In zehn Jahren mehr als verdoppelt: Zahl der Pflegebedürftigen übersteigt sechs Millionen

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Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland hat die Sechs-Millionen-Marke überschritten. Im vergangenen Jahr erhielten 6,01 Millionen Menschen Leistungen der sozialen Pflegeversicherung, wie der Medizinische Dienst Bund und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) am Dienstag mitteilten. 2015 waren mit 2,67 Millionen weniger als halb so viele Menschen als pflegebedürftig eingestuft.

Es sei grundsätzlich eine gute Nachricht, dass der Zugang zur Pflege funktioniere, erklärte der Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Oliver Blatt. „Aber der starke Anstieg der Zahl der Pflegebedürftigen stellt die Pflegeversicherung vor finanzielle und strukturelle Herausforderungen.“ Diese müssten nun endlich angegangen werden, sagte Blatt mit Blick auf die von der Bundesregierung angekündigte Pflegereform.

Wir müssen alles tun, um die Versicherten dabei zu unterstützen, Pflegebedürftigkeit zu vermeiden,

Carola Engler, Vorstand Medizinischer Dienst Bund

Die stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Medizinischen Dienstes Bund, Carola Engler, unterstrich die Bedeutung der Prävention. „Wir müssen alles tun, um die Versicherten dabei zu unterstützen, Pflegebedürftigkeit zu vermeiden oder ihrer Verschlechterung aktiv entgegenzuwirken“, erklärte sie. Der Medizinische Dienst könne hier viel tun: „Unser Ziel ist es, die Pflegebegutachtung zur bedarfsorientierten und präventiven Impulsberatung weiterzuentwickeln.“

Die Medizinischen Dienste in den Bundesländern sind im Auftrag der Krankenkassen für die Begutachtung der Versicherten und die Einstufung in einen bestimmten Pflegegrad zuständig. Der Medizinische Dienst Bund koordiniert ihre Zusammenarbeit. (epd)

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