Das immutable Linux-System Ubuntu Core für Internet-of-Things- (IoT) und Edge-Geräte ist in Version 26 erschienen. Canonical hebt „präzise“ Linux-Builds, optimierte OTA-Updates, Live-Kernel-Patching, Hardware-unterstützten Schutz sowie bis zu 15 Jahre Sicherheitsupdates hervor.
In einem Blog-Beitrag kündigt Canonical die aktualisierte Distribution an. Die Verbesserungen des minimalen Betriebssystems prädestinieren es demnach für KI-Anwendungen mit niedriger Latenz, für missionskritische Einsätze. Dafür seien reduzierte Installationszeiten, die Reduzierung der OTA-Update-Größe um 90 Prozent und „präzise“ Builds mittels Chisel verantwortlich. Der Fokus bleibt auf Sicherheit, jede Komponente läuft in der Sandbox, die Snaps sind kryptografisch signiert und die „measured Boot-chain“ erlaubt, nur verifizierte Software zu starten.
Das Long-Term-Support-Release (LTS) hilft zudem, dem Cyber Resilience Act (CRA) der EU Rechnung zu tragen. Für Betreiber kritischer Infrastrukturen will Ubuntu Core 26 die Kosten etwa für Softwareupdates und Wartungs- sowie Installationszeiten reduzieren. Die Over-the-Air-Updates (OTA) fallen deutlich kleiner aus, da das verbesserte Delta-Format für Snap die Größe für die Snaps um 50 bis 90 Prozent reduziert. Die Updates der Core-Snaps sollen anstatt 16 MByte nur noch 1,5 MByte umfassen. Die Installationen setzen auf initramfs, was redundante Neustarts umgehen soll.
„Präzise“ Builds
Das Chisel-Build-System von Ubuntu bringt eine präzise Zusammensetzung für die Core-Snaps. Es erzwingt etwa explizite und nachverfolgbare Abhängigkeiten. Dadurch lasse sich jede Datei im System zu ihrem Ursprung zurückverfolgen. Das soll Integritätsprüfungen und Schwachstellenanalyse verbessern. Als Abgrenzung nennt Canonical Builds mit Yocto – dort sind Herkunft und Abhängigkeiten größtenteils lediglich implizit angegeben. Chisel sorgt zudem für eine Reduktion der Größe des Basis-Images um sieben Prozent.
Ubuntu Core setzt auf Full Disk Encryption und speichert Schlüssel mit den LUKS2-Headern im TPM. Auch Arm-Trusted-Execution-Environments (TEE) werden unterstützt. Die Verbesserungen bezüglich Sicherheit aus Ubuntu 26.04 ziehen auch in Ubuntu Core 26 ein. Etwa Livepatch bringt das Anwenden von Sicherheitspatches im Kernel ohne Neustart nun auch auf ARM64-Architekturen. Sogar rückwirkend offiziell ab Core 20. Canonical verspricht „Zero-Downtime“.
Die Ankündigung im Blogbeitrag nennt noch weitere nützliche Funktionen für die Verwaltung in größeren Netzen. Zuletzt brachte Ubuntu Core 24 größere Änderungen am IoT-Betriebssystem.
(dmk)








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