Israel lässt die Anklage gegen fünf Soldaten fallen. Sie sollen einen palästinensischen Gefangenen misshandelt haben. Ein Arzt und eine Anwältin erheben schwere Vorwürfe.
20. März 2026, 20:19 Uhr
Schützt Israels Justiz ihre Soldaten trotz schwerwiegender Anschuldigungen? Dieser Vorwurf steht im Raum, seit der oberste Militärstaatsanwalt Itai Ofir vergangene Woche anordnen ließ, die Anklage gegen fünf Reservesoldaten fallen zu lassen. Ihnen wurde vorgeworfen, einen Palästinenser im Militärgefängnis Sde Teiman misshandelt zu haben.
Seine Entscheidung begründete Ofir unter anderem damit, dass das mutmaßliche Opfer im Oktober 2025 nach Gaza freigelassen worden sei, im Zuge des Austauschs der letzten israelischen Geiseln in Hamas-Gefangenschaft gegen palästinensische Gefangene. Was er damit andeuten will: Ein Verfahren ist schon allein deshalb nicht mehr möglich, weil der Mann, der von Soldaten auf grausame Weise misshandelt worden sein soll, nicht mehr greifbar ist. Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu begrüßte den Schritt: "Der Staat Israel muss seine Feinde verfolgen, nicht seine heldenhaften Soldaten", erklärte er in einer Stellungnahme.

vor 2 Stunden
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