HItze in der STadt: Wenn die Skala nicht mehr reicht

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Unter den vielen Schönheiten Salzburgs fällt die Wetterstation am Alten Markt womöglich nicht weiter auf, gerade zu Festspielzeiten. Dabei wurde sie ehedem geschaffen, um aufzufallen: Jeder, der durch das Zentrum der Stadt kam, sollte auf der prächtigen Säule im Stil der Neorenaissance die wichtigsten Wetterdaten ablesen können. Temperatur und Luftdruck für alle, nicht nur im aktuellen Moment, sondern auch für die Vorwoche, dazu eine Liste der mittleren Wärmegrade in den einzelnen Monaten. 18,3 Grad Celsius im August, steht da aktuell.

Das Türmchen, 1888 errichtet und seitdem mehrfach restauriert, entstand im württembergischen Hüttenwerk Wasseralfingen, wo kurz zuvor die erste Zahnradbahn Deutschlands zu rattern anfing. Alles gerät in Bewegung, auch die Bilder, der allererste Film datiert ebenfalls aus dem Jahr 1888, in dem der Frankfurter Hauptbahnhof eröffnet wird, dieses prachtvolle Versprechen umfassender Mobilität in einer aufregend modernen Zeit.

„Jedermann“ und der steigende Meeresspiegel

Das Jahr 1888 war in Deutschland überdurchschnittlich kühl. 2025 war im Durchschnitt mehr als drei Grad wärmer. An diesem Mittag ist es in Salzburg 31 Grad. Weil es um die Säule herum schattig ist, ruhen sich dort die Touristen aus, bevor sie weiterziehen, um sich im „Jedermann“ der eigenen Endlichkeit bewusst zu werden. Vielleicht fällt ihr Blick jetzt auf die Metalltafel auf dem Sockel, der die Höhe dieser Stelle über der Adria mit 424,25 Metern angibt. Und sie fragen sich, ob das noch stimmt, angesichts des jährlich um einige Millimeter steigenden Spiegels des Mittelmeers.

Nicht die einzige Herausforderung an die Wettersäule. Vor drei Jahren war es in Salzburg schon einmal 38,6 Grad heiß. Die Skala der Wettersäule reicht bis 43 Grad Celsius oder 110 Grad Fahrenheit. Ein bisschen Puffer ist noch für Ausschläge nach oben, aber es ist keine angenehme Vorstellung, vor einem Instrument zu sitzen, das zur allgemeinen Aufklärung über klimatische Verhältnisse geschaffen wurde, und zuzusehen, wie sich der Zeiger über den Rand hinausschiebt.

Hätte man das ahnen können, damals vor 138 Jahren, als die Station aufgestellt wurde? Und was machen wir mit der endlichen Skala? So, wie die Dinge nicht nur in Salzburg stehen, gibt es zwei Antworten. Die eine: Wir müssen uns eben anpassen. An die Hitze, die Dürre, die niedrigen Pegel in den Flüssen, die Unwetter. Wer ständig noch leistungsfähigere Klimaanlagen baut, sollte doch auch die Temperaturskala im Wetterhäuschen Richtung 50 Grad verlängern können, so in etwa.

Es fällt nicht schwer, sich für die andere Antwort zu entscheiden.

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