Wer steckt hinter dem Pseudonym Banksy? Einige Medien und Onlineplattformen vermuteten: Ein britischer Bauarbeiter aus London soll der Street-Art-Künstler Banksy sein und teilten dessen Bild. Nun stellt besagter Mann, George Georgiou, in der britischen Zeitung „Daily Mail“ klar: „Ich bin es nicht. Es ist wirklich ärgerlich, lächerlich und verstörend. Am ersten Tag war es noch lustig, mittlerweile nicht mehr.“
In der vergangenen Woche hatte die Nachrichtenagentur Reuters behauptet, die Identität des Künstlers enthüllt zu haben. Laut Recherchen soll es sich um den Briten Robin Gunningham handeln, der inzwischen seinen Namen zu David Jones geändert haben soll. Jedoch wollte niemand gegenüber Reuters die Identität von Robin Gunningham alias David Jones als Streetart-Künstler Banksy bestätigen.
Bereits im Juli 2008 war sich die „Mail on Sunday“ sicher, dass es sich bei Banksy um den Künstler Robin Gunningham aus Bristol handelt. Auf der Titelseite der britischen Boulevardzeitung wurde ein Foto von ihm präsentiert. Dieser sieht dem 69-jährigen George Georgiou aus London ähnlich, dessen Fotos aus dem Jahr 2024 nun viral gehen. Sie zeigen einen grauhaarigen Mann mit Brille und Bart. Auf einigen Fotos steht er hinter einem Gitterzaun, offenbar auf einer Baustelle. Mehrere Medien, darunter die „New York Post“, die „Sun“ und „LADbible“, verbreiteten sie.
„Alle fünf Minuten klingelt das Telefon“
Ob auch er die Ähnlichkeiten zwischen sich und früheren, angeblichen Banksy-Fotos sehe? Darauf entgegnete Georgiou laut „Daily Mail“: „Nicht wirklich! Das einzig Positive ist, dass sie denken, ich sähe aus wie 51.“ Zum ersten Mal sei er 2024 fotografiert worden – und das vor einem Haus, an dessen Fassade kurz zuvor ein Banksy-Kunstwerk aufgetaucht war.
Auch damals wurde über die echte Identität von Banksy spekuliert. Doch Georgiou, der aus einer griechischen Familie stammt, betont, dass er nur dort gewesen sei, um eine Plexiglas-Abdeckung über der voll gemalten Hauswand anzubringen. Das Gebäude solle seinen Söhnen gehören, sagte er der „Daily Mail“. Zu den Gerüchten rund um seine Person fügte er hinzu: „Werdet erwachsen. Kümmert euch um euer eigenes Leben.“ Banksy sei „gut genug ausgestattet, um dort nicht Bauarbeiten verrichten zu müssen.“ Er komme, erledige seine Arbeit „und verschwindet dann spurlos. Deshalb weiß niemand, wer er ist.“
Zudem merkte er an, dass er nicht gerne malt: „Wenn es etwas zu streichen gibt, lasse ich das von anderen erledigen.“ Schließlich beschreibt Georgiou, wie die Meldungen seinen Alltag beeinflussen: „Alle fünf Minuten klingelt das verdammte Telefon und es ist nur jemand, der einen auf den Arm nimmt.“ Zwar sei das harmlos, so der Londoner Bauarbeiter weiter, jedoch sei das „einfach nur nervig und lästig“. Er denke dem Medienbericht zufolge inzwischen sogar über rechtliche Schritte nach.
Laut einem „Fact Check“-Bericht von Reuters habe die „New York Post“ das Foto von Georgiou mittlerweile aus ihrem Artikel entfernt. Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sagte der 69-Jährige zu den Spekulationen: „Das ist mittlerweile ein alter Witz.“ Pro Tag habe er bis zu dreißig Anrufe erhalten. Nun wünsche sich Georgiou, dass die Leute „jetzt endlich damit aufhören“ und ihn in Ruhe lassen.

vor 5 Stunden
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