Die Regierung von Guatemala hat nach Aufständen in drei Gefängnissen den Ausnahmezustand verhängt. »Wir verhandeln nicht mit Kriminellen und tolerieren keine terroristischen Handlungen. Im Rahmen des Gesetzes zwingen wir sie mit dem Schwert der Gerechtigkeit in die Knie«, sagte Präsident Bernardo Arévalo in einer Regierungserklärung.
In den kommenden 30 Tagen sollen nun die Polizei und das Militär mit aller Kraft gegen das organisierte Verbrechen vorgehen. Durch den Ausnahmezustand können einige verfassungsmäßige Rechte wie die Bewegungs-, Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit eingeschränkt werden. Zuvor hatten Häftlinge in drei Gefängnissen rebelliert und rund 40 Wärter als Geiseln genommen. Später stürmten die Sicherheitskräfte die Haftanstalten und übernahmen nach Behördenangaben wieder die Kontrolle über die Gefängnisse.
Zuvor hatten Häftlinge über Stunden hinweg die Macht in den Gefängnissen übernommen. Gefangene zeigten sich auf den Wachtürmen und forderten Verbesserungen der Haftbedingungen, wie in einem Video der Zeitung »Prensa Libre« zu sehen war. Polizei und Militär umstellten die Gefängnisse in Guatemala-Stadt, Escuintla und Quetzaltenango. Eine schwangere Gefängniswärterin ließen die Häftlinge bereits zu Beginn des Aufstands frei.
Kriminelle Geschäfte aus dem Gefängnis gesteuert
Die Aufstände seien eine Folge der Behördenentscheidung, den inhaftierten Anführern krimineller Banden ihre Privilegien zu entziehen, hieß es in einer Stellungnahme des Innenministeriums. So seien bei Razzien in den Haftanstalten zuletzt Mobiltelefone, Waffen sowie Drogen sichergestellt und illegale Bauten in den Gefängnissen zerstört worden, teilte die Gefängnisverwaltung des mittelamerikanischen Landes mit.

vor 3 Stunden
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