Die stark gestiegenen Spritpreise haben den Anstieg der Verbraucherpreise im Juli deutlich beschleunigt. Die Inflationsrate lag im Vergleich zum Vorjahresmonat bei 2,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte und damit seine erste Schätzung bestätigte.
23
Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat Juli 2025 beträgt aktuell der Preisanstieg bei Kraftstoffen
Im Juni hatte die Teuerung 2,3 Prozent betragen. „Die Energiepreise verteuerten sich weiterhin überdurchschnittlich und blieben somit zentraler Preistreiber“, erklärte die Präsidentin des Bundesamts, Ruth Brand.
Vor allem seien die Spritpreise deutlich gestiegen, „da gleichzeitig zum Ölpreisanstieg infolge des anhaltenden Iran-Kriegs der staatliche Tankrabatt am 30. Juni endete“, fuhr Brand fort. Den Angaben nach waren Kraftstoffe im vergangenen Monat 23 Prozent teurer als im Vorjahresmonat Juli 2025.

© dpa/Sebastian Kahnert
Damit stiegen die Spritpreise deutlich stärker an als im Juni und Mai dieses Jahres. Die Preise für Energieprodukte insgesamt verteuerten sich um 8,3 Prozent, wie das Bundesamt weiter mitteilte.
Auch leichtes Heizöl, das zur sogenannten Haushaltsenergie gezählt wird, verteuerte sich dem Bundesamt zufolge deutlich mit 34,7 Prozent. Dennoch verbilligte sich die Haushaltsenergie insgesamt um 1,4 Prozent. Strom war 5,3 Prozent günstiger, Erdgas einschließlich Betriebskosten 2,9 Prozent und Fernwärme 1,2 Prozent.
Ohne die Berücksichtigung von Energie lag die Inflationsrate laut Bundesamt bei 2,2 Prozent. Ohne Heizöl und Kraftstoffe betrug sie demnach 1,9 Prozent.
Auch Lebensmittelpreise könnten stärker anziehen
Immerhin steigen die Nahrungsmittelpreise seit Monaten vergleichsweise moderat. Im Juli lagen sie wie in den beiden Vormonaten um 0,4 Prozent über dem Vorjahresmonat. Teurer binnen Jahresfrist waren im Juli etwa Fleisch und Fleischwaren (plus 1,9 Prozent) sowie Zucker und Süßwaren (plus 4,0 Prozent). Deutlich günstiger als im Vorjahresmonat war Butter (minus 30,1 Prozent).
Wenn Energie nicht bald wieder erschwinglicher wird, könnten aber auch die Lebensmittelpreise stärker anziehen: Transport, Kühlung und Lagerung kosten derzeit mehr und Ökonomen erwarten, dass sich dies auch in Preisen im Supermarkt niederschlagen wird. Dazu kommen Hitze und Trockenheit, die der Landwirtschaft zusetzen und die Ernte schmälern könnten.
Von Juni auf Juli verteuerten sich die Verbraucherpreise um 0,8 Prozent, wie das Bundesamt erklärte. Nach dem Auslaufen des Tankrabatts am 30. Juni stiegen die Kraftstoffpreise „sprunghaft“ um 11,2 Prozent. Für Diesel betrug die Teuerung im Vormonatsvergleich 12,6 Prozent, für Super 11,0 Prozent. (AFP/dpa)

vor 2 Tage
1











English (US) ·