Eine klare Mehrheit der 125 Mitgliedsstaaten hat sich dafür ausgesprochen, Karim Khan zu entlassen. Dem Briten wird sexuelles Fehlverhalten vorgeworfen.
Quelle: DIE ZEIT, dpa, akm 24. Juli 2026, 22:32 Uhr
Die Vertragsstaaten des Internationalen Strafgerichtshofes (IStGH) haben den Chefankläger Karim Khan abgesetzt. Vertreter der Vertragsstaaten stimmten mit klarer Mehrheit für eine entsprechende Resolution. Das teilte der Gerichtshof mit. Dem Briten wird sexuelles Fehlverhalten gegenüber einer Mitarbeiterin vorgeworfen. Er bestreitet die Anschuldigungen.
»Die Versammlung hat mit der Mehrheit von 82 Vertragsstaaten entschieden, dass der gewählte Amtsträger, Chefankläger Karim Khan, schweres Fehlverhalten und eine schwerwiegende Pflichtverletzung begangen hat ... und Karim Khan seines Amtes zu entheben«, sagte die Präsidentin des Leitungsgremiums des Gerichts, Paivi Kaukoranta.
Eine enge Mitarbeiterin des britischen Juristen Khan hatte ihm sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Er soll sie mehrfach und über einen längeren Zeitraum hinweg bedrängt und zu sexuellen Handlungen gezwungen haben. Khan hat die Vorwürfe bestritten. Diese seien Teil einer Verschwörung gegen ihn als Vergeltung dafür, dass er gegen israelische Vertreter ermittelt habe, sagt er. Die Mitarbeiterin wies diese Darstellung in einem Interview des Senders CNN in der vergangenen Woche zurück.
Haftbefehl gegen Netanjahu bleibt von Entscheidung unberührt
Khan war bis zu seiner Suspendierung im Juni seit 2021 Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs und hatte unter anderem einen Haftbefehl gegen Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu wegen mutmaßlicher Verbrechen im Gaza-Krieg beantragt. Khans Ablösung wird keine unmittelbaren Auswirkungen auf den Haftbefehl gegen den israelischen Ministerpräsidenten haben. Diese können nur von den Richtern des Strafgerichtshofs aufgehoben werden.

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