Mehr als zweieinhalb Monate währt der Ebolaausbruch im Osten der Demokratischen Republik Kongo schon. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen zeigt angesichts der Lage alarmiert. Die Situation sei »kritischer denn je«, sagte die stellvertretende medizinische Leiterin Philippa Boulle einer Mitteilung zufolge .
»Trotz der unermüdlichen Bemühungen der medizinischen Teams vor Ort verbreitet sich die Krankheit in alarmierendem und beispiellosem Tempo«, sagte Boulee weiter. Besorgniserregend sei vor allem, dass es keinerlei Anzeichen gebe, dass sich der Ausbruch verlangsamt. »Neue Verdachtsfälle werden nahezu täglich aus neuen Orten gemeldet, jenseits von bereits identifizierten Übertragungsketten.«
Nach Angaben des kongolesischen Gesundheitsministeriums gab es am Montag insgesamt 3874 bestätigte Ebolafälle, 1751 davon endeten tödlich. Die späte Erkennung von Fällen hat laut Behörden maßgeblich zur Sterblichkeitsrate von 45 Prozent beigetragen.
Ein Problem ist zudem, dass die Behörden immer noch zu wenige Angehörige von Infizierten kennen, um sie vor einer Ansteckung zu schützen. In einem Behandlungszentrum in Bunia waren nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen 90 Prozent der Patienten zuvor nicht als Kontaktpersonen erfasst.
Das gilt als Schlüssel des Erfolgs: Wenn mehr als 90 Prozent der Kontakte bekannt sind, sich isolieren und bei ersten Krankheitsanzeichen behandelt werden, kann der Ausbruch unter Kontrolle gebracht werden. Misstrauen gegenüber Behörden und Kämpfe in Rebellengebieten, die Hunderttausende in die Flucht schlagen, erschweren diese Arbeit.

vor 11 Stunden
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