Frösche: Laubfrosch-Weibchen sind bei Partnerwahl überfordert

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Bezirzen zu viele Froschmännchen am Teich gleichzeitig eine potenzielle Partnerin, ist das Weibchen überfordert mit dem lärmenden Chor und kann sich kaum entscheiden. Dies könne nachhaltig beeinflussen, wie sich die Art weiterentwickle, schreibt ein Forschungsteam der University of Tennessee in Knoxville im Fachjournal »iScience«  – denn es erschwere es den Tieren, den bestmöglichen Partner auszuwählen.

Das als Entscheidungs-Überlastung (»choice overload«) beschriebene Phänomen sei fast vergleichbar mit Singles, die sich vor lauter Swipen durch die Auswahl in Dating-Apps überfordert, erschöpft und ausgebrannt fühlten.

Wer am schönsten quakt, ist der begehrteste Partner

Während der Paarungszeit der vorwiegend in Nordamerika heimischen Art Copes Grauer Laubfrosch (Hyla chrysoscelis) umwerben die Männchen die Weibchen üblicherweise, indem sie ihre Kehlen aufblähen und eine Reihe hoher Schwingungen von sich geben.

Um das Phänomen zu erforschen, baute das Forschungsteam eine Art Dating-Arena für die Frösche auf: Die weiblichen Frösche wurden einer nach dem anderen in einem zwei Meter breiten Bereich platziert, in dem sowohl Außengeräusche als auch Temperatur kontrolliert wurden. Über Lautsprecher wurden den Weibchen dann aufgezeichnete Originalgesänge von Männchen ihrer Art vorgespielt – und zwar sowohl längere Rufe, die als Geräusche begehrterer Vertreter eingestuft werden, als auch kürzere, sogenannte Ablenkungsrufe.

In einem weiteren Versuch spielten die Forschenden zusätzlich die Rufe anderer Frösche im Hintergrund ab, um einen natürlichen Froschchor nachzubilden. Das beeinflusste die Weibchen jedoch nicht deutlich. Die Tiere hatten also offenbar keine Probleme, die einzelnen Rufe zu hören und zu unterscheiden. Nach Interpretation des Teams lag die Schwierigkeit der Weibchen demnach darin, dass die größere Zahl möglicher Partner die Wahl erschwerte.

Auch ein schlechterer Sänger hat manchmal Glück

»Die Entscheidungen, die Weibchen treffen, sind biologisch gesehen wichtig«, erklärt die Biologin und Studienautorin Jessie Tanner . »Indem sie ein Männchen mit einem wohlklingenden Ruf wählen, können die Weibchen genetische Vorteile für ihren Nachwuchs erzielen. Aber möglicherweise sind sie nicht immer in der Lage, diese Wahl effektiv zu treffen.«

Eigentlich würde man gemäß der Evolutionstheorie annehmen, dass weniger begehrte Froschmännchen mit kürzeren Rufen über die Zeit hinweg aus den Populationen verschwänden. Die mangelnde Entscheidungsfähigkeit der Weibchen könne jedoch dazu beitragen, dass diese Tiere immer wieder eher zufällig als Partner ausgewählt würden und damit genetisch in den Populationen erhalten blieben.

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