»Fall Balogun«: Blatter und Neuendorf empört über angebliche Trump-Einflussnahme

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Die Berichte über ein Telefonat zwischen Donald Trump und Gianni Infantino sorgen für Aufregung. Kritik kommt unter anderem vom ehemaligen Fifa-Präsidenten.

Quelle: DIE ZEIT, dpa, SID, 6. Juli 2026, 10:53 Uhr

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Donald Trump soll Medienberichten zufolge bei Gianni Infantino angerufen und diesen um die Überprüfung der Roten Karte gegen Folarin Balogun gebeten haben. Nun gab es deutliche Kritik. © Jonathan Ernst/​Reuters

Nach Berichten über eine angebliche Einflussnahme von US-Präsident Donald Trump auf die Aufhebung der Sperre des amerikanischen Stürmers Folarin Balogun hat es Kritik an dem möglichen Vorgehen des Weltverbandes gegeben. So äußerten sich etwa Joseph Blatter, Jürgen Klopp und Bernd Neuendorf.

Der frühere Fifa-Präsident Blatter schrieb auf der Plattform X »Rote Karten werden nicht durch politische Telefonanrufe aufgehoben. Sie werden auf der Grundlage von Regeln, Beweisen und durch unabhängige Gremien revidiert.«

Wenn ein US-Präsident beim Fifa-Präsidenten interveniere und ein Spieler plötzlich vor einem K.-o.-Spiel der Weltmeisterschaft freigesprochen werde, dann stelle sich unweigerlich die Frage: »Quo vadis, Fifa

»Es geht um die Integrität des Wettbewerbs und die Glaubwürdigkeit der Fifa«

Der Präsident des Deutschen Fußballbundes (DFB), Bernd Neuendorf, forderte Aufklärung, die Fifa solle sich nun schnell zu den Berichten erklären. »Der Eindruck, dass es hier eine aktive Einflussnahme der Politik auf den Sport gegeben hat, muss zügig und schlüssig ausgeräumt werden. Es geht um die Integrität des Wettbewerbs und die Glaubwürdigkeit der Fifa.«

Deutliche Worte fand auch der Wunschkandidat des DFB für den Posten des Bundestrainers, Jürgen Klopp. »Wenn das wirklich Trump und Infantino miteinander ausgemacht haben, das ist verrückt, das stellt alles infrage«, sagte er bei MagentaTV. »Diese beiden Menschen, die beide von Fußball keine Ahnung haben, sollten gar nichts damit zu tun haben. Das ist unser Spiel, nicht deren Spiel.«

Die Fifa hatte die Sperre für US-Stürmer Folarin Balogun aus dem WM-Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina (2:0) zur Bewährung ausgesetzt. Der Spieler ist somit im Achtelfinalspiel der USA gegen Belgien spielberechtigt. Laut der Nachrichtenagentur AFP der New York Times und dem Guardian hatte Trump persönlich bei Fifa Präsident Gianni Infantino angerufen, um ihn um eine Überprüfung der Roten Karte zu bitten.

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