Europäische Zentralbank belässt Leitzins bei 2,0 Prozent

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Trotz des hohen Ölpreises und drohender Inflationsgefahr hält die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins konstant. ​Der EZB-Rat um Präsidentin Christine Lagarde beließ den Einlagensatz am Donnerstag bei ‌2,0 Prozent. Über diesen Leitzins steuert die EZB maßgeblich ihre Geldpolitik. Es ist bereits die sechste Zinspause in Serie.

Noch vor wenigen Wochen schien die EZB im Kampf gegen die Teuerung im Währungsraum auf einem guten Weg. Denn mit einer Rate von 1,9 Prozent im Februar liegt die Inflation nahe am mittelfristigen Ziel der Notenbank von zwei Prozent. Doch mit dem Krieg im Nahen Osten und dem Ölpreisschock wächst die Sorge vor einem starken Anziehen der Inflation.

»Der EZB-Rat ist bereit, alle ‌seine Instrumente im Rahmen seines ​Mandats anzupassen, ‌um sicherzustellen, dass sich die Inflation auf mittlere Frist beim Zielwert von zwei Prozent stabilisiert«, teilten die Währungshüter mit. Dabei lege man sich nicht im ‌Voraus auf einen bestimmten Zinspfad fest.

EZB-Chefvolkswirt Philip R. Lane warnte kürzlich vor den Folgen eines länger andauernden Krieges im Nahen Osten. Dies könne die Wirtschaft bremsen und die Inflation anheizen: »Eine Eskalation des Konflikts im Nahen Osten ist eines der wichtigsten Risikoszenarien, die von der EZB beobachtet werden.«

Die Notenbank will verhindern, dass sie auf eine mögliche neue Preiswelle zu spät reagiert. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 stand die EZB in der Kritik, den damaligen Preisanstieg lange unterschätzt zu haben. Die Inflation im Euroraum schnellte zeitweise auf mehr als zehn Prozent nach oben.

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