Generalsekretär alarmiert: Linnemann befüchtet Austritt von bis zu 50.000 Mitgliedern aus der CDU

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2024 verzeichnete die CDU mehr als 20.000 Eintritte und überholte die SPD als mitgliederstärkste Partei. Jetzt warnt der Generalsekretär. Angesichts wachsender Unzufriedenheit über die schwarz-rote Koaltion unter Kanzler und CDU-Chef Friedrich Merz in den eigenen Reihen sowie unter den Wählern befürchtet Carsten Linnemann offenbar eine massive Austrittswelle aus der CDU.

Linnemann sprach in der CDU-Präsidiumssitzung am vergangenen Montag von zahlreichen Austritten in diesem Jahr, wie die „Bild“ unter Berufung auf hochrangige Parteikreise berichtete. Dabei habe er einen Schwund von mehreren zehntausend Mitgliedern hochgerechnet.

Gehe die Entwicklung so weiter, würde die CDU bis zum Ende der Legislaturperiode 50.000 Mitglieder verlieren, sagte Linnemann demnach. Der Generalsekretär selbst wollte die Aussagen nach Angaben der Zeitung nicht kommentieren. Aus Parteikreisen hieß es, diese Zahl sei ein hochgerechnetes „Worst Case“-Szenario gewesen.

Steigerung der Mitgliederzahl 2024 wurde Merz zugeschrieben

Dennoch wird dem Bericht zufolge intern eingestanden, dass die aktuelle Entwicklung auch mit der unbeliebten Bundesregierung und Merz zusammenhängt. 2026 sei auch auf die Mitglieder-Bilanz bezogen bislang kein gutes Jahr gewesen.

Die CDU hat dem Bericht zufolge vor allem mit einer überdurchschnittlich alten Basis zu kämpfen. Aus Parteikreisen heißt es dem Bericht zufolge, dass der Schwund vor allem darauf zurückzuführen ist, dass Mitglieder sterben. Ziel sei daher vor allem, dass die Zahl der aktiven Eintritte die Zahl der bewussten Austritte überschreitet.

Die Steigerung der Mitgliederzahl 2024 war auch Merz zugeschrieben worden, der damals die Ampel-Regierung als Oppositionschef unter Druck setzte. Merz hatte nun auf das schlechte Erscheinungsbild von Schwarz-Rot reagiert.

Denn ein Jahr nach Amtsantritt als Kanzler sind einer aktuellen Umfrage zufolge 85 Prozent der Befragten mit seiner schwarz-roten Koalition unzufrieden. Eine Mehrheit ist davon überzeugt, dass das Bündnis von CDU, CSU und SPD vorzeitig brechen wird.

„Das sind Umfragen, die mich natürlich auch besorgen“, sagt Merz am Mittwoch in der ZDF-Sendung „Was nun“. Das Ansehen der Bundesregierung habe gelitten, sagte der 70-Jährige und sieht dabei die Verantwortung bei seiner Koalition. „Wir bleiben hinter dem selbst gestellten Anspruch zurück.“

Doch anders als sein Vertrauter und Parteifreund Christian von Stetten, der zuletzt öffentlich von einem vorzeitigen Bruch der Koalition sprach, will Merz nichts von einer Minderheitsregierung wissen. (lem)

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