen. Auch Trumps stellvertretender Stabschef Dan Scavino ist anwesend, ebenso wie Trumps oberster General, Dan Caine, der auf einem der Bilder erklärend auf Karten zeigt.
Schwarze Vorhänge verhüllen den Raum, die Beteiligten sitzen um einen Tisch, auf dem mehrere Telefone stehen. Hinter Trump ist auf einer Plakatwand eine Karte der Region zu sehen, auf der in der unteren rechten Ecke »Operation Epic Fury« steht, der von den USA gewählte Name für den Militärschlag.
Zentrale Vertreter der iranischen Militärführung laut Israel tot
Bei den Angriffen auf Iran sind nach Angaben aus Israel führende Vertreter der iranischen Militärführung getötet worden. Unter den Toten seien unter anderem der Kommandeur der Revolutionswächter, Mohammed Pakpur, sowie Irans Verteidigungsminister Aziz Nasirzadeh, wie die israelischen Streitkräfte mitteilten. Von iranischer Seite gab es zunächst keine Bestätigung dafür.
Zuvor war bereits der Tod des Chefs des iranischen Verteidigungsrats von israelischer Seite gemeldet worden.
Liebe Leserinnen und Leser,
Israel und die USA haben am Samstagmorgen mit einem Militärschlag gegen Iran begonnen. Der SPIEGEL begleitet die Entwicklungen weiter in einem Liveblog. Wir berichten aus dem Hamburger Newsroom und unseren Korrespondentenbüros weltweit. Was zuvor geschehen ist, können Sie hier nachlesen.
Mit Material der Agenturen

vor 3 Stunden
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