Grobritannien: Andy Burnham bezeichnet Tod von Cambridge-Professor Jason Arday als »Tragödie«

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Der britische Premierminister Andy Burnham hat nach dem Tod des Soziologen Jason Arday sein Mitgefühl ausgedrückt. »Es ist in vielerlei Hinsicht eine Tragödie, vor allem aber für alle, die Jason kannten – natürlich für seine Familie und seine Freunde. Wir sind heute in Gedanken bei ihnen«, sagte Burnham einen Tag, nachdem Arday im Alter von 41 Jahren tot aufgefunden wurde.

Der 41-Jährige war der jüngste schwarze Professor in der Geschichte der Universität Cambridge, mit nur 37 Jahren wurde er im März 2023 zum Professor für Bildungssoziologie ernannt. Nach Plagiatsvorwürfen war er Anfang des Monats von seinem Amt zurückgetreten. Seine Familie erklärte am Freitag, er sei Opfer einer Kampagne aus Falschinformationen und Schikanen geworden. »Dies ist kein Moment für voreilige Urteile«, sagte Burnham. »Es ist ein Moment der Reflexion, ein Moment, um darüber nachzudenken, wie es dazu kommen konnte.«

Bildungsministerin Lucy Powell sprach auf der Plattform X von einer »schockierenden« Nachricht , auch Cambridge-Leiterin Deborah Prentice veröffentlichte eine Stellungnahme . Indes wurden auch kritische Stimmen am öffentlichen Umgang mit den gegen Arday erhobenen Vorwürfen laut, darunter etwa von Londons Bürgermeister Sadiq Khan. Arday sei öffentlich bloßgestellt worden und einer »Welle von Beschimpfungen« ausgesetzt gewesen, behauptete der Labour-Politiker.

Arday wurde am Freitag leblos in London aufgefunden. Zum jetzigen Zeitpunkt werde sein Tod als unerwartet eingestuft, es gebe jedoch keinen Grund zu der Annahme, dass ein Verbrechen vorliege, zitierte die Nachrichtenagentur PA die Polizei. Der Fall werde untersucht. Zur Todesursache gibt es bisher keine offiziellen Angaben.

Was Jason Arday vorgeworfen wurde

Ardays Professur wurde 2023 als progressiver Meilenstein gefeiert, seine Lebensgeschichte bestaunt. Arday wuchs in einfachen Verhältnissen in London auf. Als Kind wurde er eigenen Angaben zufolge mit einer Form von Autismus diagnostiziert. Laut der Cambridge-Universität war er an mehreren Universitäten im Bereich der Soziologie tätig.

 Bestaunte Lebensgeschichte

Olympischer Fackelträger Arday 2012: Bestaunte Lebensgeschichte

Foto: Joe Giddens / PA Wire / dpa

Doch in den vergangenen Wochen bekam das Image des Akademikers Risse. Zahlreiche Medien berichteten ausführlich über Plagiatsvorwürfe mit Blick auf die Doktorarbeit des Professors an der Liverpool John Moores Universität. Auch in anderen wissenschaftlichen Veröffentlichungen solle er plagiiert haben. Eine frühere Untersuchung der Uni in Liverpool stellte laut PA allerdings kein wissenschaftliches Fehlverhalten fest.

Schließlich wurde auch an der Glaubwürdigkeit von Teilen seiner Lebensgeschichte gezweifelt. Infrage gestellt wurden unter anderem Angaben zu Millionenspenden für wohltätige Zwecke sowie zu sportlichen Leistungen.

Schwere Kritik an Elite-Uni

Anfang der Woche trat der 41-Jährige schließlich von seiner Cambridge-Professur zurück. Zuvor hatte die Uni eine Untersuchung zu seiner Ernennung und Tätigkeit angekündigt. Nach Angaben von BBC und PA sagte Arday zuletzt mehrere Veranstaltungen ab.

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In einem Rücktrittschreiben wies er die gegen ihn erhobenen Plagiatsvorwürfe zurück. Sein Rücktritt sei »der einzige Weg, dieses Kapitel zu beenden«, hieß es in dem Schreiben. Dieser solle jedoch nicht als Zustimmung zu den Darstellungen verstanden werden. »Kritik ist zwar ein unvermeidlicher Bestandteil des akademischen Lebens, doch was ich erlebt habe, geht weit über wissenschaftliche Meinungsverschiedenheiten hinaus.«

Durch den Fall war auch die Universität Cambridge massiv in die Kritik geraten. Leiterin Prentice hatte zuletzt mitgeteilt, eine Untersuchung rund um Arday werde »unabhängig durch hochrangige Wissenschaftler aus Cambridge und von außerhalb« durchgeführt.

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