Einigung im Rüstungspoker: Bundesregierung will bei Leopard-Panzerbauer KNDS einsteigen

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Die Bundesregierung hat nach langem Ringen eine Entscheidung über den Einstieg beim deutsch-französischen Rüstungskonzern KNDS getroffen. Sie will sich zunächst – genau wie Frankreich – zu 40 Prozent an dem Panzerbauer beteiligen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr. Gleichzeitig will sie aber die feste Absicht erklären, die Beteiligung „in einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren“ auf 30 Prozent zu reduzieren. Dennoch bliebe Deutschland bei strategischen Entscheidungen oder Standortfragen gleichberechtigt.

KNDS ist Hersteller von Waffensystemen wie dem Kampfpanzer Leopard 2 und der Panzerhaubitze 2000. Das Unternehmen entstand durch die Fusion von Krauss-Maffei Wegmann und dem französischen Unternehmen Nexter. Aktuell befindet sich KNDS im Besitz der deutschen Familie hinter Krauss-Maffei Wegmann und der französischen Regierung. Auf den Finanzmärkten wird KNDS aktuell mit 18 bis 20 Milliarden Euro bewertet.

 «Panzerbauer KNDS präsentiert mehr Feuerkraft auf Rädern») +++ dpa-Bildfunk +++

KNDS stellt auch Radhaubitzen her

© Kay Nietfeld

Druck auf die deutsche Regierung kam auf, weil die deutschen Eigentümerfamilien ihre Firmenanteile verkaufen wollen. Die tschechische Rüstungsgruppe CSG hatte ein konkurrierendes Angebot gemacht. Einer der wichtigsten deutsch-französischen Rüstungskonzerne wäre dann kein Teil der deutschen Verteidigungsindustrie mehr.

Speziell Bayerns Ministerpräsident Markus Söder setzte sich für ein Einsteigen des deutschen Staates bei KNDS ein. „Deutschland muss sich bei Schlüsselunternehmen wie KNDS signifikant als Anteilseigner beteiligen. Denn Sicherheit ist die Voraussetzung für Freiheit“, sagte er „Bild“.

Die Federführung beim Einstieg des deutschen Staates soll das Wirtschaftsministerium bekommen. Es soll sich aber mit dem Verteidigungsressort abstimmen müssen. (dpa, Tsp)

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