Amerikanische Justizbehörden haben einen weiteren Journalisten vorgeladen, um ihn zur Preisgabe seiner Quellen zu zwingen. Wie die „New York Times“ berichtet, überbrachten FBI-Beamte dem freien Reporter Matthew Cole bereits im Februar eine solche Vollstreckungsanordnung der Staatsanwaltschaft in Newport News in Virginia. Cole hatte im vergangenen Jahr für die Zeitung über eine geheime Mission der Navy Seals vor der Küste Nordkoreas berichtet, bei der 2019 mehrere unbewaffnete Nordkoreaner getötet worden seien.
Die Bundesstaatsanwaltschaft verlangt laut dem Bericht, dass Cole über seine Recherchen aussagen und Kontakte preisgeben soll. Die „Times“ übernehme die Kosten der Verteidigung ihres Mitarbeiters und wehre sich gegen einen rechtswidrigen Angriff auf die Pressefreiheit.
Das Justizministerium äußerte sich nicht zu der erst jetzt bekannt gewordenen Vorladung. Ein Sprecher sagte, man werde alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um Leaks in Angelegenheiten der nationalen Sicherheit aufzuklären.
Seit Beginn der zweiten Amtszeit von Präsident Donald Trump hat das Ministerium die Regeln für solche Ermittlungen, die immer öfter Journalisten treffen, gelockert. Reporter mehrerer Medien waren bereits mit Vorladungen konfrontiert, die nach gerichtlichem Widerstand wieder zurückgezogen wurden. Kürzlich waren vier Journalisten der „New York Times“ betroffen, die über Sicherheitsmängel an Trumps neuer Air Force One berichtet hatten.

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