Europäische Justiz: Deutscher wird EU-Generalstaatsanwalt

vor 1 Stunde 1

10. März 2026, 15:50 Uhr

Der deutsche Top-Jurist Andrés Ritter wird neuer Europäischer Generalstaatsanwalt. Das Europaparlament gab in Straßburg die finale Zustimmung zur Ernennung des 61-Jährigen. Zuvor hatten bereits die EU-Staaten zugestimmt. Als europäischer Generalstaatsanwalt wird Ritter die seit 2021 tätige Europäische Staatsanwaltschaft (EUStA) leiten. Sie ist eine unabhängige Einrichtung der EU, die Straftaten zum Nachteil der finanziellen Interessen der Union untersucht, verfolgt und vor Gericht bringt. Dabei geht es etwa um Mehrwertsteuerbetrug, Geldwäsche, Korruption und die Veruntreuung von EU-Mitteln.

Dem jüngsten EUStA-Jahresbericht zufolge arbeiteten die Ermittler Ende 2025 an einer Rekordzahl von etwa 3600 aktiven Fällen mit einem geschätzten Gesamtschaden von gut 67 Milliarden Euro. Der Großteil des Schadens ist mit geschätzten 45 Milliarden Euro nach Angaben der Behörde auf Zoll- und Mehrwertsteuerbetrug zurückzuführen. 361 der Fälle werden demnach in Deutschland untersucht, mit einem geschätzten Schaden von knapp 5,8 Milliarden Euro.

Ritter war bisher stellvertretender Leiter der Behörde in Luxemburg, zuvor war er unter anderem Oberstaatsanwalt in Rostock. Er wird den neuen Posten zum 1. November übernehmen.

© SZ/dpa - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.

Gesamten Artikel lesen