O-Ton:
»Wir wollen keine Amerikaner sein.«
Die Botschaft an Donald Trump ist deutlich. Die Bilder aus Grönlands Hauptstadt sind es auch: Premierminister Jens-Frederik Nielsen protestiert inmitten seiner Bevölkerung gegen die Übernahmepläne des US-Präsidenten. Tausende Menschen sind am Wochenende in Nuuk auf die Straße gegangen.
O-Töne:
»Wir sind besorgt und wollen einfach nur wir selbst sein und unser Leben hier leben.«
»Und wir wollen, dass das so bleibt.«
Laut Umfragen aus dem vergangenen Jahr lehnen 85 Prozent der Grönländer einen Beitritt zu den USA ab.
Auch in Dänemark gab es Proteste. Grönland ist ein selbstverwalteter Teil des Königreichs, gehört aber im Gegensatz zu Dänemark nicht zur EU.
Einige europäische Länder versuchen währenddessen, Grönland und Dänemark den Rücken zu stärken. So schickten unter anderem Großbritannien, Frankreich und die Niederlande auf Ersuchen Dänemarks Militärteams nach Nuuk. Auch 15 Bundeswehrsoldaten sind am Freitag für eine »Erkundungsmission« auf der Insel angekommen. Sie sollen aber schon am Sonntag wieder aus Grönland abreisen. Die Erkundung sei laut einem Bundeswehrsprecher erfolgreich abgearbeitet worden.
Das Ziel der militärischen Präsenz: Offenbar soll Donald Trumps Hauptargument entkräftet werden, dass die europäischen Nato-Länder zur Sicherung Grönlands nicht in der Lage seien.
Eine Reaktion aus Washington kam prompt: Trump hat am Samstag Strafzölle in Höhe von 10 Prozent für Deutschland und andere EU-Staaten angekündigt. Und er hat mit einer Erhöhung auf 25 Prozent gedroht, bis eine Einigung über den – Zitat – »vollständigen und umfassenden Kauf Grönlands« erzielt sei.
Vom eisigen Gegenwind aus Grönland lässt sich ein Donald Trump ganz offensichtlich nicht aufhalten.

vor 1 Tag
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