Die Journalistin Eva-Maria Michelmann befindet sich laut ihrem Anwalt wieder in Deutschland. Zuvor war sie für mehrere Monate in Syrien in Haft.
Quelle: DIE ZEIT, AFP, dpa, yer 19. Juni 2026, 18:23 Uhr
Die deutsche Journalistin Eva Maria Michelmann ist aus syrischer Haft entlassen worden. Das meldete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf ihren Anwalt Roland Meister. Michelmann sei am Freitagmorgen freigekommen und am Nachmittag bereits nach Deutschland zurückgekehrt, sagte Meister. Zuvor hatte der Spiegel über die Freilassung berichtet.
Der Spiegel berichtet, dass Michelmann Syrien nach ihrer Entlassung über ein Drittland verlassen und von dort aus den Flug nach Deutschland angetreten habe. Die Bundesregierung hatte sich nach Angaben des Auswärtigen Amts »mit Hochdruck« für die Frau eingesetzt.
Michelmann war im Januar während einer Offensive der syrischen Regierungstruppen und mit ihnen verbündeter islamistischer Milizen in der Stadt Rakka festgenommen worden. Die aus Köln stammende Frau hatte seit 2022 aus der Demokratischen Selbstverwaltung Nord- und Ostsyrien, auch bekannt unter dem kurdischen Namen Rojava, für prokurdische Medien über die politische Lage berichtet.
Michelmann galt monatelang als vermisst
Angehörige Michelmanns und auch deutsche Behörden erfuhren zunächst nichts von der Festnahme, monatelang galt sie als vermisst. Die syrische Übergangsregierung bestritt zunächst, Michelmann festzuhalten. Erst Zeugenaussagen von ehemaligen Kämpfern der prokurdischen Einheiten Syrian Democratic Forces (SDF), die nach einem Gefangenenaustausch am 11. April freigelassen wurden, hatten den Aufenthaltsort von Michelmann und dem türkisch-kurdischen Kollegen Ahmet Polad bestätigt. Die beiden waren gemeinsam unterwegs gewesen. Anfang Mai bestätigte die syrische Regierung dann die Festnahme.
Anfang Juni berichtete Anwalt Meister dann, dass Michelmann sich in schlechtem Zustand befinde und deutlich abgemagert sei. Ein freigelassener SDF-Kämpfer habe außerdem berichtet, dass sie gefoltert und Dauerverhören ausgesetzt worden sei.
Michelmanns Bruder Antonius Michelmann sagte der Nachrichtenagentur dpa jetzt, dass es ihr den Umständen entsprechend gut gehe. Sie habe sich über einen längeren Zeitraum in Isolationshaft befunden. Nähere Angaben machte er dazu nicht. Von Polad gebe es weiterhin keine Spur.

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