Donald Trump und Mark Rutte haben sich im Grönlandkonflikt geeinigt. Aber worauf genau? Und: Bundeskanzler Merz konstatiert ein "neues Zeitalter" der Großmachtpolitik.
22. Januar 2026, 17:20 Uhr
Im Konflikt um Grönland hat US-Präsident Donald Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos seine zuvor angekündigten Militär- und Zolldrohungen vorerst zurückgenommen. Die Einigung wurde zwischen Donald Trump und Nato-Generalsekretär Mark Rutte erzielt. Nach Angaben aus Nato-Kreisen soll ein Abkommen die Zusammenarbeit zur Sicherung der Arktis stärken. Zu den diskutierten Punkten gehört demnach der Verzicht der USA auf angekündigte Zölle gegen acht europäische Länder. Im Gegenzug soll das bestehende Stationierungsabkommen für US-Truppen in Grönland aus dem Jahr 1951 überprüft werden. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen war nicht direkt an den Verhandlungen beteiligt. Mark Schieritz ist stellvertretender Leiter im Politikressort der ZEIT. Im Podcast ordnet er ein, welche konkreten Folgen das Abkommen für die Souveränität Dänemarks und den Status Grönlands hat.
Beim Weltwirtschaftsforum in Davos hat Bundeskanzler Friedrich Merz die Grönlandeinigung begrüßt und dabei entsprechende Äußerungen von US-Präsident Donald Trump hervorgehoben. Den Schwerpunkt seiner Rede legte der Bundeskanzler jedoch auf einen Appell zur engeren Zusammenarbeit in Wirtschaft und Sicherheit. Die Welt sei in eine neue Phase der Großmachtpolitik eingetreten, die auf Stärke und im Zweifel auch auf Gewalt beruhe. Gerichtet war das vor allem an Russland und China, Kritik richtete er aber auch an die USA: Drohungen, europäisches Territorium mit Gewalt zu erwerben, seien inakzeptabel, neue Zölle würden die Grundlagen der transatlantischen Beziehungen untergraben. Europas Antwort darauf werde geschlossen, ruhig, angemessen und zugleich bestimmt ausfallen. Gleichzeitig warnte Merz davor, die transatlantische Partnerschaft vorschnell aufzugeben. Wie die Rede des Bundeskanzlers in Davos aufgenommen wurde, analysiert Marlies Uken, stellvertretende Leiterin des Politikressorts der ZEIT.
Außerdem im Update: Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in Davos eine Rede gehalten; außerdem hat er sich mit US-Präsident Trump getroffen. Währenddessen führte der US-Sondergesandte Steve Witkoff Gespräche mit russischen Vertretern.
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Moderation und Produktion: Rita Lauter
Redaktion: Moses Fendel
Mitarbeit: Celine Yasemin Rolle
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