Teilnehmerin Aktion #ichstillwoichwill:
»Am Ende ist auch nichts Sexuelles dran. Man ernährt sein Kind.«
Passantin:
»Deutschland ist recht freizügig geworden, das muss man mal sagen.«
Maria Herbst, SPIEGEL:
»Oben ohne beim Sport, im Schwimmbad oder auf Konzerten: Was für viele Männer ein ganz selbstverständliches Verhalten ist, ist bei Frauen oft nicht akzeptiert. In manchen Fällen offenbar nicht mal, wenn eine Mutter gerade ihr Kind stillt. Im Mai wurde in Saarbrücken eine Mutter von einem Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes eines Einkaufszentrums aufgefordert, das Stillen zu unterlassen. Was sagen Sie zu solchen Vorfällen?«
Straßenumfrage:
»Das finde ich schrecklich, weil das ist eine natürliche Sache. Warum soll man das jetzt hier verstecken oder so?«
»Wenn man sich nicht unbedingt so präsentiert, aber es im Rahmen macht, so dass man ein Tuch drüber weg macht, ist das überhaupt kein Thema.«
»Das ist ganz natürlich, dass eine Frau ihr Kind stillen muss.«
»Die Frau zu schmeißen, das finde ich nicht gut. Kind und Mutter, das ist nun mal wichtig.«
Maria Herbst, SPIEGEL:
»Laut Angaben des Centers wurde der Mitarbeiter mittlerweile nachgeschult, das Stillen sei dort ausdrücklich überall erlaubt. Der Vorfall ist kein Einzelfall. In Kommentaren auf Social Media berichten Mütter von ähnlichen Erlebnissen. Eine Userin berichtet gar, dass sie in der Garderobe der Krippe nicht stillen sollte. Die Väter wüssten sonst nicht, wo sie hinschauen sollten. Unter dem Hashtag #ichstillwoichwill tun sich Mütter zusammen, um das Stillen außerhalb der eigenen vier Wände zu enttabuisieren.«
Teilnehmerin:
»Von der #ichstillwoichwill-Kampagne haben wir auch über Instagram mitbekommen. Und wir als »Mom Club Hamburg« wollen auch ein Sprachrohr sein. Babys können nicht warten, wenn sie Hunger haben, und sollten auch nicht warten.«
Teilnehmerin:
»Ich finde, es ist total wichtig, zu zeigen, dass Stillen das Natürlichste der Welt ist und dass es selbstverständlich sein sollte, dass wir das an jedem Ort tun dürfen, wo unsere Kinder gerade Hunger haben. Es ist einfach ein Grundbedürfnis von einem Baby, dass es Hunger hat und das zu jeder Tages- und Nachtzeit. Deswegen möchte ich ja trotzdem rausgehen können.«
Teilnehmerin:
»Auch diese Kommentare, dass man doch bitte auf Toilette gehen soll, um sein Kind zu stillen. Also, ich weiß nicht. Die meisten öffentlichen Toiletten sind ja nicht mal so, dass man sich da hinsetzen möchte. Also möchte man da erst recht nicht essen.«
Maria Herbst, SPIEGEL:
»Fotoaktionen wie in Hamburg gibt es momentan deutschlandweit. Die Initiative »Ich still wo ich will« entstand bereits vor dem Vorfall in Saarbrücken. Die drei Initiatorinnen aus München wollen darauf aufmerksam machen, dass Stillen in der Öffentlichkeit immer wieder mit Belästigungen, Anfeindungen oder Platzverweisen verbunden ist. Auch weil das Stillen offenbar von manchen sexualisiert wird.«
Teilnehmerin:
»Einmal erlebe ich das, wenn dann von Männern, dass sie das Ganze irgendwie sexuell anziehend finden und sich sehr gerne dicht neben uns setzen, wenn wir stillen. Das sind öffentliche Plätze, das sind Parks neben dem Spielplatz. Das ist überall bisher schon mal passiert.«
Teilnehmerin:
»Also, generell sollten Menschen einfach aufhören, Frauen zu sexualisieren. Also, jeder, der da irgendwie ein Problem mit hat, kann ja auch einfach weggucken.«

vor 1 Stunde
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